Heft 
(1998) 3
Seite
43
Einzelbild herunterladen

$ 5

Zeitliche Gliederung des Studiums b

Es ist zweckmäßig, die Lehrveranstaltungen der einzelnen Teildisziplinen in einer bestimmten Reihenfolge zu bele­gen, weil ihre Inhalte vielfach aufeinander aufbauen und um die Regelstudienzeit einhalten zu können. Eine Orien­tierungshilfe für ein zeitlich abgestimmtes Studium gibt der Studienverlaufsplan vor. Bei Abweichung von diesem Plan ist zu beachten, daß die Einschreibevoraussetzungen für einzelne Lehrveranstaltungen erfüllt sein müssen. Bei der individuellen Studienplanung bieten die/ der speziell für Lehramtsstudierende zuständige Studienfachberaterin/ Studienfachberater der Chemie bzw. die/ der Prüfungsaus­schußvorsitzende Hilfe.

( 5) Im Rahmen der Informatikausbildung werden chemi­sche Probleme für den Einsatz der Rechentechnik aufgear­beitet und mit Hilfe von vorhandener Hard- und Software gelöst.

( 6) In der Vorlesung Physik werden grundlegende physika­lische Begriffe, Zusammenhänge, Gesetze und Methoden behandelt, so weit sie für das Verständnis chemischer Sachverhalte bedeutsam sind. Im Praktikum erwerben die Studierenden vor allem Wissen über die richtige Verwen­dung physikalischer Größen und Einheiten, über die physikalischen Grundlagen ausgewählter Meßmethoden, über den Aufbau von Experimentieranordnungen, beson­ders elektrischer Schaltungen, sowie über die Protokollfüh­rung und Auswertung von Meẞdaten und lernen dieses Wissen anzuwenden.

§6 Studieninhalte des Grundstudiums

( 1) In der Vorlesung Anorganische Chemie stehen die Eigenschaften von Stoffen, ihre Bindungsverhältnisse und ihre chemischen Reaktionsweisen im Mittelpunkt. Die Studierenden lernen wesentliche Grundprinzipien und allgemeine Gesetzmäßigkeiten der Chemie kennen und werden befähigt, daraus Schlußfolgerungen für Zusammen­hänge zwischen Aufbau der Atome, chemischer Bindung, Struktur und Eigenschaften der Stoffe abzuleiten. Im Rahmen der laborpraktischen Ausbildung werden die Studierenden mit unverzichtbaren Arbeitsmethoden der Chemie vertraut gemacht und erwerben Kenntnisse über die Durchführung anorganischer Analysen und über die Anfer­tigung anorganischer Präparate.

( 2) In der Vorlesung Organische Chemie werden sowohl die wesentlichen organisch- chemischen Stoffklassen als auch die wichtigsten Reaktionsmechanismen behandelt. Dabei wird der Zusammenhang zwischen Struktur, Eigen­schaften und Reaktionsverhalten aufgezeigt. Wichtige Verbindungsklassen wie z. B. Naturstoffe, Farbstoffe und Wirkstoffe werden auch unter Berücksichtigung ihrer technischen Bedeutung behandelt. In der laborpraktischen Ausbildung wenden die Studierenden allgemeine Arbeits­methoden für die Trennung bzw. Reinigung organischer Stoffe sowie für die Bestimmung physikalischer Konstanten

an.

( 3) In der Vorlesung Physikalische Chemie werden die Studierenden mit grundlegenden Sachverhalten der chemi­schen Thermodynamik, der chemischen Kinetik und der Elektrochemie vertraut gemacht. Dabei wird her­ausgearbeitet, daß es durch die Entwicklung der Wissen­schaft Chemie in zunehmendem Maße möglich ist, chemi­sche Probleme durch Anwendung mathematisch- physika­lischer Methoden und mit Hilfe von physikalischen Meẞ­verfahren zu lösen. In dem begleitenden Praktikum lernen die Studierenden physikalisch- chemische Arbeitstechniken kennen und wenden sie an.

( 4) Mit der Ausbildung in Mathematik sollen notwendige Voraussetzungen für das Verständnis und die quantitative Beschreibung chemischer und physikalischer Sachverhalte gelegt werden.

§ 7

Studieninhalte des Hauptstudiums

( 1) In den Vorlesungen zur Didaktik der Chemie werden Fragen der Stoffauswahl und theoretische Grundlagen didaktisch- methodischer Gestaltung von Chemieunterricht praxisrelevant behandelt. Im Praktikum" Chemische Schulexperimente" werden Verständnis für die Spezifik des Experimentierens im Chemieunterricht und Fertigkeiten im Umgang mit unterrichtsrelevanten Geräten und Chemika­lien entwickelt. Praktische Anwendung der theoretischen und experimentellen Kenntnisse erfolgt in semester­begleitenden Übungen in der Schule. Seminare dienen der Diskussion von theoretischen Grundlagen und von Mög­lichkeiten ihrer Umsetzung. Spezifische didaktisch- me­thodische Aspekte der Sekundarstufe II werden in einem Spezialseminar behandelt. In der Lehrveranstaltung" Com­putereinsatz im Chemieunterricht" werden die erworbenen theoretischen Grundlagen über die Gestaltung von Chemie­unterricht am Beispiel des Einsatzes von Computerpro­grammen angewendet und es werden von den Studierenden selbständig computergestützte Experimente durchgeführt.

( 2) In weiterführenden Vorlesungen der Anorganischen Chemie werden den Studierenden wesentliche Inhalte der Festkörperchemie und der Koordinationschemie vermittelt und sie werden zu einem tieferen Verständnis über Zusam­menhänge zwischen Reaktionsablauf und strukturellen Gegebenheiten geführt. Sie eignen sich Kenntnisse aus dem Gebiet der bioanorganischen Chemie, über anorganische Werkstoffe und seltene Elemente an.

( 3) In der Vorlesung Naturstoffe I werden wichtige Natur­stoffe und die Chemie der Heterocyclen behandelt. Ste­reochemische Aspekte, mechanistische Gesichtspunkte und neue Synthesemethoden stehen im Mittelpunkt der Be­trachtung.

( 4) In der Vorlesung Analytische Chemie I werden Kennt­nisse über moderne Methoden der Stofftrennung und über instrumentell- analytische Methoden der Element- und Strukturanalytik hinsichtlich qualitativer und quantitativer Aspekte vermittelt. Schwerpunkt bilden dabei die molekül­spektroskopischen Methoden NMR-, IR-, UVS- Spek­

43