Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
517
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iy Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg, 1 Kap. 518

als der donner erſchreklich geweſen, und wie

groſſe klumpen feuer herabgefallen: daß es

gelaſſen, als wann Staͤte und Thuͤrme im feuer geſtanden. 3 n A. 1737. 2 Jan. hat ſich unter Donnern und Blitzen ein gewaltiger ſturm in der gegend Reutwen erhohen, welcher hin und wieder auch groſſen ſchaden gethan, ſonderlich bei Sauen Beeßk. Inſp. in eine Eiche geſchlagen, davon die ſchoppe auch fo gleich zu brennen angefangen. Welches zwar weil die Eiche nicht im gruͤnen laul und vollen ſaft geſtanden leich­ter ſich begreifen laͤßt, indem das feuer we­niger wiederſtand gefunden: iedoch uͤber­haupt zur ſache nichts thut; weil die kraft des Blitzes vermoͤgend iſt dergleichen feuch­tigkeiten zu verzehren und auf die ſeite zu bringen. Und finden ſich auch beiſpiele da grüne hauͤme in ihrem laub angezündet worden. n e. HH Hierher gehuͤret auch, wann es bei hel­lem wetter und ſonnenſchein gedonnert, wel­ches bei den alten Römern ein fo ungluͤkliches zeichen war: ö Non alias caelo ceciderunt plura ſereno Fulgura: nec diri toties arſere cometae. Virg. Georg. I. 487. iedoch ſogar auſſerordentlich nicht iſt, als es bei ihnen gehalten wurde: geſtalt es zwar

bei hellem wetter, aber nicht bei ganz heitern,

ſondern mit kleinen wolken beſetzten Himmel zugeſchehen pfleget; da in einer kleinen wolke eine groſſe menge ſchwefelichter und anderer hierher gehoͤriger theilchen ſich geſammelt und eingeſchloſſen, nnd durch die ſonnenſtrahlen entzuͤndet wird; gleichwohl aber ſo wohl, als ein ordentlich Gewittet ſchaden kann. A. 823. hat dergleichen Blitz in Friſak, ſo damahls ein Dorf geweſen 23 hoͤfe in die aſche gele­get: wie deſſen die Annales Franc. Fuld. gedenken. Ein beiſpiel von 1558. haben wir oben geſehen. ſ 50. A. 1732. 3 Aug. mittags um 3 uhr iſt zu Wuſterhauſen an der Doſſe bei ſchoͤnem wetter, da man ſichs am wenige: ſten vermuhtet, ein einziger ſchlag, der ge­waltig gekrachet, in eines Buͤrgers haus, welcher eben bei ſeiner werkſtat geſeſſen, in den ſchornſtein gefahren, ſolchen herunter gewor­fen, den ſtehenbleibenden theil aber davon aus ſeiner lage geruͤkket, darneben in z ſtrah­len aufs dach, welches von rohr geweſen, ohne. zuzinden, unter dem geſimſe des dachs durch die wand wieder hinein durch den oberſten ſtubenboden durch, in den unterſten ſtok am fenſter hinunter, gleich über der ſchwelle aber durch die unterſte wand nach der ſtraſſe zu wieder in ſeinen z ſtrahlen durch, und ſo

dann dichte an der ſchwelle in die erde gefah­ren. Der Mann iſt zwar von feiner werkſtaͤte herunter geworfen, iedoch auſſer dem ſchrek nicht beſchaͤdiget worden; wie er dann noch etliche jahre nachhero gelebet. Bei dieſem allen hat man nur ein geringes woͤlklein am Himmel bemerket. A. 1731. in den hunds­tagen ließ ſich unweit Berlin bei Treptow ein ebenmaͤßiger harter ſchlag hoͤren, der aus einer kleinen waͤßerigſcheinenden wolke herz ausbrach, iedoch keinen ſchaden that. Bei Pahren Nauen. Inſp hat am y nach Pfing­ſten ſich dergleichen geauͤſſert: und hei Salz­wedel hat ſolcher einzelner ſchlag A. 1732. in eine windmuͤhle eingeſchlagen und ſelbige beſchaͤdiget. tal

XVI. Die groſſe mit Hagel vermengte Waſſerguͤſſe oder insgemein ſo genannte Wolkenbruche haben ihren urſprung auch in der Luft: oh man wohl noch zur zeit nicht eigentlich weiß, wie eine ſo groſſe menge Waſ­

ſers ſich in der Luft zuſammen ziehen und er­

halten koͤnne. Zu Frankfurt iſt in dem jahre 1622. und 6 wochen vor dem eben gedachten groſſen Donnerwetter am 1 Mai gegen 4 uhr nachmittage ein fo groſſear Wolkenbruch mit untergemengeten groſſen Hagelſtein en gefal­len, daß nicht allein die garten bor den tho­ren mit dikken ſande uͤberſchwemmet, und zauͤne, waͤlle, muhlen gänzlich verderbet und zerriſſen, ingleichen ganze ſtuͤkken von den weinhergen mit hauͤmen und weinſtoͤlken abe geriſſen und anders wohin verſetzet, auch fo; gar die Erde unter den muͤhlenſteinen auf dent anger, mit welchen damahls die Kaufleute allhier freien handel getrieben, weggeſpuͤhlet und die Steine aus ihrem lager gehoben und weggetrieben worden: ſondern auch in der Stat das Waſſer, weil es nicht gnugſa­me Wege zum abfluß gehabt, dermaſſen an­gewachſen, daß das bieh auf dem Markte bis an die bauͤche im waſſer geſtanden, auch die S. Marien Kirche; die doch nicht we­niger als der Markt hoch lieget, fo angefůͤl­let, daß die ſtuͤhle alle uͤberſchwemmet und ganz verſtellet, auch die graͤber faſt geoͤſnet worden, woraus hernach ſo ein heßlicher geruch entſtanden, daß alle fenſter muͤſſen ausgenom­men werden, damit die winde durchwehen, und den geſtank vertreiben möchten, welcher dennoch einige wochen angehalten. Herr D. Pelargus nennet dieſes, wie wir allbereit geſehen, in der Leichpredigt am Sonntage Trinit. über die beide bom wetter erſchlagene, derer kurz zuvor gedacht worden, eine Hi­obsbotſchaft: wir haben warlich auch, zwar nicht auf einen tag, aher in kurzer zeit