Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1035
Einzelbild herunterladen

1035 Vierter Zheil, le albth. Von den Flůſſen der Mart Brandenb. Faß

Jiſche, unter denen auch 3, welche 5 fuß lang, 52 pfund ſchwehr, ingleichen einen Karpen bon 9 pfund, einen Hecht von 3 fuß und 2

zoll lang, und 18 pfund ſchwer gefangen.)

Bei dieſem allen iſt noch zugedenken, daß um den anfang des leztverwichenen jahrhun­derts 1608 die damahlige Hohe Landesherr­

ſchafft von Liebenwalde aus einen graben an­

legen, und in die Fine fuͤhren laſſen, welchen man die Fahrt geheiſſen: wannenhero auch

vermuhtlich der name Fuhre dieſem Fluß

hin und wieder gegeben, aber uͤbel angebracht

worden. Dieſe flieſſet bei Liebenwalde et­

liche ruhten breit, behaͤlt auch dieſe hreite faſt eine meile lang bis zu der Schleuſe: wird aber hernach, weil nicht gleiche obſicht darüber gehalten worden, kleiner, blieb doch, wo ſie am kleineſten, bei 16 werkſchuh breit; wei­ter herunter aber konnte ſie nur mit Kaͤhnen befahren werden. Und iſt die Churfuͤrſtl.

abſicht geweſen, die Oder und Havel ver­mittelſt der Fino zu vereinigen, welcher zu­

folge dann auch Schleuſen angeleget, und das werk alſo zu ſtande gebracht worden, daß

die ſchiffe hin und hergegangen. Weil aber

im dreißigjaͤhrigen krieg die Kaiſerl. und Schwediſche Völker dieſer orten uͤbel gewirt­ſchafftet, alles zerbrochen und verderbt wor­den; und man ohnedem wahrgenommen, daß die Habel ſich zu ſehr herunter geſalket, mit­hin das waſſer bei der Feſtung Spandau ſo­wohl als bei unterſchiedenen Muͤhlen{ehr ge­mindert worden; Neuſtateberwalde herge­

gen, weil der fall von der Havel her uͤberaus hoch iſt, in gefahr zugerahten geſchienen: ſo

iſt das werk ganz und gar eingegangen. Nun iſt zwar der Neue graben von Churf.

Friedrich Wilhelm, Hochſel. gedaͤchtnuͤß zu vereinigung der Oder und Spree, auch zur erleichterung der Fuhrt von Stettin her an­geleget worden: allein weil die Fahrt durch die Fino um die helfte kurzer, als durch den

Neuen graben, mithin die ſalz- und andere

fracht zwiſchen Magdeburg und Stettin viel erleidlicher; die nicht dauerhafte wahren auch ohne gefahr eher hin und her gebracht werden koͤnnen: ſo hat man ietziger zeit in vorſchlag gebracht, die Fino wieder zurauͤmen und ſchiffbar zumachen. Wohei ſich nun zwar viel ſchwierigkeiten erauͤget, inſonder­heit wegen der ganz unbrauchhar gemachten Fahrt, da man anfangs nicht die geringſte merkmahle von der ehmaligen Fahrt ange­troffen; wie auch wegen der groffen koſten, indem man durch die waſſerwage befunden, daß das gefaͤlle aus der Havel von Lieben­walde an die alte und neue fluht, wie auch die

zwiſchen Stettin und Magdeburg, an

106

Jino hin unter bis an die gder, in einem n

oder weite von 12000 Rheinlaͤndiſchen

ten oder s Teutſchen meilen ſich. belauͤft, mithin zum wenigſten 10 neue und koſtbare Schleuſen erfoderte den fall zu tra­gen; wozu noch lam, daß der Sig nach te; Oder zu groſſe krümmungen hat, um ſen berwachſen war. Allein in erwegung, hen die zeit endlich die groſſe koſten doch einmahl erſetzen würde, und aus beſonderer großmuht äber wan den S iegtregierende Königl. a Friedrich Il. alle ſchwierigkeiten, und ertheſ ten den befehl, daß das werk, es koſte was ws wolle, zuſtande gebracht werden ſollte. Iſ alſo A. 1743 der anfang gemachet, und die ſtellen, wo die Schleuſen hinkommen ſollten nach vorgenommener ausmeſſung ausgezeich­net und bearbeitet worden; da ſich dann hei ausgrahung der erde zu jedermanns freud ger bewunderung befunden, daß man vier Schleuſen ganz genau da wieder getroffen, wo ſie horzeiten geſtanden: geſtalt ſich dann unten in der erde die fundamente hon ſteinen wieder gefunden, und zwar in ſolcher feſtig­

keit, und in ſo gutem ſtande, daß man ſelbige ohne einiges bedenken zum neuen bau wieder

gebrauchen konnen. Solchergeſtalt iſt damn die arbeit fortgeſetzet, der Fluß unterhalb Neuſtat aufgerauͤmet, die kruͤmmen abgeſto­chen, und wo deren zu biel geweſen, auf 1000 ruhten kanal gezogen, und der Fluß dahin geleitet, das ganze werk aher zum heſten des handels und wandels und bequemlichkeit der Einwohner, inſonderheit zu unſterhlichem ruhm S. K. Maj. 1746. im Junio gaͤnjlic zu ſtande gebracht, und die erſte fahrt ſogleic gluͤblich vorgenommen worden. Anfänglich fein nur 10 Schleuſen ange­leget worden. Weil aber der fall bis zut Oder noch zu ſtark, und die Schiffer gegen dem Strohm mit vieler beſchwerde arbeiten muͤſſen: ſo haben S. K. M. noch 3 Boſtein, Schleuſen anlegen laſſen, wobon 1749 zwei fertig waren, an der dritten aber noch gebauet wurde. Sonſt nimmt der Kanal oberhalb dem Liebenwaldiſchen Amtshauſe ſeinen an fang, und gehet unterhalb dem Flekken Nieder­Zino in die Oder. Damit auch die gh fer, weil der Graben doch zur hequemlichfe des handels angeleget worden, mit abtra gung der zölle nicht möchten aufgehalten wer. den: fo haben S. K. HM. unterm dato BF lin 15 Jun. und 9 Noh. 1747. nur drei 9 ter Neuſtateberswalde, Brandenburg. Berlin verordnet, den zoll und ſchleuſe⸗ kahn und aufzugsgeld daſelbſt und ſonſt nirgen

jwiſchen

r r 2 r D m ia Ant a ab

WA. r JA)