Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1017
Einzelbild herunterladen

D

w ü

an, wo ö 2

e e. 2 FE

n, r, I EN rr,

X. Indeſſen iſt man auch zu verfertigung des Neuen Grabens geſchritten/ und hat etliche jahre lang daran gearbeitet, auch beſage der alten anzeige bis in die 40000 Rthlr. dar­auf verwendet, Jedoch, weil man zuzwei­feln angefangen, ob die Schlube waſſer genug haben mochte beide ſeiten des grabens nach der Oder und Spree zu damit zuberſehen; und inſonderheit ſich beſorget, daß das waſ­ſer aus der Schlube nach der Spree zu bei kleinem waſſer ſich verlieren wurde; ehe dann es die Spree erreichete; die bon Adel auch, derer gůter durchſchnitten werden müß ſen, ſich zur billigen handlung nicht gnugſam anſchikken wollen: hat man nach der hand dabon abgeſtanden. 8

Und als hierauf A. 1567 den 4 Auguft nochmahls eine zuſammenkunfft der Kaiſerl. und ChurfuͤrſtJl. Raͤhte zu Muͤlroſe gehalten worden: ſo haben die Churfuͤrſtl. Raͤhte den Kaſſerl, vorgehalten, daß gleichwol die von Breßlau etliche ihrer handlungen, ſo fie bor­mahls nach dieſem ort getrieben, und war­um dieſe ſchiffart vornemlich gemeinet gewe­fen, an andere Srter ſollten gewandt haben;

Daß auch bon.

nun ins bierte jahr liegen geblieben, und gar nicht gefördert worden, woraus Se. Churf. Gn. nicht anders erachten koͤnnen, als daß nach abſterben Kaiſers Ferdinandi die ießige Kaiſerl. Maj. nicht bedacht waͤre, dieſe dinge

weiter ins werk zubringen. Iſt alſo nach

der zeit alles gaͤnzlich liegen geblieben und er­loſchen; iedoch der nachlaß dabon noch heute zu tage zuſehen; welchen der gemeine Mann den Alten oder Kaiſergraben zunennen pfleget. Und hat man noch, als an ausfuͤh­rung des ietzigen Neuengrabens gearbeitet worden, an einem orte eine menge bon ſchip­pen, ſpaten, hakken und andere grabens­werkzeuge bel einander gefunden, welche die damahlige Graͤber herſcharret, und den Nach­kommen, daß ſie dermaleins da gearbeitet, zum andenken hinterlaſſen wollen. XI. Hergegen iſt die Oder vermoͤge der Stat Frankfurt Juris prohibendi nach wie vor geſchloſſen geblieben, und haben zwar beide Staͤte Frankfurt und Breßlau wegen beider: ſeits habenden Niederlagen A. 1510 einen

vergleich unter einander errichtet; daß die

kaufmannsguͤter von Breßlau nach Frank; furt, und hergegen von hier nach Breßlau nohtwendig muͤſten gefuͤhret, und die kauf­mannsguͤter auf und nieder von beiden Staͤ­ten einer zu der andern uͤberbracht werden, wie dapon unten bei meldung der Jurium der Stat Frankfurt etwas mehr wird gedacht V. Theil der Mark. Ziſt.

z017 Vierter Theil, 1 Abth. Von den Fluͤſſen der Mark Brandenb. M. Kap. 1018

werden: aber nicht anders als zu lande, nicht zu waſſer. Da hergegen der Kaiſerl. Kammer­Procurator, D. Heinr. Stephani A. I 597 den 18 Nov. ein weitlauͤftiges Conſilium die Oderſchiffahrt betreffend aufgeſetzet, und an ſeiten Schleſien die herechtigung die Oder zubeſchiffen behauptet; dergleichen auch A. 1601 den 2 Jun. von D. Martin Krumkruͤ­gern, gleichfalls Kammer ⸗Procuratore ge­ſchehen; auch hat endlich D George Schoͤn­born Kammer Procurator AI 629 einen ganzen Traktat bon dieſer Materie abgefaſ­ſet, und mit rationibus dubitandi und de­cidendi ausgefuͤhret, welcher insgeſamt auch in der neuen ausgabe Sileſiographiae Hene­lii C. V. 5. 6. ſ. 562. gedacht wird. Es iſt aber deshalb in der ſache keine beraͤnderung geſchehen, ſondern es iſt vielmehr die Stat Frankfurt hei ihrem alten Rechte beſtaͤndig verblieben; darum auch als dermahleins bon der Stat Kroſſen etwas dawteder eingebracht worden, und die ſache zum verhör gefoms men: fo hat Churfuͤrſt Joh. Sigismund es A. 1612 den 14 Sept. dahin verabſcheidet, daß aus den actis allenthalben ſo viel zubeftn­den ſei, daß der Raht der Stat Frankfurt die angezogene quai pofefion dag Juri pro­hibendi der ſchiffart auf dem Oderſtrohm zwiſchen Frankfurt und Breßlau hinauf

und niederwarts, oher⸗ und unterhalb

Kroſſen, nach nohtdurft hewieſen und dargethan habe; und derowegen bei dem

- Exercitio deſſelbigen his ein anders in onqz=

nar io pyſſeſerio oder petitorio qusgefuͤhret und erkannt wird, ruhiglich zulaffen ſei. Nachdem aber nach entſtandener Böͤmiſchen unruhe der krieg ſich durch das Roͤmiſche Reich ausgebreitet; und inſonderheit die Churbrandenburg und Schleſten, auch abſon­derlich die Stat Frankfurt ſehr mitgenom­men, und daher die landfuhren zwiſchen Breß­lau und Frankfurt wegen mangel des anſpans faſt gänzlich liegen muͤſſn; Frankfurt ſelbſt auch bekanntlich 1631 erobert und gepluͤn­dert worden, und daher alle handlung daſelbſt aufgehoͤret: fo hat endlich E. E. Raht zu Frankfurt A. 1633 mit gnaͤdigſter hewilli­gung Sr. Churfuͤrſtl. Durchl{ich mit der Kauffmannſchafft zu Breßlau dahin vergli­chen, daß ihnen die waſſerfahrt auf eine zeitlang, ,. werden ſolte; ie­doch, daß Se. Churfuͤrſtl. Durchl. an

Dero kegalien und Hoheit, auch Dero

Stat Frankfurt an ihrem hahenden jur­ſrohibenai auf dem Oderſtrohm, Nieder­lages und Landſtraſſen gerechtigkeit in keine wege nachtheilig ſein, auch der Kauf­

Ttt; mann.