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519 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. I Kap. 24.
zeit nacheinander viel. botſchaften allhier Hören müſſen. Bald lame die poſt, wie durch einen ungewöhnlichen platzregen, und wie mans Dafür halt durch eine kleine wollenbruſt, mühlen, zauͤne, gaͤrten eingeriſſen, jaͤmmerli verderbet, und mit(and uͤberſchwemmet, und ſehr groſſer ſchade wiederfahren; bald kam zeikung, wie das waſſer in die Kirche gelaufen, viel graͤber eroͤfnet, und einen uͤblen ſtank verurſachet 4. Hr. A. Heinſtus als ein Mann von groſſem fleiſſe, in den Anmerkungen der Stat Frankfurt und der gegenden, hat auch dieſes fleißig aufgezeichnet in einer Diſp. de Globo Meteorico lgnito§. 67. mit folgenden worten: A. i627. 1 Mai, qui Philippo& lacobo ſacer eſt, tantopere faeviit ex nubibus ruptis jmber, ut non ſolum hortos mwontibus aequnarer, foecundum ſolum ſterilibus arenis operiret, magna Saxa loco moveret, ſepes& caſas everteret, molas disjſiceret, aggeres lapids ſtratos infuſa terra ſepeliret:
‚ ed urbi quoque tantam aquarium vim in
tulit, ut jn for jumenta ventre tenus ndis inſarent,& templum Cathedrale” inunduretur, epulcra conturßarentur,& aperirentur, ut quamvis feneſtris omnibus demtis aer quaqua verſum& venti intromitterentur, vix tamen aliquot ſeptimanis vitium gorrigeretur; ſellis& ſcamnis tantus adhiaeſit ſqualor, ut nullus non angulus hiorrorem videnti incuteret. Cecidit etiam grando mirae conſigurationis& magnitudinis. Ein gleiches iſt der Stat Landsberg a. d. W. begegnet, allwo A. 1588. in der erſten woche nach Trinitatis ebenfalls von einem mit heftigem Platzregen und Schloſſen vermiſchten Gewitter das waſſer auf dem Markt einer ellen hoch geſtanden. A. 1669. v. Trin. iſt über Limritz, Sonnenb. Inſp. ſolches ungluͤk gekommen, und hat man über den bruch bon Kuͤſtrin her einen dilken ſchwerg mit erſchreklichen brauſen ſehen herkommen, wodurch die Leute in zittern und zagen geſetzet, die gegend aber hald mit einem wallnuß groſſen Hagel und erſchreklichen menge waſſer heimgeſuchet und alles erſchlagen worden. Der hagel hat eine hand hoch und 8 tage lang gelegen, ehe er ganz zerſchmolzen, und auf den ſtraſſen hat man koͤnnen mit kahnen fahren..
Zu unſern zeiten hat ſich dergleichen An.
1711. 20 Mai mit einem ſchrellichen Ge
witter geauͤſſert bei Nennhauſen, Raten. luſp. da der Hagel wie taubeneier groß geweſen, und 1724. in der Altmark, da bei Flech
tingen, Gardel. Inſp. eine art von wollen, hruch gefallen, welcher die ohnehin niedri
liegende gegend und ganze felder uͤberſchwem
met, und an getreide, welches weggeſchmem met worden, auch an vieh groſſen ſchaden ge
ch than, und eine im holz gelegene Mühle ein
geriſſen. Ingleichen zu Bißmark ebenfall A. I720. 20 Trin. wodurch gleichwohl kein ſonderlicher ſchade verurſachet worden.
A. 1729. 26 Jun. im Kroßniſchen hei Dreno ein Plazregen wie ein Wolkenbruch gefallen, iedoch ohne Gewitter. Schaͤdlicher aber ſowohl den garten und feldfruͤchten, als dem vieh und gebauden iſt der Hagel und Waſſerguß geweſen, welcher A. 1730. am 3 Pfingſttag die gegend Rekkentin, Prizwalt. Infp. betroffen, welches ſchreklich und einem Wolkenbruch aͤhnlich geweſen. Es ſoll das jenige geweſen fein, welches am 2 Pfingſttag Berlin betroffen. Bei Gulau, Perleh. Inf. iſt das waſſer in der geſchwindigkeit ſo ange wachſen, daß, da ein Bauer Kindtaufen gegehen, die keſſel mit dem eſſen auf den dielen herum geſchwommen, die Gaͤſte aber ſich auf die tiſche begeben muͤſſen. In dem jahr 1731. hat ein eben fo ſtarker Hagel und waſſerrguß am 3 Pfingſttag Gramzow, und im Juli die Dorſſchafft Roſſau in der Altmark Oſterburg. Inſp. und einen ſtrich der gegend getroffen, und alles dergeſtalt in kurzer zeit
uͤberſchwemmet, daß die ſchafe, die auf dem
felde geweſen, zum Dorfe hinein geſchwommen. Bei Zetlingen hat der regenguß eine
rohte farbe mitgebracht, wovon die abend
ſeite des Thurms gefaͤrbet worden, von deſſen urſachen bald etwas wird erwehnet werden A. rI732. iſt am 28 Jul. und 17 Aug be heftigem Gewitter ein ſolcher Wolkenguß über Reutwen, Frankf. Inſp. und den Bruch ge
gangen, einer auch Bucholz, Priw. Il
betroffen, welches ganz uͤherſchwemmet, bie ſo man nicht retten können, in den ſtall erſauͤfet, im felde auch ſolche loͤcher ausge waſchen worden, worinn ein ſtuͤk vieh ſ
verbergen koͤnnen, und das obgedachte gr witter vom 25 Dec. 1733. hat ein gleiches mit ſich gefuͤhret. Auch das vom 15 Fehn und 3 Jul. 1734. am 10 Jul. 1735. hat dergleichen uber Straußberg, Reutwen:. A. 1736. 23 Sept. über Pinno, Felchom, Heinersdorf in der Ukermark, und A. 1737. im Sept. über Kruͤßow Angermünd. jinſp. feinen weg genommen, welches leztere wegen des grauſamen Sturms, Regens und entſeili chen Feuers und Hagels recht ſchrellich gene, ſen, und wie ein rauchdampf von der Ein aufgeſtiegen, mit heſtaͤndig herunter fl
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