Heft 
(1927) 36
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wollte, die Diebe zu fassen. Es war aber schon vom Grafen Der Förster ärgerte eine hohe Belohnung ausgesetzt worden. Der sich sehr über den Verwalter und wollte die Diebe um jeden Preis fangen. Eines Abends setzte er sich außerhalb des Zaunes, der um den Kirchhot ging, ganz geschützt an. Es war in der Nacht nur ein schwacher Mond­schein. Bald nach Mitternacht stieg dem Förster gegenüber auf der andern Seite des Kirchhofs eine graue Gestalt lautlos über den Zaun und schwebte schräg auf den Förster zu. Etwa zwanzig Schritte vor ihm blieb sie stehen, als ob sie den Förster ansähe. Jetzt sprang der Förster auf, sprang mit der Büchse über den Zaun und schrie: Halt! Aber die Gestalt entschwand über den Zaun an derselben Stelle, wo sie übergestiegen war, und es war nichts mehr zu sehen. Als der Förster am nächsten Morgen in erster Helle nach Spuren suchte, fand er wohl seine eigenen Fußtritte fest in die Erdé eingedrückt, von irgend einem andern fand er keine. Da merkte er, daß er ein Gespenst gesehen hatte.

R. Scharnweber- Berlin.

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Des hundertjährigen Todestages Ludwig van Beethovens( 26. März) wurde in Berlin in überaus würdiger Weise gedacht. Das Festprogramm der Stadt Berlin umfaßte 2 Aufführungen der einzigen Oper, die Beethoven ge­schaffen ,,, Fidelio", in der Städt. Oper, 4 Aufführungen der ,, Missa solem­nis", unter Leitung von Georg Schumann und Siegfried Ochs und Chor­gesänge des Berliner Sängerbudes( vor dem Reichstagsgebäude) und des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes( vor dem Alten Museum im Lust­garten).

In der Staatsoper wurden die IX. Sinfonie und Fidelio" aufgeführt. Das Festprogramm der Stadt Berlin ist geschmückt mit dem Bilde Beethovens aus der Zeit seiner Arbeit an der Missa solemnis( 1815-18) und mit einer Darstellung der Akademie, in deren Mittelbau Beethoven vor den Mitgliedern der Singakademie 1796 spielte. Das Heft enthält eine interessante Abhandlung von Dr. Kurt Singer: Beethoven und die Stadt Berlin( Beethovens Besuch in Berlin 1796; Beethovens Umgang in Berlin; Beethovens Werk in Berlin). A. K.

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Neue Bücher.

Lili Parthey. Tagebücher aus der Berliner Bieder­meierzeit. Herausgegeben von Bernhard Lepsius. Berlin- Leipzig. Gebrüder Paetel, 1926. 450 S. Geb. 16.- RM.

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Es geht doch ein eigener Reiz von Familiengeschichten aus! Auch sie gehören zur Heimatliteratur und bilden einen im Werte nicht gering

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