779 Dritter. Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. Il. Kap. Ig
einige ruhe gegoͤnnet wird, gar bald wieder erholet. daß in der Altmark in dem Salzwedeliſchen Statgehoͤlze, auch in dem Dambelſchen und Maxdorfiſchen Gehoͤlze, ſich auch Schwarze Rehe ſehen laſſen. Dergleichen auch im ahr 1712. in der Drewitziſchen
Heide in der Neum. beſindlich geweſen. Sonſt
werden auf der Koͤnigl. Kunſtkammer zwei in einander verworrene Rehhokshoͤrner ge zeiget von zweien Rehehoͤkken, welche in der brunſt mit einander gekaͤmpfet: wie dann auch daſelbſt ein Horn vorhanden, welches einem Rehe vor der ſtirne geſeſſen..
3. Dannwildpret hat Churf. Friedrich Wilhelm aus fremden Landen herhringen, und in die thiergarten bei Berlin, Potſtam und Oranienburg ſetzen laſſen; von wannen
fie aber durch die beſchaͤdigte zaune ins freie
feld gegangen. Und weil ſie ſich allda beſſer, als in einem gehege vermehret: ſo ſein auch die übrige ins freie feld gelaſſen, dabei aber. unterm dato Potſtam 1703. 129 Ft. vermoͤge Koͤnigl. Verordnung anbefohlen worden, daß ihrer durchgehends, auch von denen, ſo mit der hohen jagt belehnet wären, ſollte geſchonet werden. A. 1747. ſein
ſchwarze Engliſche Dannhirſche hergebracht, und in unſere Heiden geſetzet worden, derglei
chen man hieſiger ohrten nicht leicht geſehen.
4. Wildeſchweine ſein, wie ſchon gedacht, in den meiſten Heiden, und, wie die Hirſche, vor A. 1740. in ziemlicher menge geweſen, die auch ehen wie dieſe von den
feldern abgehalten werden muͤſſen: und fin
det ſich wohl eher, daß auf einer jagt uͤber 200 ſtuͤk erleget und gefaͤllet worden; wie
dann in berſchiedenen A. 1728. vom 29 Dec.
bis 11 Jan. 1729. allein in der Mittelmark gehaltenen jagten 170. ſtuͤk, und im jahr 1730. vom 8 Nobemb. bis 22 Dec an die 1930 ſtuͤ gehetzet worden, unter welchen ſtuͤk geweſen, die 600 his 617 pfund gewogen. Ihr vornemſter ſtand if ſonſt in der Altmark in der Lezlingiſchen und Gardelegiſchen; in der Mittelmark in der Koöͤpenik
ſchen, Grimnitzſchen, Liebenwaldiſchen, Schoͤnbekſchen; in der Neumark in der Maſ
ſinſchen und Garziſchen, Neumuͤhlſchen, Beerwald⸗ und Staffeldiſchen Heide. In dem Maßinſchen pflegen ſich viel punte Wildeſchweine aufzuhalten, welches man der vermiſchung mit zahmen zuſchreibet. Wie dann auch in der gegend Glinike Berl. Inſp. ſich ehedem eins ſehen laſſen, welches einen breiten weißen ſtreif über dem ruͤken gehabt, wie ein ſattel geſtaltet. Nach dem groſſen
Was beſonderes von Rehen if,
winter haben fie ſehr gelitten: da iht che
geſchonet wird, erholen fir ſich hald wieder
z. An Haſen fehlet es wohl nirgendz:
dennoch wird geſagt, daß die gegend um Wu
ſterhauſen im Wendiſchen wegen des Dielen daſelbſt befindlichen geſtraüches bor andern eine groſſe menge derſelben hege; wie ihrer dann auch allda geſchonet worden, weil Ge.
Köoͤnigl. Maj Friedrich Wilhelm gewöhnt
cher maßen im herbſt ſich daſelbſt mit der jagt pflegen zubeluſtigen, zum theil auch für dieſes Wildpret das daſige gehege anles gen laſſen. In ſonderlicher anzahl finden fie ſich auch um Muͤlroſe in dem Amte Bie, gen wegen der ſchoͤnen Kohlgaͤrten, deren hier eine groſſe menge und in denſelhen die lekkerhißlein dieſes Wilds vorhanden. Sonſt iſt derjenige Haaſe merkwürdig, welchen An. 1595. im Febr. Graf Martin von Honſtein gefangen, und welcher zwei hoͤrner auf dem kopf gehabt. Oh dieſes eine gewiſſe ahrt(ei, weil einſt ein Graf von Noſtitz aus Bömen ein dergleichen horn mit 4 zakken auf das Koͤnigl. Naturalienkabinet geſchenket, welches ebenfalls einem Hafen vor dem Kopfe ge ſeſſen, oder ob es ſonſt ein luſus naturae oder
deren uͤbertrieb ſei, uͤberlaͤſſt man den Natut
forſchern und Jagtberſtaͤndigen. Uhrigens iſt A. 1619. 27 Jul. ein weißer Haaſe bei Schoͤnfeld gefangen und anher nach Berlin gehracht worden. Die urſache, wo einige Naturkuͤndige dieſe weiße haare herholen, duͤrfte in dieſen gegenden wohl nicht ſtat haben: und iſt alſo zubermuhten, daß er aus
Liefland oder der gegend hergekommen, wo
ſelbſt bekanntlich weiße Haaſen nicht ſeltſam ſein..
6. Kaninchen werden auf dem Bauer werde zwiſchen Spandau und Potſtam gegen dem Dorfe Kladow für die Königl. Hof
ſtat geheget: und in der gegend Freienwalde
iſt ebenfalls eine anſehnliche menge zut zucht hingeſetzet und unterm dato Kölln os.
14 Febr. die herordnung ergangen, daß ihrer
nebſt den Hafen, Rebhuͤnern, Enten und und Schneppen ſollte geſchonet werden. IV. Um nun die luſtharkeit mit dem 10 gen des bisher angeführten Wildes deſto 2 quemer genieſſen, und die jagten ſelbſt x füglicher veranſtalten zuköͤnnen, ſo, die Durchl. Landesregenten von ieher gen, hierzu gelegene oͤrter auserſehen, und an ſel. gen Jagtſchloſſer oder Jagtha ſer aut en laſſen, auf welchen fie ſich zu den zum jag am bequemſten zeiten, ſonderlich im herh und winter einige wochen oder tage oft ö. der ganzen Hofſtat aufgehalten; 33
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