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Pr. Posen, XIV, 94/95) folgt, ein interessantes Zeugnis für das Werden einer Sage.
,, Hierauff gingen wier zu dreyen Linden, welche drey brüder, alẞ sie in Ungarn gezogen zu kriegen, sollen( facto voto pietatis) gesezet haben; die haben sich so wunderlich ausgebreitet, daß sie die Aeste zusammen gebunden, und man darunter sitzen kann, wie Jonas unter dem kürbiẞ, daher auch da bänke seind, wie in der kircken und seitenthalb eine schöne cantzel, darauf bey schönem Wetter gepredigt wirdt. Dabey ist ein hospital und ein klein gemauret kirchl( ein), darinnen der drey brüder schilde: betet für Hans Halkil, Peter, Jacob; haben kannen drinn, die jahrzahl ist nicht gesetzt und weiß sie auch großer antiquität halben niemand zu sagen. Die linden sind ganz hol und grünen gleichwol schön, sonderlich ist zu verwundern, daß die äste so lang so krumb, und manche auff denen ästen, die in die breite gehen, wiederum neu gerade in die höhe geschossen, und deket ein baum einen platz von dreißig schritten in die breite u( nd) in die quäre."
Robert Mielke.
Das brennende Gold im Marienberg.
In Krugau im Kreise Lübben waren Leute, die hatten gehört, daß im Marienberge bei Lübben Gold in einem Gewölbe brenne. Das wollten sie sich holen, und so machten sie sich in einer Nacht auf und gingen nach dem Marienberge und fanden auch den Eingang zu dem Gewölbe. Als sie nun in der Höhle waren und anfingen zu graben, kamen mit einem Male goldene Flammen aus dem Boden heraus. Die sahen aus wie die Finger an einer Kinderhand. Da hörten sie auf mit dem Graben und schnitten erst die Flammen, die wie Kinderfinger aussahen, ab. Dabei hörten sie ein Gewimmer, und als sie sich umdrehten, stand hinter ihnen ein großer schwarzer Hund mit feurigen Augen, der sie furchtbar ansah. Da bekamen sie solch einen Schreck, daß sie die goldenen Finger, die sie abgeschnitten hatten, liegen ließen und so schnell es ging aus dem Gewölbe rannten. Sie waren froh, daß ihnen sonst nichts geschehen war, und gingen nicht mehr zurück. Dadurch vergaß man den Ort, wo der Eingang zum Gewölbe war, und der Eingang verfiel, und keiner weiß heute, wo der Schatz zu heben ist. R. Scharnweber- Berlin.
Das Gespenst auf dem Friedhof.
Auf einem Dorfe bei Templin, Uckermark, fingen vor vielen Jahren Holzdiebe an, Unfug zu treiben. Auch vom Kirchhof stahlen sie allerhand Bäume und immer die besten. Einmal, als sie eine besonders schöne Esche abgeschnitten hatten, machte der Verwalter des Grafen seinem Förster Vorwürfe, daß es ihm nicht gelingen