Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
785
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einem Thiergarten umzaunen laſſen; an def fen ſtelle aer S. K. M. Friedrich Wilhelm, welche die Parforce jagten liebten, bei Pot: ſtam und Wuſterhauſen zwei heſondere Thier­garten A. 1726. nur fuͤr Rohtes Wild ange­leget, die daherum gelegene Dorfſchafften und gefilde umzauͤnet und eingeſchloſſen, durch die Bruͤcher, Heiden und Gebuͤſche ſelbſt aber hin und wieder Alleen und Jagtbah­nen durchhauen laſſen, und zu ſothaner/ jagt wegſam gemacht: und dieſes zwar alſo, daß in dem einen die vornemſte Alleen, 16 an der zahl, auf einen ort, eine gute halhe mei­le dieſſeits Potſtam zuſammen laufen und ſich durchſchneiden, welches dem ort ein ſehr ſchoͤnes anſehen macht, und der Groſſe Stern genennet wird; auch der ort gewe­fen, von welchem aus die jagten veranſtal­tet worden, und wo S. K. M. ſich pflegen aufzuhalten. Zudem ende haben dieſelbe allda drei Hauͤſer nach Hollaͤndiſcher bauahrt von holz, und zwar durch einen Grenadier bon dero Leihregiment aufrichten laſſen. In deren einem haben S. K. M. dero aufent­halt gehabt: in dem andern haben ſie geſpei­ſet; in dem dritten, welches zwar klein, aber doch von 12 gemaͤchern geweſen, hat das ganze gefolge ſich einquartiret. Auf einem von dieſen Hauͤſern iſt ohen die Fabel vom Actaeon abgebildet mit folgender auf­ſchriſt:

Laet geen oog te wyt heen ſchyten,

Want het kan tot quaad gedien,

Dat gy niet en moogt genieten,

En behoeft gy niet de Zien.

In dem Speiſegemach ſein die geweihe angeheftet, welche der obgedachte Groſſe Hans abgeworfen. Beide dieſe Thiergar­ten aber ſein nach 1740. allgemach wieder eingegangen.| VL Weil ſich auch oftmahls unbefugte Schuͤtzen gefunden, die ſonderlich junge Wild­kaͤber, Rehe, Schweine, erleget, auch

wohl in den weg gekommene Menſchen be­

raubet und ermordet: ſo ſein wieder ſolche harte verordunngen ergangen, nach deren maßgehung die Wilddiebe mit dem galgen, die aber zugleich ſtraſſenraub und mord be­gangen, als Straſſenrauͤber mit dem rad ge­ſtrafet werden ſollen: dergleichen Churfuͤrſt Johan George unterm dato Koͤlln a. d. S. Quaſimodog. 1574. und Kuͤſtrin 6 Marz 1582; ergehen laſſen, Corp. Gonſt. II. Th. Ill. Abth. IL Kap. n. 110. und II. Th. Ill. Abth. n. 4. ſ. 7. it. 1669. ſ. 555. Sonderlich ha­ben die Wilddiebe in der Schoͤnbekkiſchen, Zedenit. und Grimniziſchen Heide übel. ge­

785 Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. Ill Kap. 786

hauſet, und wohl nur die haut den geſchoſſe­nen Hirſchen abgezogen, das wildpret aber den woͤlfen liegen laſſen, oder vergraben, oder ins waſſer geſenkt, welchem entgegen dann 1672. 15 Noh. eine neue verordnung ergan­gen, welche c.. n. 17. ſ. 559. zu leſen: it. ſ. 566. da dieſe wiederholet worden. So iſt auch wieder das unhefugte jagen uͤberhaupt von Chf. Joh. Sigismund A. 160. verordnet worden, daß ein ſolcher unbefug­ter ſchuͤtze für einen Hirſch soo. rthl. für ein ſtüͤk Wild 4oorthl. für ein Wild kalb 200 rthl. Rehe 100 rthl. Hauendesſchwein 200 rthlr. für eine Lehne 200rthl. Froͤſch­ling 100ͤthl. Luchs 100rthl. Wolf Forthl. Fuchs z0rthl. Hafen: 50 rthl. Marder 50 rthl. Otter r0rthl. Tachs 10 rthl. ſtrafe er­legen ſollte. Vergleiche die Holzordnung von 1622. n. 13. und 30. c.. IV. Th. 1. Abth. Il. Kap. n. 6. ſ. 523, und n.9. ſ. 53 8. 547. XXV. uber Wilde reißende Thiere hat man ſich jetziger zeit in der Mark we­nig mehr zubeſchweren: oh wohl vor ural­ten zeiten nach J Caeſaris im vorigen 5. angeführten zeugnuͤß es an Auerochſen, Elendthieren, Baͤren, und Wölfen, nicht wird gemangelt haben..

Um aher gleichwohl die ahrt von dieſen Thieren, und zum etwannigen kampf tüche tige ſtuͤkken bei der hand zu haben, hat der Churfuͤrſt Friedrich Wilhelm Hochſel. ged. A. 1681. beides Auerochſen und Elendthiere aus Preußen, woſelbſt die lez­tern inſonderheit in ſolcher menge ehedem ge­weſen, daß in einer Elends jagt 76: bis go ſtuͤf erleget worden, mit großer muͤhe und koſten anher kommen, und in die Heiden ſet­zen laßen, auch in eben dem jahr, da ſolche in die freie wildnuͤs gelaßen worden, eine be» ſondere Verordnung herausgegeben und ver­bohten ſelbige zu beunruhigen, welches folgends A 1688, 8 Maͤrz wiederholet worden. Von den Elendthieren fein zu Köoͤnigs Friedrichs 1. zeiten noch 4 ſtuͤk, ein Hirſch und 3 Thiere, in dem großen Thiergar en bei Oranienburg vorhanden geweſen. A. 1715. hat ſich eins bei Spandau ſehen laßen, und einen Kuhhirten geſpieſſet, daß er in 24ſtun­den geſtorben..

2. Die Auerochſen haben nicht recht ans ſchlagen wollen: und haben S. damahls Churfuͤrſtl. Durchl. Friedrich Ill. von neuen einen Auer und 11 Thiere herbringen, und in eben den Thiergarten ſetzen laßen, woſelbſt noch ietzo 4 bis S thiere beim leben. S. K. M. Friedrich Wilhelm wie Sie ein großer Liebhaber vom jagen waren: alſo ſein Sie Ddd 3 der