Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
85
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85."FimfterZheit, 1. Buch! V. Kap. Von der Stat Gardelegen.

extinctae: Catharina Rönnera coniux die 23 Aug. Anno Aet. 56. filiae 2: Catharina Schulzen, 2 Sept. An. Aet. 19. Anna Schul­zen, Sept. An. Aet, j. Anno 1628. Guil­helmus Schulz phtiſi extinctus die 24 Febr. An. Aet. 16. Hos comitatus obit Pater atque maritus amandus, Caſpar Schulz Anno Chriſti i645. An. Aet. 75.

Hr. 44. Mentio iuſtorum maneat benedicta per

aevuüum ö Premia iuſtitiae ſintque repoſta polo. 1. Die Tholle iſt oben l. K. ſ 96 mit unter die Sieben Hauͤſer gerechnet worden, ſo wuͤ­ſte gelegen, und liegt nicht weit bon Burg­ſtal. Es iſt daſelbſt bei vormahliger ver» faſſung der nachhero aufgehobenen Erbpacht ein maͤßiges dorf angerichtet worden: wel­che bewandnuͤß es auch mit Pleez hat, ſo na­he an Borgſtal lieget, und wo noch unlaͤngſt Koloniſten hingeſetzet worden. ni. Flechtingen kommt in der Ottonum hriefe unter dem namen Flatungen und Fla­tigungen vor, u. gehoͤret den Hn. von Schenk. Das ſchoͤne Adel. Schloß iſt mit waſſer umge­ben und eine Burg geweſen. Daß es A. 1473, ſamt dem dorfe ganz abgebrant, meldet Mei­bom. Chron. Marienthal ſ27 3. und A. 1738 hat das dorf 38 hauͤſer verlohren. In der Kirche zu Flechtingen iſt ein ans ſehnliches grabmahl eines Kerſten oder Chris ſtians von Schenken, als ehemahligen Pa­troni dieſer Kirche, u. der von groſſen mitteln geweſen, und die verſchuldete Schenkiſche guͤter wieder zuſtande gebracht, ſamt feiner gemahlin Katharina von Buͤlaw, welche beiderſeits in ſtein ausgehauen zuſehen, und neben ihnen eine groſſe wohlausgearheitete Kabſchrift fuͤr dero ſohn, Wernern von Schenken, mit vier abtheiſungen, derer die. die lreuzigung Chriſti enthält, nebſt feinen und feiner heiden Ehegenoßin, jedwedern z Ahnen. Die 2, Chriſti auferſtehung und him: melfahrt. Die 3, die ausgieſſung des H. Geis ſtes. Die 4 ein Dreifaltigkeitshild und Chris ſti ſtzung zur rechten des Vater., Der al­tar mit 12 Heiligen hat ehedem im Hoſpital S. Georgi bor Heimſtaͤt geſtanden, und iſt für eine gewiſſe ſchuld hierher genommen wor» den. Auf der ſo genannten alten Kirche iſt ein nachlaß won einer alten mauer.. Wo das Adel. ſchloß und graben lieget, ſoll vor dem ein ſtarket fellen geweſen fein; wie ſich dann dar unter auch keller befinden, welche ganz in ſteinfelſen eingehauen fein;

86 Von dem Flechtingiſchen oder Schenki­ſchen hol; S. Hr. Walther Singul. Magd. VII. Th. ſ. 128. 120. woſelbſt er auch an­merkt, daß vor dieſem Tempelherren in Flechtingen gewohnet.

v. Zu Dannenfelde in der Kirche haͤnget noch die fahne, welche die Bauern gefuͤhret, als ſie A. 1675 an der Elbe wache halten muͤſſen, um den uͤbergang der Schwediſchen ſoldaten zuherwehren. Sie enthält auf heiden ſeiten das Churfuͤrſtl. wapen mit dem Churhut und darunter ſtehenden huchſtaben F. M. C. B. 1675. Unter dem Adler lies ſet man gleichfals auf beiden ſeiten die worte:

Wier ſind Bauern von Geringem

Guht Und dienen unſerm Churfůürſten und rrn mit unſerm Bluht. . Im Droͤmeling. Welcher fahne und aufſchrift auch gedacht wird im Verwirrt. Europ. J. Th. *Bulſtringen ein Alvenslebenſches Dorf an der Ohra gelegen, iſt vielen feuershruͤnſten unterworfen geweſen, am meiſten aber A. 1654 den 27 Aug. damahls 146 nach Trin. da binnen 2 ſtunden 22 wohnhauͤſer nebſt ſcheunen und ſtaͤllen, auch die Pfarre und Schule ſamt ihren nebengebauden, in allem auf 60 ſtuͤk eingeaͤſchert worden. Die Kirche iſt 1708 von neuen gehauet worden, der Thurm aber ſtehen geblieben. In demſelben iſt die mittelſte ſo genannte Feierabends glolke noch aus den Papiſtiſchen zeiten. Auf derſelben ſtehet das hildnüs eines Heiligen 8. Nicolai oder Franciſci: gegen über das Marienbild. Oben mit moͤnchenſchrift: Regina o Rex glorie Chri­ſte veni cum pace amen. MCG CI XXIII. A. 1682 den 21 Sept. hat die peſt die­ſes dorf ergriffen, und bis zum z Fehr. A. 168 3 gewaͤhret, binnen der zeit aber 152 perſonen weggeraffet. Vergl. unten ſ. 92. n. XXIX. vi. In dem Buͤlſtringiſchen gebiet auf den graͤnzen gegen dem gehöͤlze Zernitz if ein graben befindlich, welcher der Mordgraben genennet wird. Damit hat es dieſe hewand­nus: A. 1681 hat die Buͤrgerſchaft zu Neuenhaldensleben eine ungewöhnliche Viehtrift durch das Bilſtringiſche gehoͤlze der Buͤlſtr. Gemeine zum ſchaden ſich ma­chen wollen. Dieſem eingrif vorzukommen hat die Buͤlſtringiſche Gemeine in ihrem ges hoͤlze einen graben aufgeworfen: welches die Buͤrger von Neuhaldensleben nicht leiden wollen, und ſein nebſt ihrem Burgermeiſter Heinzius am 31 März mit vollem gewehr F 2 auf