Heft 
(1927) 36
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war sein Streben gewidmet; er war ihr Vater, der für sie das gleiche hingebende Herz besaß, wie für die Not des Volkes, dem er durch er­leichternden Besuch der Vorstellungen, durch Aufführungen zugunsten Verunglückter ein warmes Herz bezeugte. Daß die Jagd von Weiße, der Postzug und die Noble Passion von Airenhofer je vierzig­mal gegeben werden konnten, beweist das innige Verhältnis zwischen Koch und den Berlinern, beweist aber auch, daß die Werke unserer klas­sischen Dichter noch nicht das nötige Verständnis gefunden hatten. Frei­lich hat wohl nur sein Tod verhindert, die Sonne unsrer nationalen Dichtung über Berlin, der französisierten Residenz Friedrichs des Großen, aufgehen zu lassen. Aber sein Wirken war nicht vergebens. Auf ihm konnte ein anderer Großer, Theophilus Döbbelin( 1727-1793), bauen, der die Schuch­Kochsche Bühne in der Behrenstraße zu dem angesehensten Institut seiner Zeit machte.

Döbbeli war von Hause aus Jurist. Er betrat die weltbedeutenden Bretter im Gefolge der berühmten Neuberin, die dem Drama im Anschluß an Gottsched eine hervorragende Stellung verschaffte, die das Spiel re­formierte, die Trachtenfrage technisch löste, auch für die Veredelung der Musik wirkte und in Verbindung mit Schünemann den noch immer belieb­ten Hanswurst von der Bühne verbannte. Nach wechselvollen Schick­salen kam Döbbelin nach Berlin zu Schuch, an dessen Bestrebungen zur Verbesserung des Theaters er regen Anteil nahm und nach Kochs Tode das Privilegium für die Hauptstadt erhielt. Er besaß bereits eine Bühne in dem gräflich Reußischen Garten, unweit von Monbijou, die ihm aber keine besonderen pekuniären Erfolge brachte. Von der Witwe Kochs übernahm er das Haus in der Behrenstraße, die Garderobe und einen großen Teil der Truppe. Hier, in dem hinteren Garten des alten Monto­lieuschen Hauses, erlebte Berlin den großen Briten Shakespeare; hier fand 1781 die erhebende Totenfeier für Lessing statt, bei der Madame Döbbelin hervorragend mitwirkte; hier lernte das literarische Berlin Emilia Ga­lotti, Götz von Berlichingen, Clavigo, die Räuber, König Lear, Hamlet, Minna von Barnhelm, Othello, Erwin und Elmire, Macbeth, die Königsdramen Shakespeares, Stücke von Molière, Racine, Diderot und Sheridan zum ersten Male ken­nen und zahlreiche, heute von Vergangenheit und Vergessenheit über­lagerte Dramen unbekannter Dichter.

Der berühmte, von Hamburg nach Wien verpflichtete Schauspieler Brockmann trat 1777 als Hamlet, Tellheim, Beaumarchais und in anderen Rollen mit für Berlin beispiellosem Erfolge auf. Die Begeisterung war so groß, daß man ihm bei seinem Abgange eine Medaille von Abramson schlagen ließ mit der Inschrift: Brocmannus Actor Utriusque Scenae po­tens( Brockmann so mächtig auf der komischen wie tragischen Szene). Auf der Rückseite trug sie die Aufschrift: Peragit tranquilla potestas, quod violenta nequit( Der sanfte Zauber seines Spieles bringt das zuwege, was Brausen nicht vermag). Es war die erste Ehrung dieser Art in Deutsch­land, die in Frankreich und England wiederholt vorgekommen war, die