Heft 
(1996) 2
Seite
36
Einzelbild herunterladen

scher Aspekte der Chemie. Sie bildet die Basis für eine spätere Spezialisierung im Rahmen der Diplomarbeit, die in den meisten Fällen interdisziplinär angelegt ist. Ferner ist sie von Bedeutung für die Behandlung der Toxikolo­gie sowie des Umweltschutzes. Die Vorlesung wird durch ein Praktikum" Einführung in mikrobiologische Arbeitsmethoden" ergänzt.

( 8) Durch Vorlesungen über spezielle Rechtsgebiete werden die Studierenden mit den gültigen gesetzlichen Bestimmungen für den Umgang mit Chemikalien und das Arbeiten im Labor vertraut gemacht.

§ 6

Studieninhalte des Hauptstudiums

( 1) In weiterführenden Vorlesungen der Anorganischen Chemie werden die Studierenden mit den Prinzipien der Festkörperchemie sowie der Koordinationschemie ver­traut gemacht und zu einem tieferen Verständnis von Zu­sammenhängen zwischen Reaktionsablauf und strukturel­len Gegebenheiten geführt. Sie eignen sich Kenntnisse über anorganische Werkstoffe, seltene Elemente und auf dem Gebiet der Bioanorganischen Chemie an. Durch Teilnahme am Praktikum für Fortgeschrittene lernen die Studierenden die Anwendung moderner Methoden in der Anorganischen Chemie kennen.

( 2) In den Vorlesungen zur Speziellen Organischen Chemie werden die Stereochemie, die wichtigsten Na­turstoffe und die Chemie der Heterocyclen behandelt. Neben den stereochemischen Aspekten, die auch in den beiden letztgenannten Vorlesungsreihen eine große Rolle spielen, wird mechanistischen Gesichtspunkten sowie neuen Synthesemethoden besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Im Organisch- chemischen Fortgeschrittenen­praktikum lernen die Studierenden die Methoden der präparativen organischen Chemie zu verbinden und wer­den befähigt, organische Präparate an Hand von Litera­turrecherchen herzustellen.

( 3) In der Physikalischen Chemie eignen sich die Studie­renden vertiefte Kenntnisse auf den Gebieten der Ther­modynamik, Kinetik und Elektrochemie an. Im Mittel­punkt der Lehrveranstaltungen stehen Gesetzmäßigkeiten der Dynamik in nichtidealen Systemen sowie Methoden zur Untersuchung der Abhängigkeit physikalisch- che­mischer Parameter von der Struktur und den zwischen­molekularen Wechselwirkungen. Im vertiefenden Prakti­kum wird bei verstärktem Einsatz moderner Rechen­technik zunehmende Selbständigkeit bei der Wahl der Methoden zur Lösung der gestellten Aufgabe gefordert.

( 4) In der Analytischen Chemie werden Kenntnisse über moderne Methoden der Stofftrennung und über instru­mentell- analytische Methoden der Element- und Struk­turanalytik hinsichtlich qualitativer und quantitativer Aspekte vermittelt, einschließlich der zur Auswertung benötigten Prinzipien der Statistik und Chemometrie. In einem begleitenden Praktikum erlernen die Studenten die Anwendung der Instrumentalanalytik hinsichtlich Tren­nung, Konzentrations-, Element- und Strukturanalytik anorganischer und organischer Stoffe. Im Wahlpflicht­fach Analytische Chemie schließlich werden Prinzipien

chemometrischer Auswertetechniken, der Qualitätssiche­rung, der Automatisierung und der Sensorik vertieft und in einem begleitenden Praktikum die Kenntnisse in den molekülspektroskopischen Methoden NMR-, IR-, UV­VIS- Spektroskopie und Massenspektrometrie unter Be­achtung spezieller Aspekte der Umwelt- und Strukturana­lytik verbreitert.

( 5) Die Vorlesung Technische Chemie befaßt sich mit physikalischen und chemischen Grundprozessen sowie mit technologischen Arbeitsprinzipien, die bei der Stoff­umwandlung unter technischen Bedingungen Beachtung finden. Außerdem werden grundsätzliche Aussagen zum Umweltschutz getroffen. Durch ausgewählte Aufgaben­stellungen im technischen Laborpraktikum wird das Wis­sen über physikalische Grundprozesse vertieft.

( 6) Durch Vorlesungen über Toxikologie werden die Studierenden mit den biologischen Wirkungen von Chemikalien, der Einteilung von Giftstoffen und den Untersuchungsmethoden der Toxikologie vertraut ge­macht und erwerben Sachkenntnisse auf den Gebieten der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes.

( 7) Die Vorlesungen über Polymerchemie machen die Studierenden mit aktuellen Methoden und Theorien der Synthese von Homo- und Copolymeren vertraut und vermitteln ihnen umfassende Kenntnisse über die Zu­sammenhänge zwischen Struktur und Eigenschaften von Polymeren. Darüber hinaus stehen Fragen der Thermo­dynamik der Polymere, moderne Methoden der Poly­meranalytik sowie mechanische, optische und elektrische Eigenschaften von Polymeren im Mittelpunkt der Vorle­

sung.

( 8) Die Kolloidchemie vermittelt zusammenfassend und vertiefend Kenntnisse über Gesetzmäßigkeiten und prak­tische Bedeutung von Kolloiden. Im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen die Besonderheiten des kolloi­dalen Zustands, die elektrischen und optischen Eigen­schaften von Kolloiden, ihre Rolle in den verschiedenen Bereichen der Natur und die bewußte Ausnutzung der Besonderheiten in den unterschiedlichen Anwendungs­gebieten.

( 9) Das Wahlpflichtfach Kolloid- und Polymerchemie baut auf den Kenntnisstand der Vorlesung Kolloidchemie und Polymerchemie auf und vermittelt darüber hinaus vertiefte Kenntnisse zu speziellen kolloidalen bzw. po­lymeren Systemen. Dabei stehen Strukturbildungsphä­nomene in Komplexen bis hin zu selbstorganisierten Sy­stemen sowie deren Beschreibung im Vordergrund des Interesses.

( 10) Auf dem Gebiet Theoretische Chemie und Compu­terchemie vermittelt im Hauptstudium ein dreisemestriger obligatorischer Kurs allen Studierenden in Vorlesungen und Übungen die theoretischen Grundlagen der chemi­schen Bindung, Struktur und Reaktivität sowie in einem Praktikum mit begleitender Vorlesung anwendungs­orientierte Grundkenntnisse und Fertigkeiten für den Computereinsatz in der chemischen Praxis, u. a. zu Da­tenbankrecherchen, Modellierung molekularer Struktu­ren, quantenchemischen Berechnungen und Synthesepla­

36