Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
527
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527 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. I. Kap. 528

wohl der weinwachs damahls nicht ſonderlich gerahten. Eine gleiche beſchaffenheit hat es mit dem jahre 1678. gehabt, welches zwar keinen zeitigen Fruͤhling hatte; ſintemahl in Oſtern noch ein ſtarker ſchnee ſiel: dennoch aber faſt trukkener als das jahr 66 war, und gab daher eine zeitige auch ziemlich volle ernte. Jedoch wolte der wein ſo geſchwinde nicht anſchlagen. In dem anfange des Sep­temhers aber gab es ein paar kleine Reife, wodurch alles mit einem mahl in wenig ta­gen reife ward, alſp daß die Weinleſe guten theils gleichfalls vor Michaelis verrichtet worden, die auch zugleich ſo reich war, als in etlichen jahren nicht war geſehen worden. Die jahre 1683. und 1684. waren aber­mahl ziemlich warm, und ward A. 83. der weizen allbereit 2 tage vor Johannis Alt.

Kal. gemaͤhet. Ich erinnere mich auch all­

ſchon den 25 Jun. A. K. in der Univerſitaͤt garten, und zwar ohne zwang der glaͤſer, reife weintrauben von der ahrt gehabt zuhaben, die man fruͤhzeitige blaue Franztrauben nen­net, die ich auch, weil die weſpen ſo heftig auf fie fielen, in der Margaritenmeſſe muͤſſen ab­nemen laſſen. Das jahr 1684. war ein unfruchthares jahr am getreide, ward aber doch an andern orten, wegen der guͤte des weinwachſes geruuͤhmet: aber hier herum war weder wein, noch getreide, und nur bloß die eicheln gerahten, daher der preiß des rokkens ſich auf ı thlr. 8 bis 12 gr. des weizens auf 2 thlr. der ſcheffel erſtrelkete. Man heſpur­gete auch das folgende jahr 1685. wurde eben ſo ſtrenge verbleiben, weil der fruͤhling ziemlich trukken war: aber GOtt gab den 22 April einen ſo angenehmen warmen Re­gen, daß ſich alles erquikkete, und entſtund daher mit einemmahle eine ſo wohlfeile zeit, daß der ſcheffel rolken wieder auf 8 bis 9 gr. herunter kam.

(A. 1719. regnete es nicht vom 28 Mai bis 10 Jul. und wiederum in 3 wochen nicht, und war die hitze ſo groß, daß gras und ge­treide verdorrete, und die fluͤſſe über alle maſſe klein wurden, ſeen und kleine fluͤſſe aber gaͤnz­lich austrokneten, wie. 1709. und 1714. da es bis 28 Jul. in 10 wochen, und 1726. da es vom 1 Mai bis 30 Jun. und alſo in 9 wochen nicht geregnet. Und 1727. hat glei­ches ſchikſal gehabt, und von Pfingſten bis 12Aug. auch 1728. in 8 wochen nicht ge­regnet, und eine groſſe theurung, raupen, kaͤfer ac, erfolget: ingleichen 1734. Was dieſes bei den Fluͤſſen in anſehung deren Ein­wohner fuͤr eine folge gehabt, werden wir ſe­hen hei beſchreibung der Oder. Darauf

folgte ſonderlich 1719. ein mangel an Broht und andern dingen, daß an einigen orten die armen Leute Broht von eicheln und andern ungewöhnlichen dingen muͤſſen zubereiten.

A. 1739. war es nicht eben uͤbrig warn: in der ernte aber kam eine überaus groſſe hitze, dabei viel Menſchen, ſonderlich durch daz waſſertrinken umkommen; iedoch war in den ſandigen feldern das getreide ſo verbranm, daß mancher Bauer ſein ſommerkorn bon der ganzen hufe in einem laken mit thraͤnen nach hauſe getragen. ö.

Die jahre 1745 und 1746. ſein noch in friſchen andenken wegen des wenigen regent, der ſehr ſparſam, und zuweilen in 6 wochen gar nicht gefallen: was endlich kam, kam zu ſpat, geſtalt dann die ſommerſaat ſchon verſchienen. Hierauf iſt das waſſer in den fluͤſſen dermaſſen klein geworden, daß man wegen der Muͤhlen in verlegenheit gerahten. Weil es in 2 Sommern nicht recht durchge regnet: iſt das erdreich ſo duͤrre gemor­den, daß es 3 bis 4 fuß tief an einigen orten wie aſche, an andern ſteinhart geweſen. Ob auch wohl der Herbſt 1746. auch der Win­ter 1747. naß geweſen; und das erdreichſich ziemlich erholet: ſo hat die naͤſſe doch über einen ſpaten tief in den ſandigen gegenden nicht durchgedrungen.

Denen iſt gleich das jahr 1748, welches im fruͤhjahr wegen ſeiner durchgehends ge­maͤßigten witterung ſowohl an feld⸗ als gar­tenfruͤchten einen ganz ungemein großen fe gen verſprach, der auch in niedrigen und feuchten gegenden ſonderlich am wintergt­treide und allerhand obſt ſich gezeiget, an hoch gelegenen und ſandigen oͤrtern aber we gen mangel des regens und eingetretener dürre berſchwunden: indem die gerſte entwe­der gar nichts oder ſehr wenig eingetragen, der hafer aber an den meiſten orten die aus ſagt nicht wieder gebracht; welche hewand­nuͤß es auch hat mit den erbſen, heidelort, flachs c. welche nicht gerahten, als an den orten, wo noch ſtrichregen und gewitter hin gekommen; wy nicht dieſe noch mit hage eingefallen und die ſaat verderbet.

XIX. Dagegen hats auch nicht gefehlt an naſſen und regnichten jahren, unter welchen das jahr 820. nach Angeli anzeige Anna ſ. 34. das erſte iſt, da es ohne unterlaß ge regnet und uͤble folgen gehabt; und wird zwar von den benachbarten Laͤndern nur geſchrit­ben; iſt aber kein zweifel, daß es die Ma auch betroffen, wie es alſt die bewann, nüß mit mehrern Luftveraͤnderungen ha

Dahin gehören auch das 942, ö

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