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5o7 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. 1L Kap. ʒez
Windmuͤhlenberg eingeſunken, oder Kirchthuͤrme von ihrer ſtelle geruͤlket worden, wie wir geſehen, daß zu Radun und Klempzig
geſchehen, nicht auch etwas vom Erdbeben
mit unterlaufen koͤnne, will man nicht eben
gänzlich in abrede ſein. Bei dem heftigen
Sturm von 1717. will man hier und dar auch
etwas von dergleichen ſtoß wahrgenommen haben. Und wer weiß, was hin und wieder die Mark für untererdiſche hoͤhlen und kluͤfte unter ſich hat, welche durch den gewaltigen anfall des auͤſſerlichen windes konnen erſchuͤttert werden?
XV. Hiernaͤhſt wird auch den Donnerwettern, als gehuhrten der Luft, oder vielmehr der aufgeſtiegenen mineraliſchen köͤrper
(in der Luft, hier eine ſtelle zu laſſen fein: und iſt zuborderſt der jahre zu gedenken, die wegen vieler und ſtarker Gewitter merkwürdig ſein. Dergleichen das jahr 1622, geweſen, welches wie es ſonderlich die Neumark be
troffen, den Prediger in Schoͤnfließ Jvachim Möller beranlaſſet, darüber eine pres digt zu halten, welche unter dem titul acreae inclementiae contemplatio, oder nohtwendiger unterricht von den wettern noch in eben dem jahr zu Frankfurt gedrukket worden.
Ferner die jahre 1727. 1732. 1734. 1735. 1737. 1738. welche hin und wieder traurige denkmahle hinterlaſſen.
Von dergleichen heftigen Gewittern ſelbſt aber wollen wir nur einige anfuͤhren, welche ein ſonderbares andenken von theils wunderbaren, theils betruͤbten wuͤrkungen nach ſich gelaſſen, die andere aber ſollen bis an die oͤrter, da fie vorgegangen, ausgeſetzet bleiben: bis dahin wir auch das Gewitter verſchiehen wollen, welches A. 1203. in der Altmark 24 daͤnzer erſchlagen, und dem zum danz ſpielenden Prediger die eine hand weggenom
men haben ſoll. Solcher eines iſt nun ge⸗)
weſen bas groſſe Donnerwetter, ſo A. 1622.
mahliger Paſtor zu Frankfurt, Pelargus, den folgenden Sonntag Trinit. beiden eine dent, wur dige deichenpredigt aus dem XXIX Pſalm gehalten, und dieſen traurigen fall eine Hiobsbotſchafft geheiſſen, weil nur 6 wo chen vorher eben auch auf einen Mitwochen die groſſe Waſſerfluht, welcher bald hernach wird gedacht werden, ſich begeben. Hat aber ſonſten beiden das zeugnüß eines Chriſtl gefuͤhrten lebens gegeben, und daß ſie Gott der Herr nicht in untugend, ſondern bei ihrem Chriſtlichen leben und wandel abgefos dert, waͤre. alſo kein zweifel, er hätte fie aus ſonderlichem gnaͤdigen willen vor grö
ſerm ungluͤk aus dieſer Welt abgefodert,
weil ihre Seele Gott gefallen. Dieſem iſt nicht ungleich geweſen, wie die Frankfurtiſche Verzeichnuͤſſ melden, ein ander ſtarkes Donner⸗ und Hagelwetter, fü 1649. den 22 Jun. bei ſpaͤtem abend entſtanden, ie doch feine meiſte kraͤfte jenſeit dem Karthauſe erreget, und inſonderheit den Pfarrberg und die daran liegende weinberge ſehr mitgenommen, und alles darin zerſchlagen, anbeidie Kirche zu Tſchetſchnow eine viertelmeile bon Frankfurt entzuͤndet und abgebrannt; ingleichen einen Bauerhof zu Poͤdeltzig zwei meilen von Frankfurt in die aſche geleget. Ein weit entſetzlichers aber iſt geweſen, weis ches A. 1691. den 31 Aug. zu Berlin ſic erhoben, und bald darauf zu Spandau in den Pulverthurm geſchlagen mit einer ſp groſſen heftigkeit, daß derſelbe ganz aus dem grunde herausgeriſſen, und die Batterie gan mit ſchutt angefuͤllet, zwei Kanonen über die mauer und graben geworffen, auch die kleine hauſer zur rechten, wann man den berg beim Pulberthurm hinauf gehet, ganz verſchuͤtet worden, und über 20 Perſonen, worunter der Wachtmeiſter mit ſeiner ganzen Familie, verlohren gegangen. Der ſchlag iſt auch ſo grauſam geweſen, daß man in der
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ganzen Feſtung in keinem zimmer ein ganzes fenſter gefunden. Alle ziegel auf den daͤchern und was ſchloßfeſte geweſen, if auf. geſprungen. Der Commendant, ſ kran darnieder gelegen, iſt mit dem hette nieder gegen den ofen geworfen worden, dergeſtall daß der ofen ein und auf ihn gefallen, u ihn an arm und bein ſehr beſchaͤdiget. Dem Hauptmann, welcher dazumahl gleich bei ihm geweſen, ſein die ſcheiben ins geſichte und ein ſtein in den nalken geflogen, welcher ihm ziemlichermaſſen verletzt. Dem gefangenen Zranzvſen Secretario, fo eben von Hamburg gebracht worden, iſt der daum aus der linken
and weggeſchlagen. m neuen Zeugh ggeſchlagen. In dem n Saul
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den 12 Jun. zu Frankfurt an der Oder einen Studioſum Juris Andreas Rode von Elbingen, und eine Jungfer von 107 jahren, Anna Fritſchin, Kaſpar Fritſchens, eines Rahtsberwandten und Apvthekers Tochter erſchlagen, deren iener in ein am wege gelegenes haus, dieſe in ihres Vaters vorwerk wegen des eintretenden regens ſich begeben hatten: und fein die umſtaͤnde hiervon in der Beſchreib. des Bisth. Lebuß ſ. 40. zu leſen, davon das beſonderſte, daß die rohte ſeidene ſtrümpfe, fo die Jungfer getragen, ſchueroſen und kniebaͤnder ganz verſenget geweſen, und wie ein zunder von einander gefallen. Hieranf hat der General Superintendent und da
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