Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
505
Einzelbild herunterladen

305 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Branden burg. 1. Kap. len in der laͤnge niedergeworfen, ſo gar den

Meiern die ſenſen und geſtelle von den ſtielen abgeſchlagen und weit weggeworfen, ſonſt aber in den heiden auch ſehr uͤbel gehauſet. Hat auch die Mittelmark ſonderlich an der Habel betroffen. Am ende Auguſti haben die gegenden Witſtok, Zedenik u. a. m. ei­nen heftigen Sturm empfunden, und haben im Sonnenburgiſchen die Koͤnigl. Heiden den dritten theil bauͤme verlohren.

Al 1740 am 23 Jun. nachm. zwiſchen 12

und 1 uhr hat ſolcher Sturm bei Dalmin,

Poſtlin ze, Perlb. Inip.gewütet, der zugleich mit einem Hagel vergeſellſchafftet geweſen, und am 11 Aug. nachm gegen 2 uhr kam mit einem mahl, wie mans zu Baumgarten bemerket, von oſten her ein ſchneller fuͤrch­terlicher windſtoß an, welcher in einem ſchmahlen ſtrich fortgegangen, und wo er hin­gekommen, in einer minute ſtrohdaͤcher zer­riſen, aͤſte von bauͤmen ſonderlich linden ab­geriſſen, zu gedachtem Baumgarten auch eine ſcheune heruntergeworfen, welche zwar auf z pferde, jedoch fo gefallen, daß ſelbige uns beſchaͤdiget wieder hervorgezogen worden. Den groſſen Sturm, welcher A. 1747. am 12 und 13 Dec. ſowohl auf der See, als zu Lande hin und wieder unberwindlichen ſchaden gethan, hat unſere Mark auch em­pfunden, ſonderlich hin und wieder in den Heiden. Doch iſt er mit unſern Thuͤrmen und Daͤchern nicht ſo unbarmherzig umge­gangen, als zu Hamburg und Stokholm: ob er wohl ſonſt auf dem lande hauͤſer, ſcheu­nen und ſtaͤlle nicht unangetaſtet gelaſſen, und viel ſchafe und rindvieh erſchlagen, auch baue und Eichen, die etliche klaftern in der dikke gehabt, mit ſtrumpf und ſtiel heraus­geriſſen, und recht wunderbahr uͤbereinan­der geſchmiſſen.. XIV. Erdbeben entſtehen von den Un­tererdiſchen Winden welche ihren ausgang ſuchen, und wann fie keinen finden können, die Erde in die hoͤhe heben und erſchuͤttern, wie den Naturkuͤndigern bekannt iſt, der­gleichen in unſerm Lande, weil man darin von keinen untererdiſchen hoͤlen und kluften weiß, in welchen ſich die Winde verhalten koͤnten, ſelten, auch won keinem ſonderbahren belang geſpuͤhret werden. Jedoch erzehlet Angelus ZZ. B. ſ. 59. daß A. 997. an der

Elbe, in dem Magdeburgiſchen, und in der

Altmark ein groſſes Erdbeben geweſen, daß

auch A. 1345. den z Jan. überall in Teutſch­

land ein ſolches, und zwar uͤberaus groſſes ge­

ſchehen, wodurch viel State, Schloͤſſer und

Dörfer ſchaden hekommẽn. Ii V. tz. Worun­lll. Theil der art. ziſt.

*

506

ter er ohne zweifel die Mark mit begriffen. In­gleichen erzehlet der Habelb. Secretarius Stein in feiner Chronmike der Havelberg. Biſchoͤfe, daß A. 14109. Sonnabend auf Bartholomaei, und A. 14 12. in S. Caelicien nacht ſich dieſer orten herum, und weiter in Teutſchland dergleichen Erdbeben zugetra­gen, fuͤget auch eines laſpar Sarno vii, wies wohl nicht zum beſten lautende verſe dabei: Von dem erſten: Anno milleno centum quater addito deno, Non prius hoc legi, Sabbatho die Bartho­26 lomaei, In noctis moram, poſt undecimam fuit . horam Hic terrae motus Alemannis undique notus Lurres, Caſtta, Domus, rumpendo, mo­3 pyvvendo, cadendo Sie perceptibilis, fortis& horribilis, Per breve tempus erat, quando fic appa­ö. 2 chat. Und von dem andern: Anno Milleno centum quater ac duodeno Nocte Caeciliae, patuit timor undique Vitae,

NHorridus inſtabat Boreas, fortiſſime flabat.

Terra tremiſcebat, ex hoc domo quisque ,,, a CEITeLUN Caſtra, domos, muros tres fecit efle caſu­.,, ü LOS,

Pinnacula ſummi ceciderunt huius Theatri,

Ligna ruunt nemorum, nudantur tecta do­

morum.

Da nobis Chriſte, quod abeftlohge dolor .; iſte.

Woraus zugleich zu erſehen, daß durch dieſes Erdbeben die giehel von dem Kaufhauſe zu Witſtol niedergeworfen worden. Wel­chem Steinius noch beifuͤgt, daß von demſel­ben auch die groſſe borſte in dem gemauer des Kirchthurms zu Witſtok entſtanden, wel­che auch noch zu ſehen, und nach dem lezten hrande dieſes Thurms neu eingeſchmieret iſt. (Welchergeſtalt man auch 1680. eine erſchuͤt­terung des Erdbodens beobachtet bei der Buk­kau, wird unten angemerket werden. III. Th. Il. Kap. J. 16. A. 1736. im November zwiſchen 11 und 12 uhr will man bei Stendelchen, und bei dem ſchreklichen ungewitter, welches A. I3. 22 Jan. ſonderlich die Ukermark betroffen,

ebenfalls ein Erdbeben von einer minute he­

obachtet haben an verſchiedenen orten, ſon­derlich zu Bertikow und Muͤrow. Oh nicht bei ſolchem Sturm, da z. e. der weer, und ſonderlich der dabei geſtandene

Wind­