Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
1053
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1055 Vierter Theil L Abth. Von den Flüffen der Mark Branden b. Map. 1054

dieſelbe ſowohl zu der angewandten Medicin, als auch zu anſchaffung geſunder und zu den mitteln ſich ſchiltender ſpeiſe an Rindfleiſch/ Hafergruͤtze, Graupen, Butter ꝛc. ein an­ſehnliches in haarem gelde auszahlen, zwei Wundaͤrzte, welche bon einem ort zum an­dern reiſen, und der Herren Medicorum verordnung gemaͤß den Kranken beiſtehen

muͤſſen, die zeit über halten laſſen, auch an

die Fo ſtuͤkken Hirſchwild zu deſto beſſerer

pflege der Kranken zuerlegen anbefohlen;

wiewohl dieſes, weil es wegen butter mangel nicht gehoͤrig konnen zugerichtet werden, ver­

kauft, nnd zu anſchaffung anderer dienlichen

ſpeiſe angewendet worden.

Noch e her diefer Waſertfuht merttwär

dig, daß, wie ſelbige uͤber die Teiche und

Seen hergegangen, auch viele Teiche einge­

riſſen, alfa? auch eine erſtaunliche menge Fi­ſche von allerhand ahrt, auch Krebſe mit ſich Und an ſolche oͤrter gefuͤhret, wo man fie ſpnſt nicht ſuchet, wie wir alleweil geſehen: da · her es auch gekommen, daß beim fallen des waſſers in Seen und Tuͤmpeln, ſonderlich

&uch in den an dergleichen Tuͤmpeln gelege­nen kleinen Fluͤſſen es alles von Fiſchen ges

wimmelt, als welche aus dem unreinen waſ­ſer, wo ſie gekonnt, dem friſchen flußwaſſer nachgegangen, ſonſt aber auch wegen des ſcharfen und unreinen waſſers haufig geſtor­hen; in welcher betrachtung die Krebſe noch gluͤklicher geweſen, als welche durch ihr Fries chen doch hier und da dem ſchlechten quartier entgehen koͤnnen, und bei ſtrauͤcher und hauͤ­men ihre zuflucht geſuchet. Weil der genuß dieſer dinge aber, wie billig, mit für eine ur­ſache der krankheiten gehalten wurde: ſo lieſ­ſen S. K. M. unterm dato Berlin 9 Aug. 0.Iᷓ 36 an die Hochloͤbl. Churm. Kriegs⸗ und Domainenkammer die verordnung ergehen, daß, weil die Fiſche in der Oder ſehr ungeſund

und viel daran geſtorhen, und denn daher XXX. Es hat nicht gefehlet an ſolchen jahren, da das war.

allerhand gefaͤhrliche krankheiten zubeſorgen wären, ‚wann die arme Leute ohne unters ſcheid dergleichen aͤſen, Selbige ſo gnaͤdigſt als ernſtlichſt der Churmaͤrk, Kainmer, auch dem Collegio ſanitatis anbefehlen lieſſen, nicht allein die noͤhtige praecautiones nemen zulaſſen, daß keine matte, oder ſonſt unge­ſunde Ziſche berkaufet würden, ſondern auch an alle Magiſtraͤte und Commiſſarjos loco.

rum, dagegen die noͤhtige verfügung zuma­

chen, damit allem beſorglichen nachtheil vor­

gebeuget würde; welches dann alſofort ge

boͤriger maſſen, ſonderlich in den an den

Briüchern gelegenen oͤrtern bekannt gemachet

worden. Im uͤhrigen hat die forderſamſte IV. Theil der Maͤrt. Ziſt.

ausheſſerung und wiederherſtellung der Dame me und der ſchaden, welchen die Vorwerker in dem Bruch erlitten, S. K. M. mehr als

eine tonne goldes gekoſtet, desjenigen zuge­

ſchweigen, was die Einwohner hier und in den an der Oder gelegenen oͤrtern eingebuſſet.

Es war aher kaum die Oder wieder in ih­ren rechten gang und ufer getreten, und die geſchehene bruͤche ausgebeſſert: ſo fing das waſſer wieder an zuwachſen, und ging am 19 9kt0ber ſo hoch, daß die niedrige huͤtun­

gen und wieſen ganz uͤberſchwemmet waren

Und blieb es zwar im herbſt dabei: aher im Jan. des folgenden 1737 jahres nahm es wieder ſi gewaltig zu, daß es am 18 Jan. bei Lehus 3 ellen hoch gewachſen war, und man im Amt Wollup an einigen orten mit Kahnen uͤberweg fahren konnte, die Daͤmme bei Kuͤſtrin nur noch einen fuß an

bord hatten, und nur noch 23 fuß fehleten,

um nicht ſo hoch zuſein, als die vorige fluht geweſen. Wannenhexo man wiederum in groſſen ſorgen war, die Damme můͤchten durch; brechen: inſonderheit da am 25 Jan. der Damm hei der Kuhburg bei Frankfurt, und

=/. r. ſchon durchgeweichet, und bei

Neuendorf nach Kieniz zu das waſſer ſchon ſtark gelaufen, und den durchbruch ge­drohet. Doch iſt es fur dieſesmahl dabei geblie­ben, und ohne weitern ſchaden abgegangen. Welchergeſtalt S. ieztregierende Königl. Maj. dem Oderſtrohm in der gegend Güſte­buͤſe durch eine der uͤberſchwemmung weniger ausgeſeyte gegend. durch ziehung eines Neuen Grabens oder alvei, einen geraden und kuͤr­zern weg anweiſen laſſen; wodurch ein herr licher ſtrich Landes urhar gemachet, und viel koſtbare Teiche oder Damme erſparet wer­den; davon wird bei anderer gelegenheit ge­handelt werden. Man iſt noch gegenwaͤrti­tige zeit mit dem werke heſchaͤftiget. XXV. Es hat aber im gegentheil auch

ſer abgenommen, und ſo klein worden, daß man den mangel deſſelben ſowohl, als den uͤberfluß empfunden, wie deſſen oben III. Th. J. Kap. S. XIX. ſ. 527. erwehnung ges A. 1719 war die Oder bei der ſo groſſen daͤrte dergeſtalt klein, daß in deren grund oder alveo an manchen oͤrtern nur ein ſchma­ler Strohm, ſonſt aber nur Tümpel und klei­ne Luche geſtanden, und die Frankfurter Kahne mit der fracht nicht fortkommen Fön: nen, und ſehr oft ſitzen geblieben. Wie nun die zum waſſer gewöhnte geſchöpfe bei ſoge­ſtalten ſachen die tiefe zuſuchen pflegen

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