Heft 
(1997) 4
Seite
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zu b) Allgemeine Soziologie

Die" Allgemeine Soziologie" beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen des Faches, ihrer Geschichte und ihrer Anwendungsmöglichkeit in soziologischen Spezialisierungen und in Zeitdiagnosen. Während des gesamten Studiums vermittelt die" Allgemeine Soziolo­gie" erstens einen Überblick über die wichtigen Theorie­richtungen. Exemplarisch werden zweitens in ihrem Rahmen Kenntnisse über ausgewählte Ansätze bis hin zu möglichen Anwendungen vertieft. Im Grundstudium be­steht eine ihrer Hauptaufgaben darin," Grundzüge der Soziologie" zu behandeln. Im Regelstudienplan sind da­für sind 8 SWS vorgesehen.

Jedes Jahr findet die Vorlesung" Historische Einführung in die Soziologie"( pro Jahr jeweils zwei SWS) statt, die von einem Seminar( zwei SWS) begleitet wird. Vorge­stellt werden in dieser Vorlesung die wichtigsten theore­tischen Ansätze in ihren historischen und geistigen Kon­texten. In dem zugeordneten Seminar werden Schlüssel­texte der in den Vorlesungen behandelten Klassiker und die in ihnen entfalteten Grundbegriffe eingehend behan­delt. In einem solchen Seminar kann der Leistungsnach­weis" Grund- züge der Soziologie" erworben werden. Voraussetzung für die Vergabe dieses Leistungsnachwei­ses ist außerdem die regelmäßige Teilnahme an der ent­sprechenden Vorlesung( zwei SWS).

Für die vertiefende Wissensvermittlung und die Ein­übung soziologischen Denkens werden im Grundstudium regelmäßig Seminare zu Problemen der sozialwissen­schaftlichen Wissenschaftstheorie, zum Werk soziologi­scher Klassiker und zu wichtigen soziologischen Theo­rien, Schulen und Grundbegriffen angeboten. Aus ihnen und den einführenden Veranstaltungen können die The­men für die Zwischenprüfung" Grundzüge der Soziolo­gie" nach dem vierten Fachsemester entnommen werden.

zu c) Methoden der empirischen Sozialforschung Der Veranstaltungszyklus" Methoden der empirischen Sozialforschung" soll die Studierenden dazu befähigen, empirische soziologische Forschung selbst durchführen und empirische Forschungsergebnisse kritisch einschät­zen zu können. Diesem Zweck dient die Schulung an EDV- Anlagen, die Vermittlung der notwendigen Kennt­nisse in Forschungsplanung und Datenerhebung und die Einführung in die grundlegenden Analysemodelle für sozialwissenschaftliche Daten.

1. Semester

Einführung in die EDV:

In dieser Veranstaltung( zwei SWS) wird in ein Betriebs­system und in sozialwissenschaftlich relevante Anwen­dungsprogramme auf PCs eingeführt.

2. Semester

Methoden der empirischen Sozialforschung Ia:

In der Vorlesung( zwei SWS) werden insbesondere Me­thoden der Datenerhebung sowie quantitative und quali­tative Forschungsdesigns behandelt. In parallelen Übun­gen( zwei SWS) führen die Studierenden eine kleine Datenerhebung durch.

3. Semester

Methoden der empirischen Sozialforschung Ib:

In der Vorlesung( vier SWS) werden die deskriptiv- und inferenzstatistischen Modelle der sozialwissenschaftli­chen Datenanalyse dargestellt und diskutiert. In paralle­len Übungen können Auswertungen durchgeführt und Ergebnisse interpretiert werden.

4. Semester

Methoden der empirischen Sozialforschung II:

In der Vorlesung( vier SWS) werden die grundlegenden Modelle der multivariaten Datenanalyse in den Sozial­wissenschaften dargestellt und diskutiert. In parallelen Übungen können die Modelle eingesetzt werden, um zu ausgewählten Fragestellungen theoriegeleitete Auswer­tungen auf der Basis der aktuellen ALLBUS/ ISSP- Erhe­bung durchzuführen. Darüber hinaus können Zusatzqua­lifikationen nach freier Wahl, z.B. bezüglich weiterer EDV- Programme und weiterer Ansätze der qualitativen Sozialforschung erworben werden.

zu d) Sozialstrukturanalyse

Das Studium der" Sozialstrukturanalyse" beginnt mit der Vorlesung zur" Einführung in die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland". Die Vorlesung wird in jedem Wintersemester angeboten und sollte in der Regel im ersten Semester gehört werden. Die Vorlesung be­schreibt die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutsch­land und vermittelt erste konzeptionelle, theoretische und methodologische Grundlagen der Sozialstrukturanalyse. Die Teilnahme an Seminaren des Fachgebietes " Sozialstrukturanalyse" setzt den( ggf. gleichzeitigen) Besuch dieser Vorlesung voraus. Das zugehörige Semi­nar zur Vorlesung sollte spätestens im zweiten Semester absolviert werden. Darüber hinaus ist empfehlenswert, im Anschluß an Vorlesung und begleitendem Seminar min­destens eine Lehrveranstaltung zur" Sozialstruktur­analyse moderner Gesellschaften I" zu besuchen. Veran­staltungen dieses Typs widmen sich exemplarischen Fra­gestellungen der Sozialstrukturanalyse und zeigen auf, wie diese unter Rückgriff auf soziologische Theorie und Methodik beantwortet werden können. Lehrveranstaltun­gen zur" Sozialstrukturanalyse moderner Gesellschaften I'" bauen auf Vorlesung und begleitendem Seminar auf und sollten daher erst im zweiten bzw. dritten Semester besucht werden.

Der Leistungsnachweis" Sozialstrukturanalyse" kann nach Absolvierung von Vorlesung( zwei SWS) und be­gleitendem Seminar( zwei SWS) erworben werden. Der Leistungsnachweis erfolgt in der Regel über eine Klau­

sur.

zu e) Soziologie der Geschlechterverhältnisse

Die Professur für Frauenforschung führt alle zwei Seme­ster eine Vorlesung" Einführung in die Soziologie der Geschlechterverhältnisse" durch, die von einem Seminar begleitet wird. Behandelt wird in dieser Veranstaltung erstens, was Geschlechterverhältnisse und symbolische Geschlechterordnungen in modernen Gesellschaften( im historisch- systematischen Vergleich zu anderen Gesell­schaftsformen) kennzeichnet; zweitens, in welchem strukturellen Zusammenhang soziale Organisationsfor­men der Geschlechterverhältnisse zu Formen der Arbeits­teilung, des Tausches, der sozialen Differenzierung und Schichtung stehen und drittens, welche Rolle" Ge­schlecht" bei der Ausbildung von Identitäten spielt. Zu­

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