Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
525
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35 Dritter: Theil, Naturneſchichte

an auf die menge der in die hoͤhe gezogenen

dunſte und feuchtigkeiten, auf die weite der gegend, da das waſſer zu hagel worden, auf den grad der kaͤlte dieſer gegend, und auf die höhe unſerer dunſtkugel. Wird dieſes alles in erfoderlicher maße angenommen: ſo wird dergleichen vorfall nicht ganz unmoglich aber doch uͤberaus ſeltſam ſein. Wann

aber angefuͤhrter Aimon meldet, daß an verſchiedenen orten unterm Hagel auch würk­

liche ſteine, und zwar von ziemlicher groͤſſe

und gewichte herunter gefallen. IV. B. III.&.

ſ. 252: ſo rechnet man ſpolches billig unter die mehrlein unerfahrner Leute; weil man auch die moͤglichkeit dieſer ſache nicht einſe­hen kann. Dann daß der wind etwa zentner

groſſe ſteine eben ſo, wie das getreide,

in die höhe führen. koͤnne, und ſolche her­niederfallen laſſe; wie aus Diodori Siculi angefuͤhrtem orte mochte wollen behauptet

werden: ſolches laͤſſet ſich ganz und gar nicht

begreifen.

XVIII. Weil auch endlich die re., gen der Luft warme und kalte jahre hervor­bringen: fo muß auch hiervon gedacht wer­den, doch wird man ſich bei den umſtaͤndli­chen beſchreibungen der Geſchichtſchreiber nicht aufhalten; nachdem doch die wuͤrkun­gen mehrentheils einerlei zuſein pflegen, ſondern nur das jahr, und wann die hitze oder duͤrre was beſonders verurſachet, dabei an­merken, und findet ſich hon dem jahr 872,

daß, da die waſſer an etlichen orten gar aus­

getroknet und das getreide verſchienen, dar­auf eine groſſe Hungersnoht gekommen, wel­che uͤberdem noch durch die Heuſchrekken ver­mehret worden. Angel. ſ. 35. Ferner die jahre 983. ſ 56. A. 988. ſ. 56. A. 994. 57. A. 999. ſ. 59. A. 1135. da waͤlder und berge von ſelbſt ſich angezuͤndet und in groſſen brand gerahten. ſ. 8x. Dergleichen ſchikſal Haftit ius auch von dem jahr 1540. erzehlet. Und iſts zwar andem, daß ſolche entzuͤndun­gen auch von verwahrloſung des feuers koͤn­nen hergekommen ſein: aber die erfahrung hat doch in dem jahr 1719. gelehret, daß die durchdringende hitze der Sonnenſtrahlen den harz an den uͤber den ſand hervorgehen­den wurzeln herausgetrieben und ſchwelend gemacht, daß gar leicht ein feuer haͤtte ent­ſtehen konnen, wann es nicht waͤre mit fand gedaͤmpfet worden. Sollten die ſo lange auf einander ſchieſſende heiſſe Sonnen.

ahlen endlich nicht eben die kraft an eine

ſ leicht brennbare materie gewinnen, welche

die durch ein brennglas geſammelte ſtrahlen

Theil der Mark. Hiſt.

der Mart Brandenburg. L Kap. Sas

auf eine nicht eben ſo brennbare materie er­halten? Weiter 1258. A. 1263. ſ. 106. und 1471. hat es von Pfingſten his auf Mar. Him­melfahrt nicht geregnet, iedennoch eine gute kornernte gegeben. A. 1472. 73. 74. ſ. 233. A. 1478. zwiſchen Pfingſten und Michaelis nicht geregnet f. 245. Ferner die jahre 1493. 1503. 1504. 1516. 1529. 1534. 1535. 1536. 1540. iedoch ein guter wein­wachs geweſen. Haftit. 1565. 1567. 1568.

A. 1589. iſt inſonderheit in der ernte 4 wo­chen lang eine ſo groſſe hitze geweſen, daß Leute davon hingefallen und todt geblieben: worauf es iedoch einen monat geregnet. Ingl. A. 1616. und 1624. iſt inſonderheit der Neumark nachtheilig geweſen, daher ein Prediger M. Joachim Moͤller veranlaſ­ſet worden, vermittelſt einer predigt die Einwohner zur aufmerkſamkeit zu bringen, welche in eben dem jahre noch zu Frankfurt

a. d. O. gedrukket worden. Ferner A. 1652. und 1655. hat es vom Marz bis 18 Mai nicht

geregnet. Von den jahren inſonderheit) 1660. 1661. und 1662. erinnere ich mich, daß fo warme und zeitige Fruͤhlinge gewe­fen, daß die Mandel und andere zeitig blů­hende bauͤme ſchon in dem Fehruario in bluͤhte geſtanden, zu ende des Maͤrz auch die Aepfel­und Birnbauͤme mehrentheils verhluͤuhet ge­habt; A. 1661. aber in 8 wochen kein re­gen geweſen, daß das getreide verſchienen,

Gerſte, Hafer und Graß aber verbrannt: wie­

wohl herr ach in dem jahr 1662. 8 Mai da­mahls Himmelfahrtstag ein ſo ſtarker Froſt eingefallen, daß das nußlaub, auch in den waͤldern das junge eichenlaub, und unter dem getreide der zeitig blühende rokken mehren­theils verfroren: wannenhero auch der preiß des getreides ſich damahlen ziemlich vergroͤſ­

ſert. Das jahr 1666. regnete es zwiſchen

Oſtern und Michaelis ſehr wenig, und war eines von den waͤrmſten jahren in dieſen und den benachbarten Laͤndern, als in welchem viel getreide verſchienen, das waſſer hin und wieder ausgetroknet, daß die Muͤhlen nicht gehen koͤnnen; ſonſt aber hat man zu Frank­furt in der Margaritenmeſſe ſchon viel reife Weintrauben gehabt, und wurden zu ende des Auguſt die Hõungariſche Pflaumen ſchon ein ­geſammelt, welche in demſelben jahre auch faſt das einzige obſt waren. Von Weihenachten 1666. bis 16 Aug 1667. hats wiederum nicht geregnet, und eine ſchlechte folge gehabt. Und das jahr 1669. iſt von Oſtern bis 7 Okt. ohne regen geweſen. Auch war vor Michae­lis die Weinleſe mehrentheils verrichtet, wie­Ll 2 wohl