Teil eines Werkes 
Grad-Abtheilung 27, Blatt 55 [Neue Nr. 2940] (1899) Wuticke : geologische Karte / geognostisch und agronomisch bearb. durch H. Gruner 1894
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen

22 Agronomisches.

(Bullenklee, Schwedischer-. und Weissklee, Hopfenklee und Sumpf­schotenklee), für nassere Flächen aus 29 pCt. Untergras, 45 pCt. Obergras und 27 pCt. Klee besteht. Zur Düngung verwende man Compost oder besser Kalisalze nebst Phosphaten. Da der Moor­boden sehr arm an Kali ist, so muss eine Moorwiese jährlich mindestens soviel Kali erhalten, als eine gute Heuernte enthält. Nach Fleischer ist in 40 Centner Heu von Moorwiesen ebensoviel Kali, als in 4 Centner Kainit und da ein Theil des leicht löslichen Kalis im Kainit leicht in den Untergrund gelangt, so ist das an­gegebene Quantum unumgänglich nothwendig.

Phosphorsäure bedürfen die Moorwiesen weniger, denn 40 Centner Heu entziehen dem Boden kaum mehr Phosphorsäure, als in einem Centner Thomasphosphat mit 15 pCt. citratlöslicher Phosphorsäure enthalten ist(Fleischer).

Mit Rücksicht darauf, dass die Phosphorsäure sich im Wurzel­gebiet der Pflanzen aber langsam verbreitet, wird man gut thun, pro Morgen ein Quantum von 1'!/22 Centner Thomasphosphat im ersten Jahre zu geben; später genügt 1 Centner.')

Um einen Beleg für die chemische Zusammensetzung einer Moorerde zu geben, möge die Analyse einer solchen aus dem Leegebruch, bei Oranienburg. folgen. 100 Gramm enthielten in Prozenten: 6,90 H,O, 0,819.Si0;,. 0,701 Fe, 0,, 0,601 Al, 0,, 0,495 CaO, 0,164 MgO, 0,025 P,0;, 0,083 SO, 0,020 Na, O, 0,002 K, 0(HE. Keil).

Vor allem ist aber- bei den Moorwiesen dafür Sorge zu tragen, dass die Gräben stets gut gereinigt bleiben und die Unkräuter nicht überhand nehmen. In letzterer Hinsicht thut die Wiesenegge vortreffliche Dienste, und stellen sich in der Wiesennarbe Lücken ein, so sind diese durch Nachsaat wieder zu schliessen. Kin weiteres richtiges Wiesenwerkzeug ist die Walze; sie muss dem Eyggen, der Nachsaat und der Heuernte unmittelbar folgen.

1) Die nicht besandeten Wiesen des Rittergutes Rosenwinkel erhalten pro Morgen 3 Centner Kainit und| Centner Thomasmehl; später wurden nur noch 3 Centner Carnallit gegeben, da in den Wiesen viel Blaueisenerde vorhanden ist. Die Kühe nahmen das darauf gewachsene Gras ungern, das Heu wurde aber begierig gefressen,