Heft 
(1997) 4
Seite
93
Einzelbild herunterladen

§ 7

Inhalte des Grundstudiums

( 1) Das Grundstudium dauert in der Regel vier Semester und schließt mit der Zwischenprüfung ab. Es dient dem Erwerb von Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens im allgemeinen, von breit angelegten Grundlagenkennt­nissen in den soziologischen Theorien und in den Metho­den der empirischen Sozialforschung sowie von Kennt­nissen in den speziellen Soziologien.

( 2) Schwerpunkte des Grundstudiums Soziologie bilden: a) Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten ( soziologisches Tutorium),

b) Allgemeine Soziologie( Grundzüge der Soziolo­gie),

c) Methoden der empirischen Sozialforschung, d) Sozialstrukturanalyse,

e) Soziologie der Geschlechterverhältnisse, f) Organisations- und Verwaltungssoziologie.

zu a) Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten Die" Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" sollte im ersten oder spätestens im zweiten Semester besucht werden. Das Seminar führt in die elementaren Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens ein, übt den selbständi­gen Umgang mit Literatursuche und-aufarbeitung und vermittelt die Grundlagen für Referate, Arbeitspapiere und wissenschaftliche Hausarbeiten. Die" Einführung in das wissenschaftliche Arbieten" hat einen Umfang von zwei Semesterwochenstunden( SWS).

zu b) Allgemeine Soziologie

Die" Allgemeine Soziologie" beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen des Faches, ihrer Geschichte und ihrer Anwendungsmöglichkeit in soziologischen Spezialisierungen und in Zeitdiagnosen. Während des gesamten Studiums vermittelt die" Allgemeine Soziolo­gie" erstens einen Überblick über die wichtigen Theorie­richtungen. Exemplarisch werden zweitens in ihrem Rahmen Kenntnisse über ausgewählte Ansätze bis hin zu möglichen Anwendungen vertieft. Im Grundstudium be­steht eine ihrer Hauptaufgaben darin," Grundzüge der Soziologie" zu behandeln. Dafür sind im Regelstudien­plan sechs SWS vorgesehen.

Jedes Jahr findet die Vorlesung" Historische Einführung in die Soziologie"( pro Jahr jeweils zwei SWS) statt, die von einem Seminar( zwei SWS) begleitet wird. Vorge­stellt werden in dieser Vorlesung die wichtigsten theore­tischen Ansätze in ihren historischen und geistigen Kon­texten. In dem zugeordneten Seminar werden Schlüssel­texte der in den Vorlesungen behandelten Klassiker und die in ihnen entfalteten Grundbegriffe eingehend behan­delt. In einem solchen Seminar kann der Leistungsnach­weis" Grundzüge der Soziologie" erworben werden. Voraussetzung für die Vergabe dieses Leistungsnachwei­ses ist außerdem die regelmäßige Teilnahme an der ent­sprechenden Vorlesung( zwei SWS).

Für die vertiefende Wissensvermittlung und die Ein­übung soziologischen Denkens werden im Grundstudium regelmäßig Seminare zu Problemen der sozialwissen­schaftlichen Wissenschaftstheorie, zum Werk soziologi­scher Klassiker und zu wichtigen soziologischen Theori­en, Schulen und Grundbegriffen angeboten. Aus ihnen und den einführenden Veranstaltungen können die The­

men für die Zwischenprüfung" Grundzüge der Soziolo­gie" nach dem vierten Fachsemester entnommen werden.

zu c) Methoden der empirischen Sozialforschung Der Veranstaltungszyklus" Methoden der empirischen Sozialforschung" soll die Studierenden dazu befähigen, empirische soziologische Forschung kritisch einschätzen zu können. Diesem Zweck dient die Schulung an EDV­Anlagen, die Vermittlung der notwendigen Kenntnisse in Forschungsplanung und Datenerhebung und die Einfüh­rung in die grundlegenden Analysemodelle für sozialwis­senschaftliche Daten.

1. Semester

Einführung in die EDV:

In dieser Veranstaltung( zwei SWS) wird in ein Betriebs­system und in sozialwissenschaftlich relevante Anwen­dungsprogramme auf PCs eingeführt.

2. Semester

Methoden der empirischen Sozialforschung Ia:

In der Vorlesung( zwei SWS) werden insbesondere Me­thoden der Datenerhebung sowie quantitative und quali­tative Forschungsdesigns behandelt. In parallelen Übun­gen( zwei SWS) führen die Studierenden eine kleine Datenerhebung durch.

Darüber hinaus können Zusatzqualifikationen nach freier Wahl, z.B. bezüglich weiterer EDV- Programme und weiterer Ansätze der qualitativen Sozialforschung erwor­ben werden.

zu d) Sozialstrukturanalyse

Das Studium der" Sozialstrukturanalyse" beginnt mit der Vorlesung zur" Einführung in die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland". Die Vorlesung wird in jedem Wintersemester angeboten und sollte in der Regel im ersten Semester gehört werden. Die Vorlesung be­schreibt die Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutsch­land und vermittelt erste konzeptionelle, theoretische und methodologische Grundlagen der Sozialstrukturanalyse. Die Teilnahme an Seminaren des Fachgebietes " Sozialstrukturanalyse" setzt den( ggf. gleichzeitigen) Besuch dieser Vorlesung voraus. Das zugehörige Semi­nar zur Vorlesung sollte spätestens im zweiten Semester absolviert werden.

Der Leistungsnachweis" Sozialstrukturanalyse" kann nach Absolvierung von Vorlesung( zwei SWS) und be­bgleitendem Seminar( zwei SWS) erworben werden. Der Leistungsnachweis erfolgt in der Regel über eine Klau­

sur.

zu e) Soziologie der Geschlechterverhältnisse

Die Professur für Frauenforschung führt alle zwei Seme­ster eine Vorlesung" Einführung in die Soziologie der Geschlechterverhältnisse" durch, die von einem Seminar begleitet wird. Behandelt wird in dieser Veranstaltung erstens, was Geschlechterverhältnisse und symbolische Geschlechterordnungen in modernen Gesellschaften( im historisch- systematischen Vergleich zu anderen Gesell­schaftsformen) kennzeichnet; zweitens, in welchem strukturellen Zusammenhang soziale Organisationsfor­men der Geschlechterverhältnisse zu Formen der Arbeits­teilung, des Tausches, der sozialen Differenzierung und

93