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Zusammenfassend soll über diese Schriften noch bemerkt werden, daß sie in dem dieser Anzeige zur Verfügung stehenden Raume unmöglich auch nur annähernd gekennzeichnet werden können; denn dazu ist ihr Inhalt erstaunlich vielseitig und reich. Der Verfasser hat nicht nur die gedruckte Literatur verwertet, die er ganz außerordentlich gründlich kennt und beherrscht, dazu mit einem kaum trügenden Gedächtnis immer gegenwärtig hat, auch die reichlich fließenden ungedruckten Quellen sind ausgeschöpft und kritisch verwertet worden. Dabei ist er mit einem beneidenswerten Spürsinn begabt, der ihn immer das auffinden läßt, was für eine bestimmte Darstellung nötig und wertvoll ist. Seine flüssige und von tiefster Heimatliebe geführte Feder hat hier sehr wichtigen Stoff für eine zusammenfassende Darstellung der Geschichte des Oberbarnims zusammengetragen. Er ist der gründlichste Kenner dafür, der sie schreiben könnte und wenn ihn der Fleiß, den er auch noch auf andere Dinge verwenden muß, daran hindern sollte, so wird dereinst ein anderer Historiker seiner dankbar gedenken müssen auch ein zünftiger!
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7. In zweiter, vermehrter Auflage erscheint eine Schrift über ,, Märkische Mühlen und Müller" bei Vincent in Prenzlau (= Deutsche Aufbau- Bücherei Nr. 3). 0,75 RM. Sie beruht auf einem Vortrage, den der Vf. 1914 auf Einladung unseres damaligen Vorsitzenden Friedel in der ,, Brandenburgia" gehalten hat. Auch diese Schrift ist durch gründliche Stoffkenntnis ausgezeichnet und bietet sich in reizvoller Darstellung an.
Dr. Hermann Kügler.
Hermann Patzig, Alte Ortsnamen im Westen Groß- Berlins. Ihr Ursprung und ihre Bedeutung. Berlin, Karl Curtius( 1927). kl. 8°. M. 1,50.
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Dieses Büchlein eines tüchtigen Germanisten bietet in ausgezeichneter Weise, was sein Titel verspricht, und mehr als das: kurze, z. Zt. unbekannte Mitteilungen zur Geschichte mancher Oertlichkeiten. Der Verfasser hat nicht nur die gedruckten Quellenwerke benutzt, er hat auch mit Erfolg in Archiven und bei Behörden nach Urkunden, alten Flurkarten und alten Stadtplänen gesucht. Es gelang ihm so, nicht nur die alte Gestalt mancher heute entstellten Namen festzustellen aus Blanke Heller war z. B. Blanke Hölle, aus Reche Berg Rehberg geworden-, sondern auch heute vergessene Namen zu entdecken. Eine besondere Schwierigkeit bereiten die märkischen Namen dem Germanisten, weil zu ihrer Erklärung das Slawische unentbehrlich ist. Ob und inwiefern die Schlüsse des Verfassers in den Fällen, wo er diesen Sprachzweig heranziehen mußte, anfechtbar sind, kann ich nicht beurteilen. In Bezug auf seine deutschsprachlichen Ausführungen habe ich mitunter auszusetzen, daß er im Gegensatz zum Mittelhochdeutschen, das er vorzüglich beherrscht, den besonderen Eigentümlichkeiten der märkischen Mundart nicht genügend Rechnung trägt. In einem und dem andern Falle scheint die Vereinigung slawistischen und germanistischen Wissens durch glän