Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1039
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1039 Vierter Theil, LAbth. Von den Flüffen der Marl Brandenb. My Kap. 1040

Warnitzer Mühle entſtehet, ſelbige ſofort trei­bet, durch einen Rohrhruch in den Amtsſee gehet, welcher irrig in der Topographie

Miezelſee genennet wird. Gehet darauf

weiter auf eine Papiermuͤhle, und dichte am wall auf das wegen des zum färben inſunder­heit dienlichen waſſers dahin gebaute Faͤrber­haus los, und weiter in die Miezel. b. Die Sennewitz, ſo aus dem Ternowiſchen Brad entſtehet. Sonſt gehet ein Fließ noch vor Zehden vorbei, die Megeliz genannt, ſo aber

aus der Oder kommt, und in die Oder wieder

hineinfaͤlt. 3) Die Roͤrike, ſo aus dem Schoͤnfließiſchen See entſtehet, und auf ein Dorf gleiches namens Roͤrike geheiſſen, bon dar welter auf Koͤnigsberg zu, und neben dieſer Stat hingehet, und nachdem ſie ihren lauf mit einer ziemlichen krüͤmme nach den Nas hauſiſchen graͤnh zen genommen, ſich in die Oder ergeußt. Sie iſt vordem ſchiffhar, und die Stat Koͤnigsberg damit abſonderlich begna­diget geweſen, wie wir in den Koͤnigsbergi­ſchen Geſchichten ſehen werden, ietzo aber ſehr eingegangen. Sie treibet anbei unterſchie­

dene Muͤhlen, nimmt auch drei andere klei­ne Fließe an, a. die Manteniz, insgemein die Beke, Bach, genannt, ſo aus der Mans tel ſchen See entſpringet, und b. die Zerbſt,

ſo aus einem kleinem Ser gleiches namens

Zerbſt- oder Schützen ſee bei Gallen, vor

dieſen Geland geheiſſen, ihren anfang nimmt, fleußt unter dem namen Beke laͤngſt in den Bruͤchern an die Stat Königsberg, und vereiniget ſich mit der Roͤrike, ſo an der an­

(dern ſeite der Stat herunter kommt, c, end­

lich den Bach Oldermuͤne oder Altermune, der aus den Bernekowiſchen feldern entſpringt. 4) Die Schlibbe, oder wie fie in dem Amts buche von 1589 heißt die Schlaube, ein Graͤnzfließgen, fo bon der Moriniſchen Muͤhle herunter kommt, nahe vor Selchow im Amt

Gruͤneberg vorbei auf Litzigöͤrike fleußt, allvo

ein Lachsforenſtand, ſo ehedem von S. K. Maj. Friedrich L gehalten worden, DON wan­nen fie ferner in die Oder ſich ergieſſet.)

XXI. Uber die fahrt auf der Oder hat die Stat Frankfurt zuſagen, nicht weniger, als es obenwaͤrts geſchehen. Daher auch wann nun und dann einige Schiffahrten die Stat vorbei dahinunter angeſtellet worden: ſo haben die interesſirte Darüber allezeit bon E. E. Raht der Stat eine abſonderliche Con­cesſion erhalten, und deshalb verſicherungs­briefe ausſtellen muͤſſen. Als alſo A. 1680 zu anfangs des Oktobers eine menge wein von Guben nach Stettin hinunter gefuͤhret worden: ſo hahen die Schiffer einen herſiche­

ſchon bebaueten, theils noch zu hebauen

Reitwenſche Pardaune

rungsſchein ausſtellen muͤſſen, daß dieſ; nen verſtattete und auf ihr. ih bitten zugelaſſene vorbeifchiffung der e benſchen weins nach Stettin C. E Sad und der Stat Frankfurt an der Oder. ihren Rechten und Herechtigteiten, In probibendis: auf dem Oderſtrohm oder 3 Niederlage keines weges nachtheilig, noch dieſer aus weder gon ihnen, noch ſonſ ‚jemanden vorgeſchuͤtzet, oder zur nl. quenz gezogen werden ſollte. Dergleichen auch vor und nach der zeit vielmahls geſche­hen, dergeſtalt, daß, wann auch ſchon die gu, ter und wahren in andern Churfuͤrſtl. Sti ten, oder auch zu Frankfurt erkgufet worden, die abfuͤhrende dennoch einen ſolchen verſicht­rungsſchein von ſich ſtellen müſſen: daß fol che gutwillige vergünſtigung iweder Sr. Chürfurſtl. Durchl. zu Brandenburg an Dero Hoheit, noch E. C. Naht an dem Jure prohihendi auf dem Oder ſtrohm ohne praciudis und nachtheil fein ſolte. Wenn auch ſchon in den ehmahligen ſchweren zeiten die ſtraſſen zu lande unſicher geweſen: ſo hat man zwar den reiſenden zu waſſer etwas mehr nachgeſehen; dennoch aber niemand ohne dergleichen ſchein borhei gehen aaſen: daß nemlich wegen unſicherheit der Stra­hen zu Lande und mangel der Landfuhren N. oder M zwar verwilliget worden, ei­nes und das andere die Oder hinunter ge­gen erlegung der gehuͤhr abzuführen, ie. dennoch, daß ſolche aus gunſt geſchehene bewilligung weder S. Chur für ſtl Durch zu Brandenb. anhghenden Hoheiten und Regalien, noch auch E. E. Naht der Stat Frankfurt an der Oder an ihren von Kal ſerl., und Koͤnigl. Maj. Chur. und Fin­ſten erlangten prauegien- die ſchiffahrt des Oderſtrohms betreffende im aller, ringſten nicht abbruchig oder nachtheilig fein, oder zu einigem praeiudiz angezogen werden ſollte. Dergleichen ausgeſtelte verſicherungsſcheine von allerhand arten bei E. E. Raht zu Frankfurt in verwahrung ( XXII. Noch iſt zu erwehnen, daß wegen der oftmahligen uͤberſchwemmung hin un wieder laͤngſt der Oder auch daͤmme gemacht und dadurch der einbruch des waſſers. hindert, mithin auch die ſicherheit des the den fel­des geſuchet worden. Und zwar hat man ſchon zu Churf. Joh. Georgens zeiten ö. gleichen aufgeworfen, und A. 1.593 die gro wieder gusgeheſſert/

und 11 ſchok amn auf die einf aue,