Heft 
(1927) 36
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zende Erfolge belohnt zu sein, z. B. bei der Aufhellung des Namens des Schlachtensees, dessen alter Name Slatsee sich sowohl deutsch als slawisch deuten läßt, nämlich als Schilf-, bezw. Moorsee, und auf dessen heutige Form ein ganz anderes Wort ndd. Schlacht Pfahlwerk, Damm­bau am Ufer von Gewässern" eingewirkt hat. Eine ähnliche Wandlung des Namens liegt übrigens bei dem Lietzensee vor, der seine heutige Be­nennung den Lietzen, d. h. Wasserhühnern, verdankt, welche auf ihm Wilib. v. Schulenburg als Kind noch gesehen hat, wie er im Archiv der Brandenburgia 11, S. 104, berichtet. Früher hieß der See nach Patzig, S. 7, die ,, Lutze", ein Wort, das slaw. luca..Moorwasser" sei. Ueber­raschend ist, was Patzig von der Straße im Dol" in Dahlem erkundet hat. Es lag nahe, zu vermuten, daß der Name der Straße in dem des Ortes enthalten, in diesem der hochdeutsche Vokal a, in jenem das o plattdeutsch sei, heißt doch Tal in märkischer Mundart Dol( mit offe­nem o). Merkwürdig genug heißt Tal auch slawisch Dol. Patzig hat jetzt die authentische Auskunft sich verschafft, daß der Straßenname ohne jeden Anschluß an eine ältere Benennung im Anfange des 20. Jahrhunderts erfunden ist! Besonders hinweisen möchte ich auf Patzigs Versuch ( S. 14 ff.) einer Erklärung des bekannten farbigen Steinreliefs des Jagd­schlosses Grunewald.

Zu einzelnen Aufstellungen möchte ich, berichtigend- oder ergän­zend, folgendes vermerken:

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Blanke Heller. Heller ist plattdeutsch hd. Hälter, eine alte Bezeichnung für Fischteiche. Erhalten ist das Wort auch in dem Ge­höftnamen Heller oder Helder bei Prenden an einer Stelle, bei der sich früher ein Karpfenteich befand. Blank kann weiß, aber auch baum­und buschlos" bedeuten.

Dahlem. In Förstemanns Namenbuche( 3. Aufl.) sind über drei­Big deutsche und belgische Orte ursprünglich gleichen Namens( Dalaheim oder Talaheim) yerzeichnet. Noch mehr Nachweise kann man den Orts­verzeichnissen entnehmen. So gibt es je ein Dahlem im Kreis Bleckede, Kr. Schleiden, Kr. Litburg, Kr. Wittlich, ferner Orte des Namens Dalem, Dalhem, Dalheim, Dahlum usw. Die Häufigkeit des Namens und die Lage vieler Orte im Flachlande spricht dafür, daß er überall gebildet werden konnte und nicht an das Bergland gebunden war. Man braucht also nicht an altmärkische Orte zu denken, von denen Dahlem erste Be­siedler und Namen empfangen habe, um so weniger, als ein Geschlecht des Namens von Dahlem nicht nachweisbar ist.

Diebesloch, Name eines Fenns im Grunewald, geht, wie Patzig ansprechend vermutet, vielleicht auf eine miẞverstandene plattdeutsche Benennung zurück. Diese kann aber nicht ,, depes Luch", sondern nur ,, Diepet Luch"( tiefes Luch) gelautet haben; depes ist neben deipes meck­lenburgisch, diepet mittelmärkisch.

Harde( re) Heide heißt Hirtenheide. Herde Hirt" hat ein e, das gleich dem in Ente, Teer usw. fast wie a klingt und von Hochdeutschen als solches aufgefaßt werden kann.

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