doch die, fo damahls vor Fo bis 60 jahren ſich zugetragen, dieſe nach anzeige eines an George Liebens Haufe vorm Kiez befindlich geweſenen zeichens um 14 elle uͤbertrof
fen; da man Dont Reutwenſchen Hohen
krug ab bis Göritz fahren koͤnnen. Zu Kroſſen in der Glogauiſchen Vorſtat iſt das waſſer zu den fenſtern eingebrochen, und die fluht 2 mauerſteine hoher, als die von 1698, und dieſe 6 mauerſteine hoͤher, als die von 1665 geweſen.
‚A. 1718 aber im März hat das waſſer 5 viertel Höher geſtanden, als A. 1709, wie borm Kiez in Kuͤſtrin gedachter maſſen an George Liebens hauſe angezeichnet geſtanden:
und het man ebenfalls vom Reutwenſchen Ho
henkrug ab bis nach Goͤritz, und von Kuͤſtrin mit beladenen Oderkaͤhnen nach Reutwen, Manſchenau, Tucheband, ja bis nach Guſow fahren koͤnnen, wie geſchehen A. 1675. Ar 726 brach das waſſer durch den Damm bei Goͤritz zwiſchen der Faͤhre und Muͤhlenort, und überſchwemmete die daran gelegene gegend. Und an eben dem ort riß das waſſer A. 1729 im Mai 60. ruhten vom Damm hinweg, und machte eine tiefe von 15 fuß, durchloͤcherte auch denſelben innerhalb bei 100 ruhten lang. Welcher ſchaden dann zwar durch der Einwohner zu Goͤritz ihre ſorgfalt und bemuͤhung an den Daͤmmen der
pbltegenheit nach ausgebeſſert worden; die auch A. 1730 der vom 21 Jul. bis 12 Aug. an
haltenden uͤberſchwemmung wiederſtanden: dem A. 1731 im fruͤhjahr einbrechenden, und ziemlich hoch gehenden gewaͤſſer aber, weil die arbeit nicht allerdings tuͤchtig geweſen, nicht wiederſtehen koͤnnen, ſondern eben die Goͤritziſche gegend hat vier groſſe Brüche, und auſſer dieſen 18 geringere anbruͤche erlitten. Von den groſſen Bruͤchen iſt einer bei dem ſogenannten Schweinſtall 43 ruhten lang und 8 fuß tief, der andere hei dem fo; genannten Muͤhlenort zo R lang, 12 füßtief, der dritte hinter dem Muͤhlenort 25 R. lang, 9 fuß tief, der vierte an dem Langenort 20 R. lang, 12 fuß tief geweſen. Welches aber alles noch in eben dem jahr wieder ausgebeſſert worden, und iſt man im Nobember damit zu ende gekommen; wiewohl es ſpwol wegen der koſten, als dienſte dabei herſchiedene ſchwierigkeiten geſetzet, die doch endlich überwunden worden... XXIV. Die allermerkwuͤrdigſte über, ſchwemmung aber, welcher keine aus den vorigen zeiten beikommt, und welche wegen ihrer traurigen folgen der gegenwaͤrtigen welt ein ſolches andenken eingepraͤget, daß
1045 Vierter Theil, l. Abth. Von den Fliſſen der Mark Brandenb. I. Kap. 1046
ihrer ſo wenig, als des groſſen Winters wird vergeſſen werden, iſt diejenige, welche ſich zu unſern zeiten A. 1736 zugetragen, in dem jahr, welches fuͤr ſich wegen der allgemeinen ergieſſung der Fluͤſſe in Teutſchland andenkenswuͤrdig iſt; wannenhero auch dem Ges neigten Leſer nicht entgegen ſein wird, wann derſelhen etwas umſtaͤndlicher gedacht wird. Unſere Oder fing in Breßlau am 30 Jun. ſchon an zuwachſen: und wie die Breßlauiſche fluht in 8 bis 9 tagen in das Hertzogthum Kroſſen und in die Mark einzutreten pfleget; alſo wurde man dieſes anwachſes am g und 9 Jul. zu Kroſſen, Frankfurt, Küſtrin und Wriezen ſchon gewahr. Und ob es wohl zu Breßlau vom 4 bis 14 Jul. 2 Schleſiſche ellen wieder gefallen; ſo iſt man deſſen in hieſiger gegend doch nicht inne worden; weil die Oder unter Breßlau durch die noch nicht wieder ausgeheſſerte Damme zwar einen lauf ins platte Land, hon dem Bober und Neuß aber, welche beide ebenfalls hoch aufgeſchwollen, jener auch den Damm durchriſſen, und alles j elle tief unter waſſer geſetzet, einen ges
waltigen zuwachs bekommen, der den dorti
gen fall hieſelbſt Doppelt erſetzet; gleichwie auf gleiche weiſe der am 14 Jul. folgende ſtarke anwachs der Oheroder bei Breßlau, wegen offenſtehen der Damme, hieſiger gegend ſogleich nicht gemerket worden; weil bon dem Bobher und Neuß kein auſſeror dentlicher zufluß gekommen, als welche 4 wochen ſtehen
geblieben. Nach dem 9 Jul. aher nahm die Oder von tage zu tage dergeſtalt zu, daß das
waſſer allein am 16 Jul. innerhalb 24 ſtunden 1 elle hoch geſtiegen, und da es bis deu 24 fortgewachſen, nicht allein über die ufer in die ebene gegenden getreten, ſondern auch die hoͤhe der Daͤmme ziemlich erreichet. Wannenhero man wegen deren einſtuͤrzung in groſſen ſorgen geſtanden, und allenthalben den Koͤnigl. berorduungen gemäß hei tag und nacht gute obſicht gehabt; und alle mögliche anſtalten vorkehren laſen. Jedoch das waſfer ůberſtieg endlich die Daͤmme, und deſſen ſchwehre drukte ſo gewaltig auf dieſelbe zu, daß man aller ſorgfalt ohngeacht der eindringenden gewalt nicht hinlaͤnglich wiederſtehen konnte, ſondern geſchehen laſſen mußte, daß die fluht hier und dar die Damme durchhrach und eine klaͤgliche uͤberſchwemmung anrichtete. Im Zullichowiſchen brach das waſſer durch bei dem Dorf Glauche an zweien or.
ten, und ſezte die ganze gegend ſonderlich im Oderwald mannshoch unter waſſer; und wein die Kirche zu Tſchicherzig 3 ellen tief im war
ſer geſtanden; ſo iſt der Gottesdienſt im — Glaucher