Heft 
(1927) 36
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Klaus Jürgas, sein Knecht, ritt hinter ihm drein, Ein Bild voll Jammer und Leide-

Von allen Leuten im Blumenthal

Die einzigen waren sie beide.

Bleich hat er gefunden und stumm sein Weib,

Mit Todeswunde den Jungen:

Ach, nimmer hatte man solches Leid

Ihm an der Wiege gesungen.

So schieden sie beide, Herr und Knecht, Der blond, und grau der Alte,

Kein Vogel sang, feucht kam der Wind

Von Gielsdorf über die Halde.

Pastor Karl Jahn.

VI. Teufelssagen.

1. Der Teufel auf dem Marktstein.

Ein Meier auf dem Vorwerk Blumenthal erzählte, daß alte Leute ihm gesagt hätten, auf dem Marktstein der Stadtstelle zeige sich nicht bloß eine weiße Frau, sondern auch der Teufel; der habe dort oft sein Wesen getrieben. Auf der Oberfläche des Steines sei früher eine mensch­liche Fußstapfe zu sehen gewesen und daneben ein Pferdehuf. Die Um­risse sind jetzt verwischt, sollen aber vor Jahren noch deutlich zu er­kennen gewesen sein. Unter dem Marktstein sollen fremde Arbeiter, als die Stadtstelle dem Grafen Kameke gehörte, nachgegraben und sich dann des Nachts heimlich davon gemacht haben. Man meint daher, daß sie Sachen von Wert gefunden haben.

Zeitschrift für Ethnologie, 1871, Heft III, S. 194.

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2. Der Teufelssitz im Blumenthal.

Unweit der alten Berliner Straße befindet sich in Jagen 92 der Prötzeler Forst ein großer erratischer Block, im Volksmunde Teufelssitz genannt, weil er in seiner zerklüfteten Gestalt das Aussehen eines Stein­sessels hat. Er weist auf seiner Oberfläche zwei ausgeriebene Näpfchen von der Größe eines Fünfmarkstückes auf und ist rund herum umlagert von einem Kreis einzelner Findlinge. An diese unheimliche Stelle kehrt der Teufel nach nächtlichen Ritten zurück, sich und seinem schwarzen Pferde Ruhe gönnend. Auch die wilde Jagd, die von der Stadtstelle her am Faulen See vorüberbraust, verschwindet der Sage nach am Teufels­sitz. Dem Teufelssitz darf man sich nachts nicht nähern. Wer das tut, kann den Tod erleiden.

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Mdl. aus Prötzel.

3. Der Teufelsstein bei Prädikow.

Nicht weit von der Schinderkehle bei Prädikow liegt noch heute in der Heide, wo der Weg nach Kähnsdorf führt, ein großer Stein, der heißt der Teufelsstein. Er hat Pferdetrappen, die davon herrühren, daß der Teufel darüber geritten ist. Der Stein ist so hart, daß alle Versuche, die man früher gemacht hat, ihn zu sprengen, mißlangen. Die, die ihn zu sprengen versuchen, sterben bald. Auch wird erzählt, daß der, der drei­mal um den Stein herumrennet, ohne Luft zu holen, umfällt und tot ist. Mündlich aus Prädikow.