Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
781
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gr: Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. Ill. Kap. 782

Jagt⸗ und Forſthauͤſer zugeſchweigen, auf weiche die Jagt⸗ und Forſtbedienten ihren aufenthalt, und über die Forſt⸗ und Wild­hahnen die aufſicht haben.;

Ohne zweifel iſt in der Altmark wohl das.

lteſte zuſuchen: weil dieſes die erſte anlage 9 ö e, und die Regenten vom Anhaltiſchen Geſchlecht, auch die vorherge­hende ſowohl, als die folgende Landesherren luſt zur jagt gehabt; dieſer gegend es auch an ſchoͤnen Wadbahnen gar nicht fehlet. Die Hirſchberge unweit Scharnebek haben dieſen namen wohl nicht erſt in neuerlicher

zeit bekommen, und das Jagtſchloß Lezlin­

gen mag von Churfuͤrſt Joachim ll A. 560. nicht ſowohl von neuem erbauet, als aus den alten uͤberbleibſeln, oder an eines andern ſtelle wieder ſein aufgefuͤhret worden. Die­ſes aber hat nachgehends mehrmahlen zu be­traͤchtlichen jagten der Landesherrſchafft eis nen angenehmen aufenthalt gegeben: auſſer welchen auch an anderen orten, als zu Borg­ſtall, Wahlpfuhl, Weißewarte, Geve­nitz, Abbendorf, Bohldau, Ziezau, Schnekkersberg und Born Sagt und Forſt­hauͤſer angeleget worden. Sonſt ſein die Große Mehe bei Neuendorf, und die ſoge­nannte Kalbiſche Werder bei Kalbe, inglei­chen Wernſtaͤt, Neuendorf vorm Damm und Karrit den Jagthedienten wegen der daſelbſt gehaltenen Jagten und aufenthalt des Wilds auch nicht unbekannt. In der Mittelmark fein hon Jagtſchloͤſſern bekannt: Koͤpenik, Grünewald, Grim­nitz, Schoͤnebek, Neuhaus, Golze, Wollup, Fuͤrſtenwalde, Schoͤnerlinde, Mullenbek und in neuerlichen zeiten Wu­ſterhauſen im Wendiſchen: unter welchen Grimnitz und Koͤpenik ohnſtreitig die aͤlte­ſte ſein, als deren in den alten nachrichten der Anhaltiſchen und Baieriſchen Herren oͤfters meldung geſchicht, weil fie ſich ſonder­lich in Grimnitz mehrmahlen aufgehalten, und mit der jagt ſich beluſtiget, dannenhero auch perſchiedene gnadenhriefe gegeben ſein abud Werbelinum, welches der See iſt, ſo nicht weit von dieſem Jagtſchloß gelegen iſt; dergleichen in dem verfolg dieſes werks ver­ſchiedene vorkommen werden. Woraus denn auch zugleich zuſchlieſſen, daß das alte Jagtſchloß Grimnitz bon eben dieſen Anhal­tiſchen Markgrafen ſeie erbauet worden, wel: ches nun bei geraumer zeit ſchon eingegangen. Welchergeſtalt bei ſolcher gelegenheit Churfürft Joach. II. mit feiner Gemahlin Hedwig ingleichen Churf. Georg Wilhelm auf dieſem Schloß Grimniß in leben gefah Ill Theil der Mark, viſt..

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gerahten, ſolches wird an feinem ort mit ges hörigen umſtaͤnden angefůhret werden. Sonſt

wird hier auch erzehlet, daß, als einſt eine Schweinejagt ſollen gehalten werden, und

3 tage vorher der damahlige Heidereuter, namens Baͤrens die Schweine zu koͤrnen und zubeohachten ſich auf dem boden begeben, den der Churfuͤrſt ſtellen laſſen, dieſer nach 12

uhr des nachts eine ſtimme gehoͤret aus ei­

nem nahe bei gelegenen Bruche, welche ge­fraget: Iſt der Stumpfſchwanz das und auch geantwortet: der folk dem Heidereu­ter Baͤrens das Leben nemen. Welche ſtimme er die folgende nacht wieder gehoͤret, und dem Churfuͤrſten erzehlet, dabei aber bermuhtet habe, daß es Hofbedienten waͤren, welche ihn ſuchten furchtſam zumachen. Der Churfuͤrſt aber habe ihm befohlen niemanden etwas zuſagen, auch die folgende nacht zu hauſe zubleiben, und des Churfuͤrſten Buͤch­ſenſpaͤnner habe auf gedachtem boden ſitzen und koͤrnen muͤſſen, welcher eben die ſtimme gehöͤret. Da nun die folgende nacht der bo­den zugemacht, und die jagt des folgenden tages gehalten worden: habe der Heidereu­ter muͤſſen zu hauſe bleiben; ſei aber nach geendigter jagt doch hingeritten, und wuͤrk­lich eines Stumpfſchwanzes unter den getoͤd⸗· teten Sauen gewahr worden, und da ſolcher

aufgeladen, hinzugegangen und geſagt: du

ſollſt mir das leben nemen, und hiſt eher todt als ich? inzwiſchen hinzugetreten um das Schwein ſo lange zuhalten, bis die Bauern die andere leiter vom wagen vurgeſchoben,

daß es nicht herunter fallen ſollte; binnen

welcher zeit aber des Schweins oder Stumpf­ſchwanzes kopf herunter gefallen, und dem Heidereuter mit dem gewehr den leib aufge­ſchlagen, woran er auch bald geſtorben. Man weiß bon dieſer hegebenheit weder zeit noch andere umſtaͤnde anzugeben, und beruft ſich lediglich auf die tradition und auf einen mit ſteinen rund herum beſezten platz welcher his

dieſe ſtunde Baͤrens kirchhof genennet werde;

weshalb dann die ſache ſelbſt, was die ahrt des todes betrifft, wohl ihre richtigkeit has ben, die ſtimme aber wohl erdichtet fein mag. Dieſem iſt nicht ungleich, was der Hr. von Seidel in einem hinterlaſſenen Me qe prodigiis aufgezeichnet, daß Churf. Joach. IJ. in der Heide hei Köpenik, oder wie Haft­tius beim jahr 1533. erzehlet, Joachim I. in der Heide bei Liebenwalde, mit einem wil­den Keuler in gefahr gerahten, welchem, da er ihn fangen wollen, feuer aus dem halſe gefahren und den ſchaft vom fangeiſen abge­Ja.. Churfuͤrſt aber dadurch ins hloſ­2

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