Heft 
(1927) 36
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Wie die zerstörte Stadt um 1750 ausgesehen hat, darüber erfahren von Strausberg und wir aus einem alten Buche folgendes: ,, Nördlich westlich von Prötzel liegt mitten in einem herrlichen Eichwalde und ziemlich auf der höchsten Erhebung eines oft aus sehr steilen Hügeln und Tälern bestehenden Plateaus ein Flecken Landes, welches in der ganzen Umgegend den Namen der Stadtstelle im Blumenthal" führt. Ein großer Granitblock unter einer alten Eiche soll, wie erzählt wird, die Stelle be­zeichnen, wo der Marktplatz der untergegangenen Stadt lag; und in seiner Nähe erstrecken sich, in einer Höhe von etwa zwei Fuß über dem Boden und fast in der ganzen Ausdehnung des Feldes, Steinwälle, die tief in die Erde hinabgehen. Das sollen die Fundamente der Häuser jener Stadt sein. Noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts( um 1610) konnte man hier die Spuren einer Hauptstraße, welche die Richtung nach Strausberg waren noch ver­hielt, und die von 6 Querstraßen finden. Außerdem schiedene Gruben als Ueberreste von Kellern oder Brunnen zu sehen, und vier ummauerte Plätze, die der Nachlaß von Kirche, Rathaus, Schloß, Kloster und dergl. gewesen sein mögen. Innerhalb dieses Raumes lagen auch drei runde Hügel, von denen man sagte, daß sie Begräbnishügel seien. Das alles ist jetzt zum größeren Teil verschwunden; aber Sagen von dieser Stadtstelle haben sich mannigfaltig, namentlich in Strausberg, erhalten."

Schwartz, Sagen und alte Gesch. der Mark Brandenburg, Bekmann, Histor. Beschr. der Kur- und Mark Brdbg.; 1751.( Wahrscheinlich nach einem Bericht des Pfarrers Bierdemann in Prötzel).

Ausritt. 1432

Junker Werner von Pfuel verläßt den Blumenthal nach der Zer­störung des dortigen Hofes durch die Hussiten.

Herr Werner pfiff heut kein lustig Lied,

Er mußte von dannen fahren,

Arm war er wie eine Kirchenmaus, Viel ärmer, als einst vor Jahren.

Da war er gewesen ein junger Gesell

Und fröhlich gezogen ins Weite,

Und vor ihm in lockendem Lichte die Welt,

Die wollt er durchqueren die Breite.

Doch leider, sie schickt ihn mit Sorgen heim,

Wie hatte Frau Welt ihm gelogen!

Nun war es gewesen, als käme zuletzt

Ihm doch noch ein Glück geflogen.

Das war vorbei.

-

Vom Aug' ihm blinkt'

Ein seltsam feuchter Schimmer:

Im Blumenthal sein Haus und Hof, Weh, rauchender Schutt und Trümmer.

So hatte unmild der Böhme gehaust,

Sein Vater lag erschlagen,

Er hatte ihn unter dem Lindenbaum Begraben heut vorm Tagen.