Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
777
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ins roͤhtliche faͤllt, ganz weiße wie thaler groſſe flelke gehabt. Ein weiſſes Thier hat ſich vor wenig jahren im Oranienhurgiſchen revier ſehen laſſen...

In der Drewitziſchen Heide hat ſich ehe­dem ein Hirſch mit einer ganz weiſſen blaͤſſe gefunden, die bis an das geweihe hinaufge­gangen; das geweihe aber hat 14 enden gehabt: auch im jahr 1711. ein Thier, wel­chem die unterſte enden hei dem kopf, bis vors maul herunter gegangen und im freſſen gehindert, daß es beim freſſen den kopf ganz ſchief halten muͤſſen. Im jahr 1704. nach der brunſtzeit hat ſich eben daſelbſt ein

Hirſch ſehen, auch ganz nahe angehen laſ­

ſen, deſſen geweihen oder ſtangen oben in der krone Fund und hohl, als ein napf geweſen, daß ohngefauͤhr ein quart hineingegangen. Bei Staffelde hat man einſt zwei Hirſche tod gefunden, welche ſich mit den geweihen ſo in einander verwiklkelt gehabt, daß fie ohne zer­ſchlagen zuwerden nicht haben koͤnnen aus­

einander gebracht werden. Dieſe ſein nach

Berlin geſchikt, und anfangs auf dem altan beim Schloſſe, nachgehends auf der Koͤnigl. Kunſtkammer aufgeſtellet worden. Im jahr 1711. nach der brunſtzeit hat ein Hirſch in der Drewitziſchen heide zwei ſtangen nur ei­ner viertelelle lang, aber 4 fauſt dikke gehabt, und zwar ohne enden. Da der Hirſch die

ſtangen abgeworfen, ſein ſie ganz hohl gewe­

ſen. Zu Karzig in der Neumark hat ein Hirſch 3 ſtangen, 2 auf der rechten ſeite mit 12 enden, und eine auf der linken ſeite mit 4 enden gehabt. Ob man deſſen wohl nach­mittags um 4 uhr in der brunſtzeit gewahr worden: ſo iſt er doch des morgens fruͤh ſchon bei Drewiz durch die Oder gegangen, und einen weg von 6 meilen in der zeit gethan; iſt aber ſeinem tod entgegen geeilet. Dann nach­dem es Sr. K. M. Friedrich berichtet worden: haben Sie Sich dahin erhoben und den Hirſch erleget mit groſſem vergnuͤgen, welcher durch feine eilfertigkeit S. K. M. die 6 meilen er; ſpahret hatte.

Nicht weit von eben dem ort, der Gaaz­wieſe, hat damahls vor 40 jahren der Fuͤrſt von Anhalt Joh. George einen ſolchen Hirsch von 4ſtangen geſchoſſen, welcher auch auf einer tafel abgemahlet und daſelbſt aufgeſet­det worden: wiewohl ietziger zeit weder vom gemaͤhlde, noch von der dabei geſezten ſchrift­lichen nachricht das geringſte mehr zuſehen. In der Drewitziſchen Heide hat ſonſt auch eine

afel geſtanden mit einem Hirſch von 24 en­den, deſſen ſtangen a fuß dite geweſen, und

Ill. Theil der Mart. Ziſt.

777 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. IL Kap. 778

welchen eine Churfuͤrſtin, vermuhtlich Dos rothea, erleget.

Billig muß hier auch des groſſen Hirſches gedacht werden, welchen S. K. M. Friedrich Wilhelm glorw. andenkens in dem Pot­ſtammiſchen Thiergarten geheget, der wegen feiner anſehnlichen groͤſſe der Groſſe Hans genennet worden, und an dem geweihe, ſo derſelbe am erſten abgeworfen, 48 enden ge­habt: wie dann überhaupt die Hirſche von 20 bis 26 enden nicht eben was ungewoͤhnli­ches bor A. 1740, geweſen. Das iſt aber ohne zweifel der groͤſſeſte Hirſch geweſen, wel­cher auf dem Koͤnigl. Schloſſe hier in Ber­lin in einer gallerie abgemahlet iſt, und fol­gende beiſchrift fuͤhret:

Anno 1639. den 9 Sept. hat der Durchl. Hochgebohrne Fuͤrſt und Herr, Herr Ge­orge Wilhelm, Markgraf zu Brandenburg, des Heil. Roͤmiſchen Reichs Erzkaͤmmerer und Churfuͤrſt, in Preuſſen, zu Juͤlich, Kleve, Bergen, Stettin, Pommern Herz zog, in beiſein ders Churfuͤrſtl. Durchl. Ge­mahlin, wie auch Ihro Fuͤrſtl. Durchl. Churprinz, einen ſolchen Hirſch, an 16 eu: den auf der Roͤmileſchen Heide uͤber der lan­gen Bruͤkken, hei dem Salz, im Schluft­jagen geſchoſſen. Hat gewogen 6 Centner und 85 pfund, und iſt auf dem Zimmer feiſt geweſen, als dis maaß.(das maaß iſt ohn­gefaͤhr z zoll lang.) 1.

2. Rehe trift man ebenfalls in gedachten Heiden, wiewohl nicht zu allen zeiten, in groſſer menge an. Dieſes lekkere wildpret hat unter Menſchen und Thieren viel Liebha­ber, und iſt den nachſtellungen am meiſten unterworfen. Sonderlich ſein die groſſe raubvoͤgel, Steinadler und Habichte ſehr hinter ihnen her, und ſetzen ſich, wann ſie ihnen zuſtark ſein, mit den eingeſchlagenen klauen feſte, bis fie etwa an einen baum ge­

bracht werden, da ſie die eine klaue in den

baum ſchlagen, mit der andern das Thier­chen halten bis es mat wird, und ſeinem rauͤber ſich ergehen muß. Weil fie bei ſo ge­ſtalten ſachen auch oftmahls zur unzeit geſchoſſen, und beinoͤhtig werden: fo hat ihrer auch hinwiederum geſchonet wer­den muͤſſen, und ſein deswegen A. 1680. und 81. ingleichen A. 1693. 15 Jun. A. 1713 13 Maͤrz, auch noch in der A. 1720. 20 Mai gemein gemachten Holzordnung befehle er­gangen, welche in dem Corp. Conſt. II. Band, IV. Th. 1. Abth. Il. Kap. der länge nach koͤnnen geleſen werden. Der lezte groſſe winter hat ſonderlich dieſes Wild ſehr dünne gemacht, welches ſich iedoch, dafern ihm Ddd. einige