Heft 
(1927) 36
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schied zwischen der vorgeschichtlichen Besiedlung und der neuzeitlichen besteht darin, daß in der Vorzeit die kleinen Inseln und Werder selber genügten. Heute dagegen bebaut man teilweise auch ihre súmpfige Um­gebung.

Der Besuch und die genaue Prüfung der für vorgeschichtliche Wohnplätze in Betracht kommenden Stellen hat nun ergeben, daß alle diese uralten Siedlungen auf Talsandinseln, Halb­inseln oder sonstigen inselartigen Gebilden liegen, und zwar meist auf solchen, die auf ihrer Oberfläche noch dazu eine Anhäufung von Flug- oder Dünensand tragen. Niemals liegen vorgeschichtliche Fundplätze auf jungalluvialen Bildungen. Im unteren Spreetale, dessen Talränder im Norden und Süden für jeden, der nur sehen kann und sehen will, noch heute sehr deutlich zu erkennen sind, wird die eigentliche Talsohle des ehemaligen ,, Urstromes" fast ganz von Talsanden gebildet, deren Ebene hin und wieder nur von kleinen Hügeln unterbrochen ist, die aus feinem Flug­sande bestehen und zusammengeweht wurden, ehe der Pflanzenwuchs den Talsand bedecken und somit festlegen konnte. Wo die Vegetations­narbe fehlt oder zerstört wird, können sich natürlich aus dem alten Mate­rial heute noch neue Dünen bilden. Die Spree mit ihren geringen Wasser­mengen hat nun in den Talsanden größere und zahlreiche kleinere Rinnen ausgespült oder auch nur ausgefüllt, die mit ihren Wassern in mannigfachen Windungen das alte ,, Urstromtal" in trägem Laufe durch­flossen. Ein großer Teil dieser Rinnsale ist bei immer sinkendem Was­serstande nach und nach mehr und mehr vom Wasser verlassen wor­den, versandet, versumpft, vertorft und bildet in unserem heutigen Spree­tale jene trockenen oder feuchten Wiesen, jene Sümpfe und Bruchwäl­der, die ja allen Berlinern in der Umgebung der Hauptstadt bekannt sind. Die früher von Spreearmen eingenommenen Rinnen und die mit diesen in Verbindung stehenden oder von ihnen einst durchflossenen Becken sind heute zumeist ausgefüllt mit Flugsand, Wiesenkalk, Torf oder Faul­schlamm( Bacillarien- oder Infusorienerde), alles alluviale Bildungen im Gegensatz zu den eiszeitlichen oder diluvialen.

Die namentlich seit der Mitte der siebziger Jahre des abgelaufe­nen Jahrhunderts durch die geologische Wissenschaft mächtig geförderte Erkenntnis der Entstehung unserer heimischen Landschaft im Verein mit den Ergebnissen der siedlungsarchäologischen Forschung der letzten Jahre hat uns nun auch die Möglichkeit gegeben, uns mit der alten Streit­frage der Gründung Berlins von neuen Gesichtspunkten aus zu beschäf­tigen, dabei zu sicheren Ergebnissen zu kommen und klare Einsicht zu ge­winnen in Verhältnisse und in Perioden, die ein Mann von der Bedeu­tung Fidicins noch als ein Buch mit sieben Siegeln betrachtete, und von denen er annahm, daß sie nur günstiger Boden wären für mehr oder we­niger haltlose Hypothesen.

Niemand wird heute daran zweifeln, daß die von Fidicins Gegner, K. F. von Kloeden, zum ersten Male klar erkannte Lage der heutigen

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