Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1029
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rum appenſionem fecimus roborari. Ad­hibitis nichilominus teſtihus infra ſcriptis & honeſtis militibus noſtris videlicet Theodorico de Jorgov, Henrico de Wildenswege, Hermanno de Carpzow, Arnoldo Wegero, Bu­ruth, Henrico de Sydow, Gerhardo de Stavenow

& aliis quam plurimis fide dignis. Actum

& datum Spando. anno gracie milleſimo ducenteſimo ſeptuageſimo quinto XVII. Kalend. Maj.

Es iſt auch zu den zeiten ungefehr ein viertel weges dabon eine Burg erbauet, deſſen rudera noch heute zu tage vorhanden, und vom gedachten Sculteto Haſen Heſekenburg oder Schloß genennt worden, ſo in den fol­genden kriegslauͤfen zu den zeiten des Kaiſers Carls IV. und feiner Söhne, oder auch bei

der Hußiten einfall in die Mark nebſt dem Staͤtlein mag zerſtoͤhret, nach der zeit aber

nie wieder(ein aufgebauet worden; die Vogtei aber mit allen andern alten Pertinentien und neuen Beneficiis haben die nachkommenden Churfuͤrſten aus der ietzigen Familie denen daherum wohnenden Adelichen Familien, und inſonderheit denen von Burgſtorf, als ein Adeliches Lehn ertheilet, welche darauf die­ſes Staͤtlein wieder angerichtet, wiewohl nicht nach der alten form, ſondern mit aller­hand Handwerks⸗ und Akkersleuten beſetzet, und ſelbigen mit bewilligung der hohen Lan­desherrſchafft gewiſſe dienſte auferleget: woruͤber dieſe zwar zu Churfuͤrſt Joachim ll. zeiten eine weigerung bezeiget, und die ſache klagbar gemachet, aber A. 1571 einen nicht gar gefaͤlligen abſchied bekommen, weshalb ſie dann von neuen appelliret, aber nach ab­lauf bieler jahre endlich A. 1651 einen aher­mahligen abſchied erhalten, nach welchem ſich hernachmahls beides die von Adel und Buͤr­ger gerichtet, und haben jene ihre Oberge­richte in denen Staͤtlein gefuͤhret, Burger­meiſter und Raht beſtellet, auch nach befin­den abgeſetzet, die aufſicht auf das publicum gehabt, bon der Buͤrgerſchafft dienſte, geld und hauszins(wiewol ſolches ein weniges austraͤgt) und andere von alters her uͤbliche und durch die abſchiede beſtaͤtigte dienſtlei­ſtung, doch ohne ſonderbare heſchwerde der Unterthanen erhoben und genutzet, ſonſten aber auch der Buͤrgerſchafft die alte aͤlker, hoͤlcßungen, wieſen und fiſchereien gelaſſen. Daß aber durch gelegenheit des Neuen Grabens allhier eine Niederlage ſolte ange­ordnet, auch allerhand handelſchafft zu trei­ben angefangen, oder deswegen mehr hauͤſer zu des orts merklicher vergröͤſſerung erbauet worden, und Müͤlroſe daher in weniger zelt

1029. Vierter Theil, Abth. Von den Fluͤſſen der Mark Brandenb. IV.Kap. 1030

zu einer feinen Stat erwachſen, wie der Verfaſſer der heſchreibung des Oderſtrohms hievon ſchreibet, ſolches verhaͤlt ſich nicht alſo, ſöndern Muͤlroſe iſt noch immer das alte Muͤl­roſe, und hat weder eine Niederlage bekom­men, noch Handelſchafft zutreihen angefan­gen, oder ſich deshalb mit hauͤſern groß vers mehret: zwei Sal hauͤſer find zwar daſelbſt gebauet worden, als die raffinirung des Boiſalzes noch in Berlin üblich geweſen; aber nachdem Churfuͤrſt Friedrich Wilhelnt das Herzogthum Magdeburg, und damit zugleich das ſalz in ſeinem eigenen Lande be­kommen, ſo hat die vorige raffinirung und mit derſelben zugleich der gehrauch dieſer bei­den hauͤſer aufgehoͤret. XV. Den ietzigen zuſtand, auch der oben zum oͤftern gedachten Wehren oberwerts in der Oder noch mit wenig worten zube­ruͤhren, ſo iſts zwar an dem, daß ſie faſt alle mit einer oͤffnung mit 16 ellen erbauet, aber auch alle mit holz und ſteinen dermaſſen ver­leget fein, daß keine zur ſchiffahrt brauchbar iſt, ſondern es muͤſſen die ſchiffe durch die ſo­genannte ſchiff⸗ oder ſiſchloͤcher, fo ins gemein nicht uͤber 4 ellen breit fein, durchgezogen werden, welches bei der A. 1700 gehaltenen

beſichtigung der hierzu verordneten Herren

Commiſſarien der augenſchein gewieſen; worauf zwar abermahl ſcharfe Oheramtliche verordnung ergangen, die Waͤhren den Pri­vilegiis gemaͤß mit einer freien ungehinder­ten oͤfnung von 16 ellen und einer ſpanne zu bauen: ob aber und wann dieſe ſache nun endlich zum effect gekommen, oder noch kom­men möchte, ſolches ſtehet in den folgenden zeiten zu erwarten.

XVI. Aber wieder zu den fortgang der Oder zu kommen, ſo lauft fie, nachdem fie vorerzehlter maſſen die Pleiske, die Ilank oder Eilank, und die Schlube an ſich genom­men, zur rechten des Dorfs Schwet, ſo E. E. Raht zugehörig; und zur linken die Loſſaui­ſche berge vorbei, und theilet ſich darauf in drei aͤrme, welche zween Werder einen grͤſ­ſern, ſo mit ſchoͤnen eichen bewachſen, und einen kleinern machen, und vor der Stat wieder zuſammen treten: Nimmt aber zu­gleich zwei kleine ausfluͤſſe, den einen zur lin­ken hand nahe bei den Loſſauiſchen bergen, an einem ort, die ſteile wand geheiſſen, wel­ches die Pardaune oder Pardune genennt wird, und durch die Loſſauiſche und Tſchetſch­nowiſche weide gehet, mithin das waſſer von denen an den Loſſauiſchen bergen, und zwi­(chen den Tſchetſchnowiſchen weinbergen ge­legenen Mühlen an ſich nimmt, hernach bei

. einem