Heft 
(1927) 36
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an Albertine Charlotte Christina, Reichsfreiin von Geuder, genannt von Rabenstein, verwitwete von Schweinichen. Auch diese Grundstücke wur­den später wieder mit dem Lindenhaus vereinigt, sie gewannen indessen zunächst eine für das Berliner Geistesleben ganz hervorragende Bedeu­tung. Schon in der Holtzmannschen Zeit erbaute hier in der ländlich freien Umgebung des älteren Berlin der Gastwirt Peters ein Wirtshaus, in dem sich die Bewohner wohl oft an milden Sommerabenden vereinigten. Viel­leicht sind an dieser Stätte auch kleine Musik- und Theateraufführungen vorgesehen gewesen, denn es wird berichtet, daß in dem 1755 von dem Gastwirt Charrier besessenen Hause Theater gespielt wurde. Dieser Charrier wird 1772 und 1776 auch als Besitzer des Hauses Unter den Lin­den 17/18 erwähnt; er wird offenbar mit seinen Theateraufführungen ein so gutes Geschäft gemacht haben, daß er die Grundstücke wieder ver­einigen konnte.

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Es gab in Berlin eigentlich nur eine ständige Bühne, das Hoftheater, das aber französische Stücke aufführte. Und wenn auch infolge der vie­len Refugiés die französische Sprache in Berlin sehr verbreitet war, für die überwiegende Masse der Bevölkerung bestand ein Bedürfnis nach deutschen Stücken, ganz abgesehen davon, daß das Hoftheater sich nur der Hofgesellschaft öffnete und aus dem Bürgertum höchst selten einzelne Bevorzugte Einlaß erhielten. So entstanden in Berlin verschiedene Bühnen in Gärten oder kleinen Sälen, die aber, da die Konzession nicht der Stätte, sondern dem Schauspieldirektor meist für mehrere Städte oder für die ganze Monarchie erteilt wurde, nur vorübergehend einige Wochen spielten. Solch eine Bühne befand sich um 1750 im Hofrat Hilmerschen, im Stickerschen, im Charlschen Hause, im Justinschen, im Chorsikaschen und im Charrierschen Garten. Es waren in der Regel Hanswurstiaden, die den Berlinern vorgesetzt wurden, die ihnen aber we­nigstens sprachlich geläufig waren. Das erste ständige Theater Berlins, in dem deutsche Stücke aufgeführt wurden, war von Johann Carl von Eckenberg, dem starken Mann, auf dem Hofe seines in der Zimmerstr. 25 - also weit entlegenen- Hauses errichtet worden. Es verschwand mit seinem Unternehmer; auch die anderen Bühnen gingen nach kurzem Be­stehen bald wieder ein.

Hier in dem Charrierschen Garten in der Behrenstraße wurde das deutsche Schauspiel geboren, das nicht nur für Berlin von literarischer Bedeutung, sondern für die deutsche Kunst von großem Einflusse war. Hier wirkte seit 1742 der seinerzeit nicht unbekannte Schauspieler Schünemann, der in Berlin die erste deutsche Bühne ins Leben rief. Die Schauspiele standen allerdings noch auf einer recht niedrigen Stufe, weil unter der Regierung Friedrichs des Großen alle literarischen Interessen auf das französische Schauspiel gerichtet waren. Erst als Franz Schuch d. Ä. 1765 als Nachfolger Schünemanns eine deutsche Bühne errich­tete, schien sich dem Schauspiele eine bessere Zukunft zu eröffnen, obwohl auch er noch mit manchen Widerständen zu kämpfen hatte. Schuch war um 1716 in Wien geboren und erhielt 1755 auf Verwendung des Grafen

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