Heft 
(1927) 36
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seinen Säulenhöfen, seinen blumenreichen Gärten, dem Theater unserer Klassiker. An ihrer Stelle steht ein Haus in den unruhigen Formen des Parvenütumes; auf seinen Parketten tanzen leichtbekleidete Gestalten. Leute, denen der Morgen keine Sorgen macht, schlürfen perlenden Sekt, und unaufhörlich drängt es sich heran, braust es herauf in die prunkenden Säle, das große, dumpfe Leben der Großstadt, die soviel Glanz und Ar­beit, aber auch reichlich Schein und Elend in sich birgt, seit die Schranken der preußischen Residenz gesprengt sind und die Weltstadt sich breit hingelagert hat auf dem Boden, auf dem sich einst eine stille, eine große Geschichte vorbereitet hatte.

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Kleine Mitteilungen.

Saarmund. Von den um die Mitte des vorigen Jahrhunderts vier kleinsten Städten unserer Mark, Teupitz, Saarmund, Lagow und Treb­schen( Kreis Züllichau) mit 555, 523, 432 und 284 Einwohnern ist die erst­genannte mächtig aufgerückt, sie hat das zweite Tausend längst über­schritten; die um die Wende des Jahrhunderts erbaute große Irrenanstalt hat es zuwege gebracht, während Lagow jetzt, was die Einwohnerzahl anbelangt, am Ende der märkischen Städte marschiert. Denn Trebschen wie auch Saarmund haben längst aufgehört, Städte zu sein. Wie es bei dem Austritt Saarmunds, 10 km südlich von Potsdam im Kreise Zauch- Belzig gelegen, aus dem Städteverbande zuging, mutet recht schild­bürgerlich an und verdient wohl der Erwähnung. Mit dem Beginn des Jahres 1862 hört Saarmund auf, Stadt zu sein; es gehört fortan zum platten Lande. Das ist so zugegangen: Vor einigen Jahren setzte der Rentamtsverweser Wenner unrühmlichen Andenkens, denn bei seinem Tode fand sich ein erhebliches Defizit in seiner Kasse, hier einen Termin an, um darüber zu verhandeln, ob Saarmund aus dem Städteverbande ausscheiden wolle oder nicht. Bezeichnenderweise war von dem Orts­vorstande niemand im Termin erschienen und von der ganzen Bürger­schaft nur 25 Personen. Der Rentamtsverweser hatte, sofern er die Oberpolizei in der Stadt Saarmund hat, ein Interesse, daß Saarmund aufhöre, Stadt zu sein, daher kam es ihm gelegen, daß einer aus der Ver­sammlung, der Tischlermeister Plage, der hier die Gebäude eines ehe­maligen Großbürgerguts besitzt, erklärte, als die anderen schwiegen, für ihn sei es vorteilhaft, wenn Saarmund aus dem Verbande der Städte aus­scheide, denn dann habe er einige Silbergroschen weniger Kriegssteuern zu zahlen, sofern auf dem Lande diese Steuer nach der Klassensteuer aufgebracht werde, während die Städte ein bestimmtes Kriegssteuer­quantum aufzubringen haben usw. Auf Grund dieser Erklärung proto­kollierte der Rentamtsverweser, die Bewohner von Saarmund haben den Antrag gestellt, aus dem Verbande der Städte auszuscheiden, und die braven 25 Bürger unterschrieben. Die Sache mußte dem Könige Friedrich Wilhelm IV. zur Genehmigung vorgelegt werden, und der, ein Romantiker im guten Sinne des Wortes, versagte die Genehmigung, ver­

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