Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
565
Einzelbild herunterladen

565 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. II gay. 56s

menge geweſen, daß man ſie nicht allein mit koͤſchern aus dem Strohm fangen, ſonbern auch mit haͤnden greifen koͤnnen, daß auch

der maderitze oder ſak des netzes geblieben,

welches in der kaͤlte wieder eingefroren daß man fie nicht hätte heraus bringen können, und hätten daher alle erfrieren und umkom­men muͤſſen. Als aber im Srühling das waſſer aufgethauet, hätten fo viel graͤten bon den verweſeten Jiſchen dagelegen, daß es wunder anzuſehen geweſen, und zwar von allerlei Fi­ſchen, Zehrten, Braſſen, Karpen, Hechten, Barſchen, Ploͤtzen, Gaͤſen und Bleien. Dergleichen jahr auch zu unſern zeiten das jahr 1693. geweſen, in welchem zwar das Getreide wegen der groſſen duͤrre ſchlecht ge­rahten, der Fiſchfang hergegen ſo reich und uͤberfluͤßig geweſen, daß die haufig gefangene Hechte nicht gnugſam koͤnnen verfuͤhret wer­den, und iſt eine tonne eingeſalzener Hechte noch unter 2 thlr. verkauft, dergleichen nicht vorhin erhoöͤret worden, ungeachtet vor dem auch reiche Fiſchjahre geweſen. Wiederum iſt das jahr 1701. nicht allein ein gutes Ge­treidejahr, ſondern auch ein reiches Fiſchjahr geweſen: indem im herbſt dieſes jahres eine ganze tonne eingeſalzener Hechte vor 2 thlr. koͤnnen verkaufet werden; der uͤhergroße fe: gen der Krebſe auch iſt ſo reich geweſen, daß man vor 6 pfennige 2 oder 3 ſchok kaufen konnen, und fein viel hundert tauſend ſchok bon Freienwalde nach Berlin und ſonſten gefuͤhret worden. Welchergeſtalt dann die gemeine ſage, daß ein reiches Getreide­jahr kein gutes Fiſchjahr, und wieder­um ein gutes Fiſchjahr, kein gutes Getreide: jahr waͤre, dieſesmal nicht eingetroffen. Hergegen iſt A. 1695. ein naſſer und kalter ſommer, und was die Fiſcherei anhelanget ein ſo ungewoͤhnlicher zuſtand derſelben gewe­ſen, daß die Fiſcher hoͤchlich betheuert, daß fie dergleichen zeit nie erlebet hatten: indem da fünften jede ahrt Fiſche ihre gewiſſe leich­zeit hat, ſich doch dieſes jahr alles anders gefunden, und die Bleie, Schleien, Ka­rauſchen und andere gattungen ihren ſamen und leichung faſt bis an Michaelis bei ſich behalten, und nicht wie ſonſten zu gewoͤhn­lichen zeiten die Natur es ihnen gelehret, von ſich laſſen koͤnnen. Auch hat ſich A. 1698. der Jiſchgang dermaſſen verlohren, daß nur wen ig Ziſche gefangen worden, welches ohne zweifel von der oftmahligen ergieſſung der (Oder und andere Säle hergekomen. Wel­ches auch nach dem jahr 1736. bemerket wor­den, da die groſſe waſſerfluht zwar eine groſſe menge Ziſche mitgebracht, aber auch die an. getroffene Fiſchereien gewaltig geſtoͤhret und uhrauchbar gemacht. A. 1715. iftfonder­ich von Hechten bei Wriezen eine fo groſſe

eine tonne Salzhecht, ſo ſonſt ro. bis Rthlr. gekoſtet, ebenfals um 2 Nthlr. ver­kaufet worden. Das 1740. jahr und groſſe winter hergegen iſt der Fiſcherei ebenfals hoͤchſt ſchaͤdlich geweſen; well die meiſte Fiſche in den Seen und Fluſſen theils erſtikket, theils erfroren, und man an einigen orten gar in ſorgen geſtanden, es wurde dieſer ſegen ganz aufhören, oder wenigſtens ſehr gemindert bleiben; welches ſich jedoch geandert und die Fiſcherei nicht allein zur vorigen güte wieder gelanget, ſondern an einigen orten auch noch reicher geworden. Im folgenden! 741. jahr ſein in allen nahe an der Milde und Bieſe ge­legenen elſenbruͤchern, und den darin befind­lichen grabens und pfuͤtzen hei Mohrin, Brei­tenfelde, Jeggau ꝛe.; ingleichen bei Falken­rade, Potſt. Inſp. und an anderem orten im fruͤhjahr und gegen die ernte eine ganz er: ſtaunliche menge bon Fiſchen, ſonderlich Hechten, und wo das waſſer ausgetroknet, tod gefunden worden, welches nach auſſage der Fiſcher daher gekommen, daß das leich der verfrorenen und nachmahlts verfaulten Fi­ſche im ſommer durch die waͤrme lebendig wor­den, und mit dem austretenden waſſer im herbſt in die bruͤcher gekommen. Woraus dann ferner erhellet, daß das leich der verfror, nen Fiſche nicht ehen allenthalben umgekom­men, und dieſes allem anſehen nach die gewaͤſſer; wieder beſetzet habe, die nachund nach wieder zu kraͤten, und in ihre ordnung gekommen. An einigen orten haben ſich einige ganze arten bon Fiſchen verlohren, oder ſein geringer gewor­

den, als in der Jetze bei Salzwedel der Aland­

ſiſch; um Havelberg in den oberhalb gelegenen Seen, durch welche die Habel gehet, und in dem großen Grimnitz die Zander; in bielen teichen hin und wieder die giebeln ſonderlich bei Zede­nil, da fünf bor 30. 40 jahren alles gewimmelt; in der Eilank bei Reppen ſeit. 1740. die Fo­rellen. Einige bleiben bisweilen ein oder mehr jahre aus, ſtellen ſich aber wieder ein, wie der Aland in der Saare, auch die Stinte, kann alſo

auch fein, daß obige ietziger zeit ſich wieder ein­

gefunden. III. Sein fie auch ſehr berſchieden an) Geſchmal, und die Flußfiſche überhaupt beſſer als die Seefiſche, und die Spree⸗ Habel⸗ und Wartefiſche, und die aus der Doſſe und Eilank, Saare viel ſchmakhafter als die aus der Elbe und Oder. In der Ukermark die in der Ufer beſſer als die in dem Blindow, dergleichen unterſcheid auch hin und wieder bei den Sten ſich befindet, Und endlich IV. fein fie auch an farbe