Heft 
(1927) 36
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Hundekehle heißt, sagt Patzig, Hundehütte, Hundehaus". In dieser Bedeutung erscheine das Wort schon im 14. Jahrh. Ich be­zweifle das und vermute, daß Patzig Kele und Kelle( lateinisch cella) ver­wechselt hat. In der Mark findet man eine Menge Kehlen. Im Blumen­thal die lange Kehle, die Lindenkehle. Bei Buckow( Kr. Lebus) die schwarze Kehle, die Haselkehle, die Silberkehle, die Drachenkehle. Bei Freienwalde die Ahrenskehle und die Sandkehle. Es scheint ausgeschlos­sen, daß in allen oder auch nur in einer größeren Anzahl dieser Kehlen je Hundehütten gestanden haben, sind sie doch meist mitten im Walde gelegen, weit ab von Förstereien oder Gehöften. Alle aber sind oder waren früher Waldschluchten. Nun heißt in den Niederlanden und hieẞ schon so im Mittelalter eine Schlucht oder eine Bergenge Kele, Keel". Es ist deshalb wohl anzunehmen, daß die märkische Bezeichnung der Waldschluchten als Kehlen auf die Niederländer zurückgeht, welche im 12. Jahrhundert die Mittelmark besiedeln halfen.

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Lichterfelde ist eine Komparativform, wie sie sich anschei­nend auch in Schönerlinde, Bredereiche, Schönerstädt findet. Die Be­deutung ist also lichteres, helleres Feld. Dieser Erklärung stimmt Patzig nicht zu. Der Name sei( wie häufig Ortsnamen) eine Dativform, müßte dann Lichterenfelde heißen. Dieser Einwand ist hinfällig. Kompa­rative und andere Adjektive, die mit ihrem Substantiv zu einem Wort verschmolzen, konnten mittelniederländisch wie mittelniederdeutsch ihre Deklinationsfähigkeit verlieren, so daß man ,, dinen Rotermund" statt ,, dinen roden oder roten Mund" u. ä. sagen konnte und mehr als zehn Orte Schönwalde, nicht Schönenwalde heißen. Wenn Patzig ,, Lichter" als Genitiv Plur. ,, der Leute, die den Wald lichten", fassen möchte, so ist hiergegen geltend zu machen, daß ,, lichten" im Mittelalter diese Bedeu­tung noch nicht gehabt hat. Mnd. ,, lichten den Wald" kann nur bedeu­ten ,,, den Wald hochheben", also etwas Unmögliches. Bemerkenswert ist, daß dieser Ortsname in Deutschland sich öfter, aber m. W. nur im Kolonisationsgebiete findet, außerdem gibt es in Belgien ein Lichtervelde.

Pechsee. Wahrscheinlich befand sich an ihm, wie öfter an Seen, eine Pechhütte oder Teerschwelerei. Das P der alten Schreibung Pecksee ist ganz richtig. Pech heißt ndd. Peck oder Pick.

Rehberg. Reheberg. Daß dieser Name einer ehemaligen Anhöhe( in der Nähe des Wannseebahnhofes Friedenau) sich nicht auf die vierfüßigen Rehe bezieht, kann überraschen. Auf einer Karte von 1801 ist die Anhöhe als ,, der Rauhe Berg" eingezeichnet. Mit richtigem Gefühl schloß Patzig, daß dem Rauhen" ein nicht verstandenes platt­deutsches Wort zugrunde läge, und erklärte ,,, Rehberg, Reheberg ist der starre, rauhe Berg, vgl. mhd. raehe und riech". Ich ergänze seinen Be­weis durch die Hinweise auf Kaltschmidt, Ges.- Wtb., S. 744, reh, rehe", träg, trocken, starr, steif; mnd. und bei Woeste ,, rech" ,,, steif, von Pferden". Der Zeichner der Karte scheint rehe als ruhe., rauhe" ver­lesen zu haben. Der märkischen Volkssprache scheint das Wort rehe" entschwunden zu sein.