Heft 
(1927) 36
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lichen Urkunden und ähnlichen Quellen auseinander­zuhalten, was unumstößliche Tatsache und was mehr oder minder sichere Vermutung ist.

Die folgenden Auseinandersetzungen sind die nach langer Arbeit gereifte Frucht einer anderen Wissenschaft, der vorgeschicht­lichen Siedlungskunde, die von ganz anderen wissenschaft­lichen Fragen ausging, aber durch eine Fülle von Beobachtungen an zahl­reichen vor- und frühgeschichtlichen Wohnstätten in der Mark 2) befähigt wurde, in der Besiedlung des heimischen Bodens gewisse Gesetzmäßig­keiten zu erkennen, den Blick zu schärfen und die erkannten Gesetze und das auf diese Dinge eingestellte Auge auch auf die zur Besiedlung des berlinischen Bodens führenden Bedingungen hinzulenken.

Die Erfahrung hat auf allen vorgeschichtlichen Wohnstätten mit unbedingter Sicherheit ergeben, daß der Mensch der Vor- und Früh­zeit, der mit der Natur auf vertrauterem Fuße lebte, als das heutige Ge­schlecht, sich überall mit klarem Blicke den für seine Wohnung günstig­sten Platz zu wählen wußte. Es sei noch ganz besonders betont, daß hier nicht etwa die Anlage eines Einzelhauses, sondern stets die einer umfassenden Siedlung, etwa eines Dorfes ins Auge gefaßt ist. Die Unter­suchungen der vorgeschichtlichen Dörfer bei Buch, bei Kleinbeeren, bei Stüdenitz, bei Breddin, Lagardesmühlen, Küstrin, bei Paulinenaue, Nackel- Wutzetz, Freienbrink und Trebus, bei Hasenfelde, auf dem Rohr­wall und bei Niedergörsdorf, die uns deutliche Spuren menschlicher Wohnstätten in fast ununterbrochener Reihe aus allen Perioden der mär­kischen Vorgeschichte von der Steinzeit an über die Bronze- und ältere Eisenzeit hinweg bis zur Germanen- und Wendenzeit, ja bis zur Zeit der Germanisierung und Kolonisierung des 12. und 13. Jahrhunderts auf­deckten alle diese Untersuchungen haben uns gelehrt, daß der Mensch der Vor- und Frühzeit in unseren Gegenden immer einen trocke­nen, höher gelegenen Ort zu finden wußte, der ihm in­mitten eines schützenden Sumpfes ein behagliches, von Wasser niemals überflutetes oder durchfeuchtetes Plätzchen sicherte. Was die von mir mit Mitteln des Märkischen Museums genauer durchforschten Wohn­stätten ergeben hatten, das wurde durch die nun schon dutzendweise bekannt gewordenen weiteren, nur einer vorläufigen Besichtigung unter­zogenen Fundplätze bis jetzt ausnahmslos bestätigt. Eine Ansied­lung an Stellen, die in jedem Frühjahre vom Grundwasser überschwemmt werden, wäre in der Vorzeit glattweg unmöglich gewesen. Diese Art der ,, Kolonie" gründung blieb unserer Zeit vorbehalten, mit ihrer von der Natur leider beinahe losgelösten Großstadtbevölkerung und einer ge­wissenlosen Spekulationswut, die dem unerfahrenen, sich nach einem Eigenheim sehnenden, aber meist wenig oder übel beratenen Großstädter

2) Vgl. meine Abhandlungen: Vorgesch. Wohnstätten und die Methode ihrer Untersuchung( Korresp.- Blatt d. Deutsch. Anthrop. Ges. 1912) und Das Aufsuchen und Feststellen vorgesch. Siedlungen. Ebenda 1915.

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