Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
531
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zz. Druter Theil, Natutgeſchichte det Mark Brandenburg: X Kal*

den uhrheber fuͤr leichtglaͤubig, und deſſen aufmerkſamkeit für unzulaͤnglich haͤlt, um davon die wahre umſtaͤnde und beſchaffenheit

der ſache erwarten zu konnen. Das geſtaͤnd­

nuͤß der Mutter ſelbſt aber macht die ſache vollends verdaͤchtig, und die erfahrung hat endlich gelehret, daß des Müllers Knechte friſch ſchweinsbluht mit ſo genannten ſpritz­huͤchſen auf dieſes Maͤgdlein geſpritzet, wel­ches zu einfaͤltig geweſen, als daß ſie ſolches ſollte gemerket haben. S. Diff. de procl. Sangu. c. Il. S. lx. Wann aber Angelus ſ. 21. vom jahr 541. und 1.400. von 1588. 14Jun. und ſ. 437. von 1596. meldet, daß es hin und wieder in der Mittelmark, auch in der Neumark Bluht geregnet: ſo laͤſſet man die wahrheit dieſer geſchichte ihn auch berantworten: nachdem er auch ziemlich leichtglauͤbig geweſen. Jedoch da auch an­ders v dergleichen von glaubwuͤrdigen Leu­ten wahrgenommen worden: darf mans wohl eben nicht für unmoglich, den regen aber auch eben nicht für einen eigentliche Bluht­regen halten. Voſſius in ſeiner Theol. Gentil. L. III. c. XII. und andere ſchreiben es den duͤnſten zu, welche aus einem erdrei­

che in die höhe ſteigen, wo rohtſtein, nen­

nige, oder auch andere materie lieget, oder wie bon dem Hrn. Weſtphal in den Miſcell.

Lipſienſ V. B. ſ. 293. vermuhtet wird,

ſchweflichten, oͤhlichten aus den pflanzen hauͤmen, ſtauden bei der ſonnenhitze aufſtei­genden theilchen, welche durch vermiſchung mit andern duͤnſten, nnd mittelſt der Son­nenſtralen in ein rohtes waſſer oder regen verwandelt werde. Es kan auch ein ſubti­ler rohter ſtaub von dergleichen erde in die HShe ſteigen, und mit dem gewöhnlichen regen in geſtalt ſolcher tropfen wieder herunter kommen. Vendelinus und Joh. Jacobus Chifletius leiten den A. 1616. am 6 Okt. bei und in Bruͤſſel bemerkten Rohten Re­gen ebenfals her aus der natur und be­

ſchaffenheit des Erdbodens und der borher­

gegangenen Sonnenhitze. Wie dann die er­fahrung auch lehret, daß durch vermiſchung berſchiedener fäfte und begitabilien die rohte farbe herausgebracht werden kan. Eine an­dere natürliche urſache ſtehet in Peireſci le­ben L. II. ſ. 154, ſo Gaſſendus herausgege­ben, welcher Peireſcius eine gleiche begeben­heit mit fleiß unterſuchet, von ohngefehr aber durch die erfahrung auf die muhtmaſ­ſung gebracht worden, daß ſolche farbe vom geſchmeiß und unflaht gewiſſer ſommerboͤgel herruͤhre, welche einen roͤhtlichen unflaht fallen laſſen.

Und aus eben dieſen urſachen ſonderlich der duͤnſte kan auch der ſogenante Blutha­gel entſtehen, der in eben dem jahr 1675, am 6 Febr. in der Grafſchafft Ruppin bei dem Dorf Meinz ſoll gefallen fein: wie der damahlige Churfuͤrſtl. Oherhofmeiſter, Hr. von Luͤderiz hier in Berlin verſichert, der(el bigen geſehen, wie ihn der Prediger des ortz in einem glaſe geſammelt und verwahret, auch damit, wie er geſchmolßen, röͤhtlich auf den papier geſchrieben. Denn es darf nur der oben gedachte rohte regen durch eine kalte ge: gend fallen: ſo werden ſolche tropfen ſich in

der geſtalt eines rohten Hagels zeigen.

Bann auch Bluht auf baüme und Dächer A. 1553. im Junio gefallen Angel..349. und was 1642. bei Zieten unweit Soldin am 7 Jun. nach Sebaldi Bericht Breviar. ſ. 395, und Theatr. Europ. P. IV. ſ. 886. fol geſchehen fein, und noch 1730. 11 Jul. ein aus dem weſten hergebrochenes ſtarkes Gewitter zu Zetlingen Kalb. Inſp. die weſt­liche ſeite des Thurms mit Bluht oder vielmehr mit braunrohter fetter farbe beworfen, dit uͤber ein viertel jahr noch zu ſehen geweſen: ſo hat es eben die bewandtnůß.

Was die Kreuzlein betrift, welche nach Angeli und Baroni bericht fonderlich A. 1501, und 1547. den Leuten auf die Hei der gefallen, dergleichen auch Wolfius ine · mor. Tom. I.ſ. 189. von A. 640. geſchehen zu ſein erzehlet: ſo ſcheinet es zwar mehr ſchwierigkeit zu haben; weil ſelbige nicht ab lein roht, ſondern auch weiß, bluht und ie terfaͤrbig ſollen haben ausgeſehen. Ang.. 261. Allein es dürfen zu dem rohten oder hellen re­gen nur theilchen von verſchiedenen ſtal ent­weder in der Luft, oder auf den kleidern, oder nur ſolche dunſte kommen, aus deren vermiſchung die erfahrung lehret, daß dieſe oder jene farbe entſtehet: fo wird man an der möglichkeit der ſache nicht mehr zweifeln. Die faden zge des gewandes aber, wor uf die feuchtigkeit gefallen und zerfloſſen, haben zu einer figur, die kreuzfoͤrmig iſt, hin un wieder gar leicht anlaß gegeben: wo ni die kreuzgeſtalt eine probe einer andachtigen leichtglanbigkeit, inſonderheit unſers Angeli

iſt; welches ſonderlich daher abzunemen,

weil ſolche Kreuzlein ſo gar an den in kiſten und kaſten eingeſchloſſenen leinen ſollen wahrgenommen worden, und nach Baronii er­zehlung viel wunderbares damit vorgegangen fein, ad A. 1501. n. 23. als welche ſache au

naturlichen gruͤnden ſich nicht erklaͤhren liſſet Warum man aber hier wunderwerk machen

ſolle, findet ſich keine urſach, als bon welchen / ſach, getan,

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