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Linden- und Neustädtische Kirchstraße wohnende Hotelbesitzer Holtfeuer -in die Wohnung des Attentäters stürzte, der hier als Aftermieter wohnte. Er empfing die Hereinstürmenden mit einem Schusse, der den Holtfeuer in das Kinn traf. Die hierdurch bewirkte Stockung benutzte der Attentäter, sich eine Kugel in den Kopf zu jagen, der er in wenigen Tagen erlag. Beim Abtransport des Verwundeten mit dem bekannten ,, Grünen Wagen" ereignete sich noch ein Unglücksfall dadurch, daß der Kutscher Richter sei es aus innerer Aufregung, sei es infolge des Menschengedränges gegen den Balken des Oberlichts stieß und sich den Brustkorb zerquetschte. Der Hotelier Holtfeuer war in einigen Wochen wiederhergestellt und wurde später von dem Kaiser persönlich empfangen und durch eine Ordensdekoration ausgezeichnet.
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Es war ein wundervoller Sonntag- Nachmittag, als das Attentat verübt wurde. Bald zogen Tausende von aufgeregten Menschen durch die breite Via triumphalis Berlins und verschlangen die Extrablätter, die der Besitzer der in den Räumen der ehemaligen Zeitung„ Die Post" befindlichen Druckerei, Otto Dreyer, selbst gesetzt und mit Hilfe herbeigerufener Leute gedruckt hatte. Viele Passanten, die einige Groschen bei sich hatten, stürmten in die Druckerei, um Extrablätter für den Straßenverkauf zu erlangen. Sie haben wohl alle ein glänzendes Geschäft gemacht. Mir selbst, der ich den finsterblickenden Attentäter wiederholt gesehen hatte, ist dieser Tag mit seiner Aufregung, seiner inhaltschweren Wendung und vor allem der gewaltigen, impulsiven Begeisterung der Massen für ihren alten Kaiser in unauslöschlicher Erinnerung.
Doch auch freundlichere Bilder stehen vor meinem Auge. So der Einzugstag unserer Krieger 1871. Mein Vater, der in seiner patriotischen deutschen Gesinnung seine 5 Jungen an allen freudigen Ereignissen ihres jungen Lebens teilnehmen ließ, der uns beide ältesten ein Jahr vorher des Nachts weckte und ans Fenster führte, wenn unsere Truppen mit Musik durch das nächtliche Berlin in den Krieg zogen, hatte uns mit auf die Straße genommen. Hier standen wir von den ersten Vormittagsstunden an in einer fast unbeweglichen Menschenmauer oder saßen auf der Bordschwelle, bis nach stundenlangem Warten der Zug mit dem Kaiser und seinen Paladinen an der Spitze sichtbar wurde. Ein Brausen, Stimmengewirr, ein Gemisch von Rufen, eine Bewegung freudigster Entspannung kündete das Nahen der Truppen an. Zu einem brausenden Jubelsturm schwoll die Unruhe, als der Monarch sichtbar wurde. Hüte. Tücher, Fahnen wurden geschwungen; ein Drängen, Schieben nach vorn schien einzusetzen, das von den Schutzleuten nur mühsam gebändigt wurde und uns auseinanderzureißen drohte. Doch beruhigte sich das Leben wieder, als unsere Soldaten, ebenso freudig, aber maßvoller begrüßt, mit Kränzen und Sträußen auf Helm und Gewehrlauf, vorüberzogen. Obwohl ich von dem gewaltigen Ereignis noch keine Vorstellung hatte, erlebte ich das untrennbare einige Volk in Waffen, das hinausgezogen war, um den Herd zu schützen und den Kaiser, seinen Kaiser, zurückbrachte; hier sah ich, was mir erst viel später klar wurde, das ungekünstelte, frendige Bekennen