Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
787
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73, Dritter Theil, Naturgeſchichte der Mark Brandenburg. lll. Kap. 409

der abſicht mit den Auerochſen ebenfalls nach: gegangen, haben ſelbige aber nicht mögen erhalten; und haben dagegen, ſo oft Sie nach Preußen gekommen, unter veranſtal­tung Sr. Exc. des Hrn. Grafen von Schlie­ben, eine Baͤrenhetze gehalten, und ſelbige mit Auerochſen laſſen kaͤmpfen, davon die lezte A. 1736. gehalten worden, zu welcher nach und nach 14 groſſe Baͤre eingefangen und in den Hezgarten in Königsberg gebracht wor­den. Dieſe alle 14 haben mit einem einzi­gen Auer gekaͤmpft, welcher ſie aber, nachdem er den erſten und groͤßeſten Bar beim erſten angriff auf die hoͤrner genommen, und etliche ſchritte hoch in die luft geworfen, darneben aber den ganzen bauch aufgeriſſen, daß er kaum etliche ſchritte fortkriechen können, und ſugleich den geiſt aufgeben muͤſſen, auch alleſamt nach einander abgeſertiget, und un­verlezt auf dem kampfplatz ſtehen geblieben.

3. Baͤre aber hat man niemahls verlan­get wieder in die Mark zubringen, als ein Thier, welches beides Menſchen und Thieren gefährlich iſt, borzeiten auch wohl in nicht geringer anzahl hier im Lande mag gewe­ſen ſein; und ſoll das Dorf Beerenheide oder Baͤrenheide in der Prign. Perl. Inſp. vön deren hauͤfigem aufenthalt noch feinen namen haben. Und erzehlet Haftitius, daß noch A. 1522. auf der Jagt bei Grimnitz ein großer Haupthaͤr an den damahls jungen Markgrafen Joachim, nachmahls unter den Churfuͤrſten den Il. gerahten, und ihm ein ſammeten wams mit dem hemde und bein­kleidern bis auf den ſattelknopf mit der tatze weggeriſſen, iedoch nicht heſchaͤdiget. Noch zu unſern zeiten wird man ihrer ie und zu­weilen gewahr, ſonderlich in Pommern und in der Neumark, wohin ſie aus Polen gera­

desweges gelangen koͤnnen; und iſt A. 139.

nöch einer hei Rampitz, Sonnenburg. Inſp. und A. 1741. einer in der heide hei Keltſchen, Droßen. Inſp. geſchoſſen, ſonſt aber auch Baͤre der gegend zu Virchow und Kahntop bei den Bienen hemerket worden: weshalb dann ſowohl vor dieſem, als noch A. 1734. den Jagthe­dienten anbefohlen worden, darauf acht zu­geben.

4. Was von Wilden Thieren den Ein­wohnern und zahmen Died noch am meiſten ſchaden zugefuͤget, ſein die Woͤlfe, welche ſonderlich bei harten wintern und groſſen ſchnee ſich mehr merken laſſen, als man ge­wohnet. Vor 70, 89. und mehr jahren, da ſtaͤrkere holzungen und gehuͤſche geweſen, haben fie ſich noch ſo haufig in allen theilen der Mark aufgehalten, daß man beim pferde­

hüten des nachts feuer, auch geladen gewehr halten, und die ſtaͤlle auf den Dörfern wohl verwahren muͤſſen. A. 1635. hat ein wi

tender wolf in dem Dorfe Reichenau unter

dem Amte Karzig in der Neumark im No,

vember des nachts auf 3 Bauerhoͤfen vieh

nnd Menſchen angefallen, dabon auch zwei bald darauf den geiſt aufgegeben, und ſont großen ſchaden gethan, wie deſſen der dortige

Prediger der zeiten, Jeremias Groſſenius, in der vorrede ſeiner predigt von dem bluhtigen

Brohte, an den Neumaͤrkiſchen Kanzler von Born gedenket, und dabei meldet, daß ſelbi­ger Wolf auch eine heerde ſchweine und ſelbſt den Hirten angefallen, der ihn aber im nal­ken gefaſſet, und ſo lang gehalten, bis ein Knabe von hauſe ein meſſer geholet und ſel­bigen endlich erſtochen. A. 1639. haben hier Wölfe zu Straußberg die heerde angefallen, und 25 ſtuͤk vieh, und 4 tage hernach ein maſtſchwein aufgefreſſen. Und A. 1674. 2, Maͤrz hat im Amte Biegen ein ſolcher Wolf theils vieh, theils Kinder, theils erwachſene Leute, und unter denen die Schaͤferin zu Biegen auch in ihrem Hauſe angefallen, und dieſe erſtlich am fuß, dann an der hand ver wundet, welche von dem biß auch in un innig. keit gerahten, und darin geſtorben. Undiſt noch zu merken, daß da der Wolf des Schi fers Frau in die hand gefaſſet, der Mann dazu gekommen und den Wolf feſt gehalten, durch ſeine Kinder aber die Nachbarn zur hůlfe rufen laßen, welche zwar kommen, aher ohngeacht des jaͤmmerlichen geſchreies ind zurehen des Predigers ſich nicht in das hau

wagen wollen, bis der Prediger ſelbſt endlich

ſich erbarmet, hineingegangen und den Wo

erſtachen. Was 16 1. in pot ſtam ein if für unglück angerichtet, der im ende des AM guſt abends um 9 uhr in die Stat kommen, erzehlet Sebald im Breviar. ſ 382. Der­gleichen ungluͤk auch in dem folgenden 1642.

jahr das Dorf Kienbaum Straußb. Inſp­

betroffen: indem ein Wolf einem Mann u; Frau, auch dem zu huͤlfe kommenden Ku zen auf den hals gefallen, und zwat en. bon zulaufenden Leuten mit aͤxten.

und zerhauen, die verlezte Frau. a. Schulze aber unſinnig worden, und in s. angeſchloſſen ihr leben auf eine klaͤgliche n

endigen muͤſſe n. 2 er ̃ Kun zwar zu tilgung dieſer Cen chen und gefährlichen thiere von der ar Landesherrſchafft bon ie her, ſonderlich e, etliche 100 jahren Wolfs jagten angeſte ge auch hin und wieder die Heiden ziemi ö reinigt worden. Wie jedoch ſelbige den

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