Heft 
(1927) 36
Seite
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unter Umständen im Hochsommer einen Bauplatz aufschwatzt, der im Frühjahr unter Wasser steht.

Pfahlbauten in der Art der in schweizerischen Seen gefundenen sind bei uns noch nicht mit Sicherheit beobachtet worden. Wohl aber hat die Phantasie in der Vorstellung gebildeter Kreise und auch in Büchern überall Pfahlbauten konstruiert, wo es nur irgend anging. Auch in Er­örterungen über die älteste Besiedelung Berlins spielen Pfahlbauten" eine größere, aber völlig überflüssige Rolle.

Auf den meist aus eiszeitlichen Ablagerungen bestehenden Hoch­flächen etwa des Barnim oder des Teltow einen Platz zur Siedlung zu fin­den, war leicht. Größere Schwierigkeiten machte die Besiedlung des un­teren Spreetales selbst, das mit seinen zahlreichen Wasserläufen auch heute noch größere Flächen der Gefahr einer Ueberschwemmung aus­setzt. Das Mittelalter hat vermutlich aus diesem Grunde fast ganz auf die Besiedlung des Spreetales selbst verzichtet. Mit Ausnahme von Berlin liegen alle mittelalterlichen Cöpenick, Stralau, Spandau und Gründungen auf der Höhe oder am Talrande.

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Besonders auffällig ist das zwischen Berlin und Cöpenick, wo Lichtenberg, Friedrichsfelde, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Dahlwitz, den Südrand der Barnimer und Schöneberg, Rixdorf, Britz, Rudow, Glienicke den Nordrand der Teltower Hochfläche umsäumen. Alle Ort­schaften des Spreetales, mit Ausnahme der oben genannten, sind Schöp­fungen der neueren und neuesten Zeit( Treptow, Johannistal, Ober­und Niederschöne weide, Karlshorst, Adlershof, Grünau und weiterhin auch Hirschgarten und Friedrichshagen). Erst die Technik der neueren Zeit mit ihren Bodenbewegungen größten Stiles, ihrer Fundamentierung auch umfangreichster Bauten durch riesige Pfähle oder Betonblöcke hat sich ins Spreetal wieder hineingewagt und dort Siedlungen gegründet an Plätzen, die, wenn auch in kleinerem Maßstabe, in vorgeschichtlicher Zeit bereits einmal besiedelt waren. So stehen wir also vor der Tatsache, daß in der Vorzeit und in der Gegen­wart im Spreetale Ortschaften bewohnt waren, die während des Mittelalters nicht oder fast gar nicht als Wohnplätze diente n. Seit Jahren mit dieser Besiedlung des unteren Spreetales und allen Fragen, die sich daran knüpfen, beschäftigt, glaube ich auch für die eben erörterte merkwürdige Erscheinung eine ausreichende Erklärung gefunden zu haben. Die Neuzeit sucht nament­lich in der Umgebung Berlins jedes Fleckchen auch zur Bebauung aus­zunutzen und hat mit Hilfe ihrer vervollkommneten Bautechnik fast alle Hindernisse und Schwierigkeiten, die sich entgegenstellen, überwunden. Das Mittelalter scheute vor diesen Schwierigkeiten vielfach zurück. Die Menschen der Vorzeit mit ihren unsicheren Rechtsverhältnissen waren dazu gezwungen, sich und ihr Eigentum gegen unvermutete An­griffe aus der nächsten Umgebung zu schützen und wählten darum mit Vorliebe Plätze, die ihnen eine sichere Zuflucht boten. Zu diesen Plätzen gehörten auch die Inseln und Werder des unteren Spreetales. Der Unter­