Heft 
(1927) 36
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Es scheint, als ob die Polizei von dieser Forderung stillschweigend zu­rückgetreten sei, was seine Erklärung vielleicht darin findet, daß auch bei anderen Hausbesitzern Unter den Linden die Abneigung gegen das ,, Lütticher Pflaster" sehr stark war.

Mit den Mietern hatte ein Hauseigentümer vor hundert Jahren offenbar denselben Aerger wie seine Zunftgenossen von heute. Da wohnte in Nr. 18 eine Witwe Bamberger, geb. Marcuse, die erst seit Ostern 1841 eingezogen war, aber bereits eigenmächtig bauliche Verän­derungen hatte vornehmen lassen. Sie wurde von der Polizei angewie­sen, den früheren Zustand wiederherzustellen. Mit gleichem Erfolge wandte sich Blesson gegen den in Nr. 17, zwei Treppen hoch wohnenden Kaufmann Burchhardt, der in Abwesenheit des Eigentümers einen eiser­nen Geldschrank von 12-14 Zentnern in seiner Wohnung aufgestellt hatte. Blesson berief sich auf einen anderen Mieter, den holländischen Gesandten Exz. Baron von Schimmelpenninck von der Oye, der unter Burchhardt wohnte, und auf den neben ihm hausenden Geh. Reg.- Rat von Massow. Der Streit endete damit, daß Burchhardt die Wohnung räumte. Eine eigenartige Bezeichnung hat uns ein Bericht erhalten, nach dem von der Küche durch Bretterverschlag zwei Räume abgeschlagen wären, die zur Polterkammer und zum Holzgelaẞ benutzt würden.

In dieser Zeit verlegte der am Cöllnischen Fischmarkt 4 wohnende bekannte Konditoreibesitzer d'Heureuse sein Unter den Linden 48 gele­genes Geschäft schräg gegenüber nach dem Hause Nr. 17 und 18 des Majors von Blesson. Das war der erste Schritt zur Entstellung der alten Fassade. Denn es erforderte die Umgestaltung eines Teiles der unteren Fenster in Schaufenster und Läden, der bald andere folgen sollten.

Die Säulen an den Eingängen waren, wie wir gesehen haben, nicht entfernt worden. 1849 versuchte die Polizei, die Entfernung durch Be­anstandung der darüber befindlichen Balkone zu erzwingen. Dagegen wehrte sich Blesson mit dem Hinweis, daß die hart an den Nachbar­grenzen stoßenden Balkons nicht abgeändert werden können, da sie be­reits im vorigen Jahrhundert ausgeführt" wären.

Nach diesen durch wiederholte Brände noch gesteigerten Kämpfen scheint der Friede zwischen Polizei und Hauswirt nicht mehr gestört worden zu sein. Die Akten sagen nichts mehr von Beanstandungen und Klagen. Vielleicht hat die angesehene Stellung Blessons die Polizei zu einer vorsichtigen Zurückhaltung genötigt. Zuerst erscheint er als In­genieur- Leutnant, der sich in den Freiheitskriegen das Eiserne Kreuz II. Klasse erworben hatte. 1822 wird er als Hauptmann, 1823 als in­genieur- Kapitän, zuletzt als Major a. D. bezeichnet. Er war Mitglied der Stadtverordneten- Versammlung. Als Kaiser Nikolaus I. 1837 das Haus Unter den Linden Nr. 7 als Heim der russischen Gesandtschaft ankaufte und die Stadt Berlin ihn aus diesem Anlasse zum Ehrenbürger ernannte, wurde Blesson in den Ausschuß gewählt, der das Diplom entwerfen und dem Kaiser überreichen sollte. In dieser Eigenschaft wurde er vom Kaiser empfangen. Die Gesellschaft Naturforschender Freunde, die un­

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