95
ordnete, daß das alte Städtchen" eine Stadt bleibe. Bald nach seinem Tode brachten die Verwaltungsbehörden die Sache wieder in Anregung, und der Kommunallandtag der Provinz Brandenburg, dem man den Antrag der Saarmunder vorlegte, genehmigte das Ausscheiden Saarmunds aus dem Verbande der Städte, und höheren Orts erfolgte die Bestätigung. Nun versuchten die Saarmunder, denen doch nicht damit gedient war, daß sie in einem Dorfe leben, Bauern, Kossäten und Büdner werden sollten, den Beschluß rückgängig zu machen. Es ist dem Könige Wilhelm I. ein Immediatgesuch überreicht worden; aber dieser König, nichts weniger als Romantiker, hat es abgeschlagen, und so steht nun fest, daß Saarmund ein Dorf ist." So schreibt der Chronist, der Pfarrer Dressel. der von 1849 bis 1887 in Saarmund beamtet war. Was die guten Saarmunder befürchtet, traf nicht ein; sie sind nicht Bauern und Kossäten geworden, sondern sie sind noch heute, was sie damals waren, Großbürger, Mittelbürger, Kleinbürger usw. Wenn auch keine Stadt, so ist P. Görges. Saarmund heute doch ein Flecken.
-
In einer Buchbe
Fichteberg( Fichte- Berg) oder Fichtenberg. sprechung der Brandenburgia 1926, Seite 28, sagt unser verehrter Chr. Voigt von unserem Steglitzer, an der Dahlemer Weichbildgrenze gelegenen Berge:„ Der Steglitzer Berg ist der Fichte- Berg, nicht Fichtenberg. Dieser Verwechslung begegnet man oft in unserer heimatlichen Literatur". Wollen Sie mir als einem, wenn auch nicht eingeborenen, so doch langjährigen Steglitzer das Wort dazu gestatten. Fichteberg oder Fichtenberg die Schreibweise Fichte- Berg kam hier nicht zur Geltung mit anderen Worten, hat der Steglitzer Berg seinen Namen von Fichte, dem Philosophen, oder von den Fichten, den Nadelbäumen, mehr als diese Frage ist hier bereits öfter aufgetaucht. Schon vor 30 Jahren entbrannte ein heftiger Disput zwischen den Schülern einer Klasse des hiesigen Gymnasiums und einem ihrer Lehrer, der, von der Richtigkeit des Namens Fichteberg überzeugt, seinen in diesem Falle gegnerischen Schülern zurief: Glauben Sie, daß jemals Harzer Fichten auf diesem Berge gestanden haben?" Was ist nun richtig? Zunächst wolle man folgendes erwägen: War es je üblich, unsere märkischen Hügel, die já im großen und ganzen seit undenklichen Zeiten im Besitz eines Namens sind, wenn er auch hier und da fast unmerklich wechselte, -behördlicherseits wie etwa Straßennamen nach berühmten Männern umzutaufen? Und nun ausgerechnet Fichteberg nach Fichte, der doch nicht so über die Maßen volkstümlich war und gar keine Beziehungen zu unserem Steglitz und seinem Berg hatte wenigstens weiß die Lokalgeschichte nichts davon. Warum wurde er nicht Wrangel zu Ehren benannt, der hier am Berge viele Sommer hindurch sein Heim hatte, und von dem alte Leute noch heute manches Heitere zu erzählen wissen. Haben wir irgendwo etwa einen Blücherberg, Körnerberg u. a.? Wenn demgegenüber auf die bekannte Bismarckhöhe bei Werder hingewiesen wird, so wolle man daran denken, daß es sich hier um die Namensgebung eines auf einer Höhe gelegenen Etablissements seitens eines spekulativen
-