Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
783
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2783 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. Ill. Kap..

ſe geſtellet, iedoch von feinen Bedienten ge­rettet worden. Welcher vorfall ebenfalls, was die gefahr des Chf. betrift, ſeine rich­

tigkeit haben, das feuerwunder aber von ei­

nem luſtigen kopfe hinzugeſetzet ſein mag. Von dieſer begebenheit hat man vorgegeben, daß ſie in einer tapete auf dem Schloſſe zu Köͤpenik eingewuͤrket und abgebildet ſtehe. Allein dieſe tapete ſtellet kein Schwein, ſon­dern einen gefluͤgelten im waſſer ſtehenden Hirſch, und ohnweit auf dem Lande eine Iniend betende Perſon vor, welches der Chur­fuͤrſt fein ſoll, der 1570. auf dem kopfe ei­nes Hirſches etliche mahl ein crucifix ſoll wahrgenommen haben, und bald hernach ge: ſtorben ſein. Der Hirſch ſoll nach der zeit iich nicht wieder haben ſehen laſſen, wie Hat titius meldet. Da auch Haftitius eines ſehr groſſen Hirſches gedenket bei dem jahr 1570, welcher ſich ſonderlich bei Koͤpenik ſehen laſ­fen, und nicht habe koͤnnen geſchoſſen wer­den: ſo mag die vorſtellung in der tapete darauf auch wohl gemeinet ſein. Das iſt aber bollens unerfindlich, wann die von Joh. Melanchthon von dem Markgr. Hugo in deſ­fen bom Reineccio herausgegebenen lebens­lauf erzehlete fabel, wie er auf einer jagt ſich verirret, und von der ihm erſchienenen Jungfrau Maria bekehret worden, hierher in die Koͤpenikſche Heide, und gar auf die ta­pete gehracht wird. Was aher von der ge­fahr mit einem Schweine ohen erzehlet wor­den, findet eine aͤhnlichkeit mit dem, was in den nachrichten des geſchlechts der von Wedel erzehlet wird, daß einer von Wedel ein Wildes Schwein über einem Markgrafen, der nach verfehltem fang in gleiche gefahr ge­rahten, und ſich auf die Erde niedergewor­fen, erſchoſſen, und zur erkenntlichkeit für dieſe errettung das Franciscaner oder Graue­muͤnchenkloſter zu Dramburg erhalten; wie in den Dramburgiſchen Geſchichten 5. IV. wird angemerker werden. vergleichen, was in der Anhalt. Hiſt. II. Th. I. Kap. XIX. 5. von Fuͤrſt Joh. Kaſimir er­zehlet wird, der in gleicher gefahr geweſen, und gerettet worden. Sonſt fehlet es bei Koͤpenik auch nicht an abendtheuerlichen erzeh­lungen von vorigen zeiten, daß(ich an gewiſ­ſen orten, ſunderlich bei nacht, ein getoͤſe von Jagthoͤrnern und gebelle hon Hunden hören laſſe: und die benennung hom Teufelsſee hier und da ſcheint ihren urſprung auch wohl von dergleichen maͤhrlein bekommen zuhaben. . In der Neumark trift man Jagtſchloͤßer an zu Maßin, Garz, kleinen Sabin, woſelbſt S. K. M. Friedrich l wann Selbige nach

Womit dann zu

Preuſſen gegangen, oſtmahl pflegen ei

kehren; ingleichen. Dorf Regentin im Schiefelbeiniſchen ran welches Markgr. Johannes von denen bun Wedel erkaufet; zu Neumuͤhl in dem Amt Quartſchen, Litzegerile unter dem Amt zh, den, Wurten berg unter dem Amt Neuen, damm. Auch finden ſich hei Altenfiez

Friedeb. Inſp. noch uͤberbleibſel von ei FJůrſtl. Jagthauſe einem

V. Wie in vorigen zeiten und noch unter Friedrichs des J. glorw. regierung ſonderli das groſſe Hirſch⸗ und Feiſtjagen gebraüch lich geweſen, und in einem jagen Sfters etliche 100 ſtuͤk gefaͤllet worden: alſo ſein bei Org nienburg 2 Thiergarten, der groſſe und der kleine Thiergarten, und zwar der groſſe

ſchon A. 1688. angeleget worden. Er hielt

eine meile im umfang, und iſt mit einem ho­hen zaun bon Eichenplanken umgehen, und mit 2 thorwegen zum Durchgang berſehen, mitten durch auch 2 alleen, die Gruͤneher­giſche und Naſſenheidiſche geſchlagen, in le terer auch ein Luſthaus mit einer runden op: pel gebauet worden, worin S. K. M. ſich mehrmahlen beluſtiget, und darin geſpeiſet, das aber nun beinahe eingegangen. An der ſeite dieſes Thiergartens nach der Stat zu iſt vom ſogenannten Gehör, einer aus lau­ter wieſewachs heſtehenden ebene, ein theil mit eingezauͤnet geweſen, in welches das wild auszutreten und zu aͤſen gewohnt geweſen, und mit vergnuͤgen haufenweiſe hat kunnen geſehen werden: geſtalt dann bei 1100 ſtůt irſche und eben ſobiel Dannwildpret, auch ehe in dieſem garten geweſen, die auch auf dem ſogenannten Kahlenberg drei Scheinen mit raufen zum aͤſen und ſo bie Salzlekken gehabt. Der kleine Thiergagt. ten iſt A. 1703. verfertiget, und einige fu zames Dannwildpret, ein hunter roher Hirſch mit weiſſen flekken und ro enden, auhh verſchiedene zahme Rehe hineingeſetzet, und in der mitte eine eremitage oder Einſiedler­hauͤsgen bon lauter holz erbauet worden darin ein Behtlaͤmmerchen, und bor demſeh ben ein Glöͤkchen geweſen, ſowohl zur an. dacht, als zur futterung des Wilds zulaüten Dieſes Hauͤsgen hat der ehmahlige Dohm, probſt, Hr. von Bredow zu Hoppenrade*

fich gebracht, und bei feinem@uht SO

en an einem erhabenen ort wieder. ten laſen, das Glöͤllein aber iſt hach e. Kreuzbruch gekommen und wird zum Go

tesdienſt gebrauchet. Auch haben S K. M.

Friedrich J. den Potſtammiſchen Wen,