Heft 
(1927) 36
Seite
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In der Mitte erhebt sich eine alte, breitkronige Eiche. Still, einem fried­lichen Haine gleichend, liegt der Hügel da, bergend in seinem Schoße ein vorgeschichtliches Grabmal, ein Königsgrab. Hier schlummert seit Jahr­tausenden ein Riesenkönig der germanischen Vorzeit. Seine Gebeine ruhen in einem goldenen, silbernen und eisernen Sarge. Alle aber, die des Königs Grab gruben, wurden umgebracht, damit niemand die Stätte er­fahre. Und wie ein heiliges Vermächtnis haben die Anwohner das Ge­heimnis gehütet. Sie scheuten sich, darüber zu reden. Sobald es abends dunkelt. wagt man sich ungern aus dem Hause; es heißt, ein alter Häupt­ling init seinen Getreuen ziehe dort umher und suche namentlich die Kinder mitzunehmen. Andere erzählen, der König liege in einem großen runden Sumpfloch der Babe begraben, und daß ein jeder, der dort nach­suchen wolle, unrettbar verloren sei; das Sumpfloch sei so tief, daß Pferde und Wagen schon versunken seien. An dieser Stelle spukt es auch; auch sollen Hexen hier ihr Wesen getrieben haben. Am Schmauchpfuh! fanden der Sage nach sogar Hexentänze statt. Nach anderen Ueberlieferungen alter Gielsdorfer Einwohner liegen die alten Heidenkönige der Vorzeit be­graben in den Glockengräbern am Kesselsee bei der Gielsdorfer Mühle. Diese hohen Steingräber hießen nach Aussage ihrer Vorfahren seit alters­her ,, die Königsgräber".

Nach Busse( Mannus, Zeitschrift f. Vorgeschichte, 1913, Bd. V, S. 114 fi.) und mündlichen Mitteilungen aus Gielsdorf.

IX. Sagen von Wodan und seinem Heer.

( Heer der Totenseelen).

1. Der wilde Jäger im Blumenthal.

Im Blumenthal hört man oft den wilden Jäger, wie er mit ,, Hoho", Peitschengeknall und Kettengerassel durch den Wald jagt. Es soll dies aber ein alter Oberförster sein, der zur Strafe, daß er die armen Leute, die Holz aus dem Walde holten, arg mißhandelte, und namentlich weil er einem den Arm zerschlagen, verdammt ist, dort ewig zu jagen.

Eine Frau war einst noch spät abends mit anderen im Walde, wo sie Beeren gesucht hatten, da hörten sie von fern ein lautes ,, Hoho", Peit­schengeknall und Hundegebell. Da ihr nun ein so arges Lärmen im Walde noch nie vorgekommen, fragte sie die übrigen, was das wäre, und erfuhr, daß es die wilde Jagd sei, wurde aber auch zugleich gewarnt, nicht zu nahe heranzutreten. Sie war aber neugierig und wollte doch den Zug, von dem sie schon viel hatte erzählen hören, gerne sehen; als sie nun wenige Schritte vorgegangen, wird der Lärm immer gewaltiger, und in­dem sie sich umblickt, sieht sie das Pferd des wilden Jägers dicht an ihrer Schulter. In demselben Augenblick ist sie aber auch schon zu Boden gerannt, und der Topf mit all den schönen Beeren liegt zerbrochen an der Erde. Unweit der Stelle, wo sie den wilden Jäger gesehen hatte, gibt es auch einen Weg, welcher der Hans- Märten- Weg heißt und seinen Namen von einem alten Manne haben soll, der vor Zeiten im Walde sein Brot durch Ausroden der Eichenstubben verdiente und den Weg gemacht haben soll. Andere erzählen, dieser wilde Jäger sei darum verdammt, ewig zu jagen, weil er sich gegen Gott versündigt habe. Er hat nämlich einstens am ersten Weihnachtsfeiertage gejagt, und da sich kein Wildbret hat wol­len sehen lassen, so hat er gesagt: Und sollte ich bis zum jüngsten Tage jagen, so muß ich heut' einen Hasen haben." Aber er hat keinen bekom­men und jagt dafür bis auf den heutigen Tag.

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Kuhn, Märkische Sagen 1843, S. 187.

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