Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1751)
Entstehung
Seite
43
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43 Fünfter Theil, 1. Buch. V. Kap. Von der Stat Seehauſen.

hin und wieder gedacht worden, und worin ein ſcheffel rokken dieſer orten 4 rthl. gegol­ten. Es iſt auch die Stat der fremden krie­gesboͤlker nicht gänzlich erlediget worden, in­dem ſie nicht allein der Schwediſchen beſat­zung zu Gardelegen beitrag thun muͤſſen, ſon­dern es hat der Schwediſche Generalfeld­marſchall, Torſtenſon, nachdem er im Ott. nach ableiben des Feldmarſchals, Baniers, das Generalat uͤber ſich genommen, den fol­

genden winter die Stat mit 2 regimentern

reitern beleget, welche zwar hernach auf befehl gedachten Generals, zum theil auf die herumliegende doͤrfer verleget worden, ie­doch iſt dadurch geſchehen, daß die Kloſter­kirche und andere daherum befindliche gebauͤ­de dadurch verderbet und in den ſtand ge­bracht worden, worin ſie ſich noch ietzo be­finden, wie wir 5. Vll. geſehen. Ob auch

wohl indeſſen zwiſchen der kron Schweden

und Churfürft Friederich Wilhelm ein ſtill­ſtand getroffen: ſo hat ſich doch der Schwe­diſche Oberſte Duwald, fo mit feinem Re­giment zu Gardelegen gelegen, nicht daran gekehret, ſondern einen weg wie den andern die contributiones nach der vom General­feldmarſchall Torſtenſon gemachten anord­nung gefodert; dahero Se. Churfl. Durchl.

ein ſchreiben vom 26 Aug. 1643, an den SFeldmarſchall Torſtenſon abgehen laſſen,

um ſolches abzuſtellen, auch geſchehen. i

Xlil Was maſſen dieſe Stat von den Waſ­ſerfluhten durch einbrechung der Elbteiche groſſen ſchaden gelitten, ſolches iſt in dem vor­berg: V. Th. L. K. II. 5. ſ. 95 3, und VI. 5. ſ. 968, bei meldung der Elbe mit mehren vorgeſtellet worden.

Von Feuersbruͤnſten findet ſich, daß A. 1639, 17 Sept. durch verwahrloſung einer darre hei einem Bürger, Hans Tham­ſen, ſo am markte gewohnet, zu mittage um 2 uhr ein feuer ausgekommen, welches 3 benachbarte hauͤſer mit in die aſche geleget, und von dar ſich in die Stege geworfen, all­da eines kuͤrſchners haus angezuͤndet, und ferner alle hauͤſer in derſelben kleinen ſtraſ­ſe weggefreſſen, auch weiter auf den graben bis an die ſo genannte Ruͤters Roßmuͤhle fortgefahren. LE Ferner iſt A. i653 O den 111 Aug. auf welchen damahls das Evangelium von der zerſtoͤhrung Jeruſalems eingefallen, zu mit­tage zwiſchen 11 und 12 uhr bei einem klein­ſchmiede, Peter Pallerſtaͤt, in der Beu­ſterſtraſſe eine feuersbrunſt entſtanden, ins

nach der zeit

44 dem er mit einem lichte in der kammer ej art geſuchet, fo zwiſchen flachs gelegen, nn ſelbiges dadurch feuer gefaſſet, welches auf beiden ſeiten derſelben ſtraſſe 19 hauͤſer weg, genommen, auch von dar ſich in die Müh, lenſtraſſe geworfen, und daſelbſt eben ſo hie ohne die ſtaͤll und ſcheunen, welche damals mit getreide angefuͤllet geweſen, in die aſche geleget...

A. 1669,% vor Oculi, damahls den z März, iſt in des geweſenen Teichhauyt­manns und Burgermeiſters, George Har, niſch, ſcheune, ein feuer entſtanden, welches, wie davor gehalten worden, angelegt gewe fen, und hat bis an die Viehſtraſſe um ſch gegriffen, und in derſelben die eine ſeite, nebſt der baderei am Viehthor weggenom. men, und dergeſtalt 15 hauͤſer ohne ſcheu, nen und ſtaͤlle eingeaͤſchert.

Sieben jahr hernach A. 1676 den 15 Jul. iſt bei einem ſchmiede namens Holzhauſen, ſo an dem Muͤhlenthore gewohnet, ein feuer aufgegangen, wodurch die eine ſeite der Muh, len⸗ und Bruderſtraſſe bis ans Beguinen haus, die Vieh⸗ und Kleine⸗Bruͤderſtraſſe aber bis an das Kloſter gaͤnzlich, und alſo insgeſamt 58 wohnhauͤſer ohne ſtaͤlle und ſcheunen, ingleichen das Viehthor, ſamt einem theil der bruͤkke verbrant worden. Sechs wochen drauf, den zo Aug. if die entzuͤndung des thurms und der Kirche durch ein donnerwetter erfolget, dergleichen auch 1727, ingleichen 1752 den 28 Jul, geſchehen, wovon in dem vorherg. 5. V. weit lauͤftig gehandelt worden.*

A r7a2 am Himmelfahrtstage iſt durch verwahrloſung in eines tageldhners hauſe unter der vormittags predigt in der Vieh ſtraſſe eine feuersbrunſt entſtanden, und bis nuhr verhelet worden, da alles in Hole flammen ausgebrochen, und nebſt der Vieh­

ſtraſſe die ganze Müͤhlenſtraſſe, der Graben

und die halbe Beuſterſtraſſe in die aſche ge­leget, iedoch Kirche, Rahthaus und andere Statgebaude von der flamme verſchbnet

worden.

Deme wollen wir noch beifügen, daß1722 des Magiſtrats Rösmuͤhle in der Stat

abgebrannt, und an deren ſtelle eine andere

vorm Viehthor wieder aufgebauet worden, in welcher 2 pferde eben das verrichten, wa in der alten 4 bis 6 pferde thun muͤſſen. Von einigen ſchweren Gewittern zugeden­ken, fo hat auſſer oben angefuhrten,. 17277 10 Sept. ſich wiederum eins eingefunden, dabei ein ſchlag die wunderbare..