Zeitschriftenband 
Theil 2 (1832) Beschreibung der politischen und kirchlichen Verhältnisse der Mark Brandenburg
Entstehung
Seite
569
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Abt von Hilktrslcbm die bischöflichen Ehrenzeichen für sei­nen kirchlichen Ornat, nachdem Bischof Meinhard von Oberstadt diesen Geistlichen zu seinem Vikar über die südliche Hälfte der Altmark bestellt hatte').

In Abwesenheit des Bischofes, wie im Falle der Erle­digung des bischöflichen Stuhles, führte sonst der Archidiako- »iis das Vikariat in allen bischöflichen Geschäften'), nur mit Ausnahme derjenigen, zu deren Verrichtung bloß die Heiligkeit bischöflicher Weihe ermächtigte. Besonders bei den Bisthümern, wo, wie in Havelberg und Branden­burg, das Archidiakonat mit der Präposikur im Domkapitel vereint war, stand daher der Archidiakonus dem Bischöfe an Macht lind Ansehen sehr nahe. Er war der Vorstand der ganzen äußern Verwaltung des Bisthums, des geistli­chen Gerichtes über die epemten Besitzungen der Kirche, er konnte den Pfarrern Erlaubniß zur Anstellung von Marien, Domherrn und Mönchen bas Recht zur Verwaltung von Seelsorge ertheilen, er hatte die Aufsicht über die Zehent«

1) Vgl. Thl. l. S. 183. Es giebt von der Verleihung bi­schöflicher Ehrenzeichen an Vorsteher von Kapiteln und Klöstern viel Beispiele. So erhielt sie der jedesmalige Erzkanzler der Kaise­rin, der gefürstete Abt zu Fulda und der Abt des berühmten Klv- . sters Kompiegne. Zu KLll« und Trier erhielten selbst die Stifts- Herrn die valmatüa und lVlitra, die Diakonen aber die Sandalieiz. Sogar den Hirtenstab erhielt der Prior zu Salzburg von seinem Erzbischöfe. Von Raumer, Hohenstaufen Thl. VI- S. 63.

2) kre^oaitu» gui et ch^isooz-ali« resti-i

^rclliUiacoou« eat, totiu« Diaeesis io absentia Lpisoopi euram iu omiiidu« gerit, tam io jii-bicii» exerceallis et Luris Leelesia- riim eonfereiilli», e,ua,n io alUs epi-copiallbns negotii« procura,,-, sti,. Mrtu«> enin, epiacopo non rolnm »piritualia verum rem- ^>oraI^a achminietrat. Statuio-n» preterea, no gui« klesianus ,P- ,iu» ^rcliilliaconatu« io Lccleaia -na Vicarium iuslitnere aut ncn,ionem aunuam »saigoaro auäeat xiiis krepositi -ni eonivea- ,i, et cvo-en-u; eie. Gercken'S Stiftshist. v. Br. E. 118.