Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
509
Einzelbild herunterladen

8.9 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Marl Brandenburg. 1. Kap. 510

Haufe ſollen etliche roͤhre und harniſche ges hangen haben, welche leztere in die Stat her­ausgeworfen, die laufe aus den ſchaͤften ge­riſſen, und ſonſten unſaͤglicher ſchaden berur­ſachet worden. In der Kirche, ſo in der Stat ſtehet, iſt kein fenſter geblieben, auch in dem Spinnhauſe fein die fenſter won dem ſtarken knall geſprungen. Stuͤlken von mauern et­liche zentner ſchwer fein bei 100 ſchritt von der mauer gefunden worden. Zwei Schiffer ſo in einem kahn geſeſſen, ſollen von einem ſtuͤk mauer, ſo vom Thurn geflohen, fein erſchlagen worden. Eine tonne pulver iſt über die Fe­ſtung auf die hruͤkke geworfen worden, iedoch daß kein einziger reiffen davon geſprungen. Die Schildwache, ſo hinter dem Thurm auf der Batterie geſtanden, iſt zwar unbeſchaͤdigt geblieben, doch hat er ausgeſaget, daß er von ſtaub und dampf bald erſtilket, auch am gehoͤr etwas betauͤbet worden. Man hat den ſchaden, ſ an der Feſtung geſchehen auf drei tonnen Goldes geſchaͤtzet. Doch. fein

die Feſtungswerke von auſſen in ziemlichem anſehen geblieben. Merkwuͤrdig iſt, was ſich bei einem Don­nerwetter zu Wrietzen 1697. 9 Aug. fruuͤhe um 4uhr zugetragen, indem daſſelbe in der Malz­windmuͤhle eingeſchlagen, und ſelbige ganz unbrauchbar gemacht; anbei einen Lehrjun­

gen, welcher bald ausgelernet, namens Chri­ſtoph Glön von 18 jahren aus Koͤpenick, und der ein Geſangbuch in der hand gehabt, erſchlagen, daß alle glieder und geheine ganz klein zerſchmettert, ſonſten aber vom brande nichts zu ſehen geweſen. Der Muͤhlen­meiſter Barthol. Michel iſt zwar nicht er­

ſchlagen, aber doch ganz den ruͤkken lang ver­

brannt geweſen, daß alles roh fleiſch, und das hemde als wenn es verſenget, ganz gelbe ge­weſen. Oben auf der ſchulter, auch in dem rok und hemde hat ſich ein loch von dem ſchlag, wie ein daum groß gefunden. Dieſes aber hat man inſonderheit bei dieſem Mann ange­merket, daß er ſich zwar wieder erhohlet, und noch etliche jahre gelebet; wann aber ein Ge­witter entſtehen ſollen, ſo hat ihm denſelben tag, obſchon noch keine anzeigung davon ver­handen geweſen, die ganze haut zu hitzen und zu jukken angefangen, daß er ſich zu bette les gen muͤſſen. Vor andern iſt merkwürdig was ſich beſage Haftitii erzehlung Anno 1525. den 15 Jul. zu Berlin mit Churfuͤrſt Joachimo J. begeben. Dieſem hatte ein Aſtronomus heimlich gewarnet, daß an demſelben tag ein groß Wetter würde kom= und wäre zubeſorgen, beide Staͤte

49 und Koͤlln möchten untergehen. Iſt

Theil der Mark, Hiſt.

alſo mit ſeiner Gemahlin, der jungen Herr­

ſchafft und vornemſten Bedienten auf den

Tempelhofiſchen berg gezogen, um die bege­benheit der heiden State abzuwarten. Als er aber ſich lange da aufgehalten, und nichts dar­aus worden, hat ihn ſeine Gemahlin, wie ſie

dann eine ſehr Gottesfůrchtige und Chriftliche

Zuͤrſtin geweſen, gebeten, daß er möchte wies der hineinziehen, und bei ſeinen armen Un­terthanen auswarten, was GOtt thun wollte, weil fie es vielleicht nicht allein verſchuldet,

daruͤber er bewogen, und um 4 uhr gegen abend

wieder gen Koͤlln gefahren. Ehe er aber an das Schloß gelanget, hat ſich ein Wetter bewieſen, und wie er unter das Schloßthor gekommen, dem Churfuͤrſten 4pferde vor dem wagen ſamt dem Kutſcher erſchlagen, iedoch ſonſt keinen ſchaden mehr gethan.

( Womit dann zu vergleichen was dieſes Churfuͤrſten Sohne, dem Markgr. Johan­nes, in Kuͤſtrin begegnet, da der Donner A. 1565. in das Schloß, und zwar in das tafelgemach eben eingeſchlagen, da derſelbe tafel gehalten, iedoch auch keinen von den gegenwaͤrtig ſeienden beſchaͤdiget: und was Haftitius bei dem jahr 1558. meldet, daß in vigilia aſſumtionis Mariae nachmit­tags zwiſchen 1 und 2 uhr hei ſonſt hellem wetter ſich ein ſchwerg ſehen laſſen, aus wel­chem ein einziger Donnerſchlag erfolget ohne regen, und ein neben der Churfuͤr­ſtin liegendes huͤndgen erſchlagen, ohne der Churfuͤrſtin zuſchaden, oder an dem

hunde etwas zuverſehren, auſſer daß das

herz im leibe wie eine ſchwarze kohle verbrannt befunden worden. Welchem nicht unaͤhnlich die wuͤrkung eines A. 1583. 8 nach Viſit. Mar. bei Landsberg a. d. W. entſtandenen Gewitters, da auf dem Borkiſchen felde ein Bauer ſamt 4 pferden erſchlagen, ein Knaͤb­lein aber, ſo auf dem einen pferde geſeſſen. unverſehrt geblieben. Auch wurde A. 1749. 113Jul. des verwalters zu Guhden unweit Morin, Chriſtian Kubens Ehefrau Joh. Lucr. Lippertin tod geſchlagen, das Kind aber, ſo ſie eben auf dem ſchoß hatte, unverlezt gelaſſen. Noch einige dergleichen wunderſame wir­kungen des Blitzes mitzunehmen, ſo wurde im jahr 1650. 223 un. ein Knecht auf dem felde bei Goͤlzow, Neuſtathrandb. Inſp. eben als er den ziehenden ochſen heim pfluͤgen den Donner und Blitz angewuͤnſchet, vom Donner erſchlagen und verſenget; der Meier aber, ſo kurz vor ihm her pflůͤgete, bei 5 ſchritte vom pflug hinweg

geworfen, iedoch im geringſten nicht verletzet.

A. 1692. im monat Junio hat das Wet. ter zu groſſen Behnitz, einem im Habellaͤnd. Fi 2 Krais