Heft 
(1927) 36
Seite
89
Einzelbild herunterladen

89

n

1

it

g

er

1

er

ir

1

Ee

m

en

in

th

11

er

rt

et

er

ne

1

n

n

en

n

au

in

ла

ng

en

au

nur 20 Fuß hoch sein solle, daß der Bau von der Hinterwand Behren­straße 55-57 6 Fuß entfernt bleiben müsse, daß etwaige Bäume nicht näher stehen sollen, und daß diese Hinterwand die Grenzscheide zwischen den Grundstücken bleiben müsse. Alle diese Einwände gingen zurück auf den Erbteilungsvertrag zwischen Blesson und seiner Schwie­germutter Verona von 1820; sie überraschen aber durch ihre Mäßigung. Man stelle sich vor, daß es für die Beleuchtung von Werkstätten aus­reichend sein solle, wenn ein Lichtschacht von nur 6 Fuß das sind 2 m bestehen bliebe. Die Witwe Krenkel, die hier als Hauswirtin er­scheint, ist vielleicht eine Tochter des Musikers Rode, die als Besitzerin der drei Häuser Behrenstraße noch einmal die ursprüngliche Zusammen­gehörigkeit der Grundstücke zum Ausdruck bringt.

-

Strousberg scheint nach diesen Einsprüchen seine Bauabsichten zunächst fallen gelassen zu haben, wenigstens kam er nicht mehr darauf zurück. Aber er richtete unter dem 26. Januar 1870 ein neues Gesuch an die Baupolizei, den dritten, hinter dem Hause Unter den Linden Nr. 16 gelegenen Hof, auf dem sich das Haus mit dem Fechtsaal befand, mit einem Glasdach überdecken zu lassen, um hier eine Druckerei für die von ihm erworbene Zeitung Die Post" einzurichten. Man sieht, daß auch dieser Spekulant wie heute einzelne Großfirmen! es für nötig gehalten hat, seinen Einfluß durch ein seinen Interessen dienendes Zei­tungsunternehmen zu festigen. Das Gesuch wurde bewilligt und in der so gewonnenen großen Halle eine Lokomobile für den Betrieb aufgestellt. Auch jetzt erhoben Lassalle und Zürcher wieder Einspruch; doch wurde dieser, weil die Lokomobile schon stand, zurückgewiesen und Strousberg nur aufgegeben, den Schornstein zu erhöhen.

-

-

Um die beabsichtigten Umbauten durchzuführen, war sämtlichen Mietern gekündigt worden auch meinem Vater, der seit 1862 in dem Hause Nr. 17 wohnte. Strousberg trieb zur Eile, da er seinen Mietaus­fall für diese Zeit selbst auf 20 000 Taler berechnete. Nach dem Schei­tern seines Projekts scheint er die Absicht gehabt zu haben- ich vermute das aus Gesprächen, die zwischen meinen Eltern geführt wurden-, die Zentrale seiner weitschichtigen Unternehmungen nach Linden 17 und 18 zu verlegen. Am 18. Juli 1868 bat er um die Erlaubnis, aus den Seiten­flügeln Wände herausnehmen zu dürfen, um Räume für Bürozwecke zu gewinnen. Es kam freilich nicht mehr soweit. Das leise Knistern in dem Gefüge seiner europäischen Unternehmungen machte sich bereits be­merkbar. Daher wurden die Kündigungen zurückgezogen. Doch lieẞ der siegreiche Ausgang des Krieges 1870/71 wieder neue Hoffnungen auf­keimen. Sie verflüchtigten sich jedoch infolge des großen Krachs von 1873 und ließen es dem Eisenbahnkönige geraten sein, den Hausbesitz aufzugeben. Schon am 8. Februar 1872 hatte er die Häuser an den Aktien- Bauverein Unter den Linden für den Preis von 1750 000 Talern veräußert, während er selbst nur 520 000 Taler dafür gezahlt hatte. Diese Gesellschaft mit ihrem ehrwürdigen Direktor Dr. Belgard, einem in der Berliner Schulgeschichte nicht unbekannten Manne, glaubte die