Heft 
(1927) 36
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BRANDENBURGIA

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Die Inseln" Berlin und Cölln".

Ein siedlungsarchäologischer Beitrag zur Frage der Gründung Berlins. Von Dr. Albert Kiekebusch.

Eines der dunkelsten und schwierigsten Probleme der Berliner Geschichte ist die Frage nach der ältesten Besiedlung der beiden Schwesterstädte, aus denen die heutige Großstadt erwachsen ist. Schrift­riche Urkunden versagen ganz und gar. Die beiden Ortsnamen Berlin" und, Cölln" haben so mannigfache Deutungen über sich ergehen lassen müssen, daß vorläufig noch mehr Verwirrung als Klarheit herrscht, und die in einigermaßen regelmäßigen Zwischenräumen von Gelehrten und Dilettanten gelieferten Erklärungen lassen auch nicht gerade die Hoff­nung keimen, daß wir in absehbarer Zeit wissen werden, was der Name ,, Berlin" oder der Name ,, Cölln" bedeutet. Aus sprachwissenschaft­lichen Quellen sichere Schlüsse über die Gründung der beiden Städte zu der frucht­ziehen, dürfen wir also vorläufig kaum erwarten. Schon barste, geschätzteste und zugleich in der Tat bedeutendste Geschichts­schreiber Berlins, Fidicin, hatte von allen ihm bekannten Deutungen der beiden Ortsnamen keine bessere Meinung. Wenn er aber der Ansicht ist, daß alles, was vor der durch schriftliche Urkunden bezeugten Periode liegt ,,, nur Sache des Glauben sei" und stets den Einwand zu­lasse ,,, daß es auch anders gewesen sein könne", so hat er damit nicht die Grenze menschlichen Wissens überhaupt, sondern nur die der Urteils­kraft seiner Zeit scharf gekennzeichnet. Auch er hat übersehen oder nicht daran geglaubt, daß es außer den schriftlichen noch andere Ur­kunden geben könnte, was übrigens um so verwunderlicher ist, als er selber in einem Falle auf anderem Wege in die verschlossenen Geheim­nisse Berliner Vergangenheit zu dringen suchte. Fidicins Ansehen und seine Kritik des Klödenschen Buches über ,, Entstehung und Alter der Städte Berlin und Cölln" haben dazu beigetragen, daß man auch später nicht selten die Augen vor offen zutage tretenden Tatsachen und Beob­achtungen verschloß. Wenn ich es unternehme, zur Gründungs­geschichte Berlins einen Beitrag zu liefern, so geschieht das in der Ab­sicht, auch hier wieder auf die hohe Bedeutung einer zweiten Quelle auf­merksam zu machen, die uns bis jetzt zwar auch noch nicht alle Rätsel der berlinischen Vorzeit entschleiern kann, die uns aber die Wege zu neuer Erkenntnis weist und uns und das ist der große Fortschritt ge­genüber der Fidicinschen Anschauung unter Anwendung streng wis­senschaftlicher Kritik die Möglichkeit gibt, genau wie bei schrift­¹) Vortrag, gehalten in der Brandenburgiasitzung im Märk. Mus. 10. März 1926.

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