Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1031
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1031 Bierter Zheil, äbth. Von den Flügen der Mart Brandenb. M gay.

einem kleinen Eichbuſch nebſt dem Karthauſe wieder hinein tritt; der ander iſt nahe vor der Stat zur rechten hand, ſo bei der ſoge­

nannten Kuhburg ſeinen anfang nimmt, und

der Drieſt oder Trieſt geheiſſen wird, vielleicht von dem Wendiſchen Treſt, das iſt, arundo, ein rohr, wie man ſonſten ſaget eine rohr­lache: gehet hernach zur rechten hand uͤber einiges Muͤhlwerk, auf den Kunerſtorfiſchen und Reddiniſchen buſch, und zur linken auf das Rohte Vorwerk und die Stat wieſen vor­bei, und trit gegen Lebus wieder in die Oder. Hierauf nun gehet die Oder in einem lauf die Stat Frankfurt vorbei, und nimmt da­ſelbſt zu deſto mehr bequemlichkeit beides der Einwohner insgeſamt, und abſonderlich der handlungen eine Bruͤlke uͤber ſich; von deren

anfang man zwar nichts gewiſſes hat, es

ſcheinet aber doch ſolchen hald nach erweite­rung der Stat bekommen zuhahen. Dann in Churfuͤrſt Johannis Diplomate von An. 1253 lieſet man allſchon von einer ſolchen Concesſion: pontem quoque ſi propriis inſtruxerit laboribus& expenſis ad uſus ci­

vitatis dedimus liherum& ſolutum. Man

ſiehet auch in den alten zeichnungen der Stat, daß dieſe vor alters mit vielen bogen ſei ge­

zieret, auch auf derſelben ein gewiſſes haus

geſetzet geweſen. Siehe Braun. Theatr. urb. JT. I.n. 27. welche aber, nachdem dieſe Bruͤlke

bei dem groſſen Teutſchen kriege vielem uns:

gemach unterworfen geweſen, nicht mehr vor­handen. Sie iſt aber ſonſten durch die ſtarke eisgaͤnge und andere ergieſſungen der Oder zum oͤftern beſchaͤdiget worden, und hat da­

her mit groſſen koſten muͤſſen wieder ergaͤn­

get werden. Alſo erzehlet Juſtus ſ. 61. daß die Oder A. 1515. im monat September

7 nach Marien gehurt 2 joch davon, und

zugleich einen Rahtsverwandten Lilienfuß mit wagen und pferden, auch etliche Bürger mit weggeriſſen, welche perſonen jedoch durch huͤlfe der Jiſcher errettet worden. Imglei­chen ſ. 63. daß An. 1551 auf Laͤtare in der

findet ſich in E. E. Rahts verzeichnuͤſſen, daß 1615 nach vorhergegangenem harten winter

ein ſtarker eis gang, worin das eis über eine elle diffe geweſen, 7 joch weggenommen, zu deren wiedererbauung nachmahls Churfuͤrſt

Johann Sigismund o ſchok holz geſchenket.

Auch wiederum, daß A. 1655 im Febr. bei­des durch eis und aufſchwellung des waſers

3{och abgeriſſen worden.

XVII. Hierauf ſetzet nun die Oder ihren

lauf nordenwaͤrts weiter auf Kuͤſtrin fort, nnd fleußt zur R. hand zwei meilen von

| 1032 Frankfurt das Dorf Goͤritz vorbei, vor dieſem die Kathedrale de ober. von gehus geſtanden; zur linken das Sri. lein gebus, bor weichem ein klein fueß hin einfällt, und weiter die Doͤrfer Kleßin Wuden und Reutwen, welches ein dehi (bon E.. Naht zu Frankfurt iſt. Um dieſe gegend iſt eine Lache oder Luch, der aus den ſogenannten Bullergraben oder Henſe theils auch aus dem unterwaſſer und auellen entſtehet, und weil er inſonderheit hel gro, ſem gewaͤſſer von der Oder uͤberſchwemmet wird, die alte Oder, und weil er auf Man;

ſchenow losgehet, der Manſchenowiſche

Strohm oder Fließ, ingleichen der Golziſch Strohm und Hauptgrahen genennet wird, A-1636 hat der Schwediſche General Wran­gel durch 200 Finniſche Renter den Oder damm durchſtechen laſſen, da dann die Oder in dieſen graben getreten, um eine ſchiffuhrtt bis wieder in die Oder, und alſo bi Stet, tin zuöfnen. Es fuͤhret ſonſt auch den na­men Pardaune. Die Oder ſelbſt abet kommt dieſemnach auf die Stat und Jeſtung

Kuͤſtrin, allwo fie die Warte zu ſich nimmt,

und abermahls mit einer höͤlzern langen Bruͤlke uͤberbauet if. Ehe fie ſich mit der Warte vereiniget, gab fie ſonſt ober halb der Krohnmuͤhle einen arm ab, der die alte Oder genennet wurde, und noch eher, als die Neue Oder, oder der rechte Fluß, in die Warte ſiel. Dieſe iſt A. 1736 abge ſchnitten, und das Waſſer in die Neue Oder geleitet worden. Sie gehet darauf zur lin­ken vor die Dörfer Kleniz, Neuendorf, Altwriezen, Maiz und weiter die Stat

riezen vorbei, in welcher gegend die Stubberow ſich mit ihr bermiſchet, ein Jitß welches im Kagelſchen bruch ohniweit Rir dersdorf entſtehet, und über herſchiedene Dör­fer und Seen ihren weg nach der Oder zn­nimmt. Welche nachdem fie in dieſer ge­gend ſich in viel Stroͤhme zertheilet, und an

etlichen orten groſſe Seen macht, auch daher faſten ein{och weggefuhret worden. Roch go ht,

den reichen Fiſchfang dieſer orten herur ſache ferner auf FJtanft und die Stat Freienwalde

gehet, woſelbſt verſchiedene quellen, unter de

nen auch das ſogenannte Verlohrne ber Marienfließ und Klingen de Flie befindlich; wiewohl dabon die Oder keinen ſpnderlichen zuwachs hat. Well die Oder aber hier h was ſchmaler fällt, hat man eine uͤberfahrt aus der Neumark in die Mittelmark, un aus dieſer in iene vornemlich der Poſten han ber angeleget mit einem Kahn und Pr oder Jaͤhre; und wird täglich, auch 6 legenheit der tage olaͤnge mehr denn.

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