Heft 
(1927) 36
Seite
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Reichshauptstadt am bequemsten Uebergange über das untere Spreetal von der Hochfläche des Teltow zum hohen Barnim hinüber sowohl für die Entstehung als auch für die erstaunlich schnelle Entwicklung der beiden Schwesterstädte Berlin und Cölln von ganz hervorragender Be­deutung gewesen ist. Vgl. dazu Fidicins ironische Bemerkung( Hist. Dipl. Beiträge V. S. 15): ,, ob man zur Verbindung des Südens mit dem Norden Europas notwendig die Gegend Berlins suchen mußte."- Selbstverständ­lich sind noch andere Vorbedingungen und Einflüsse maßgebend gewe­sen, um aus den winzigen Siedlungen des 13. Jahrhunderts die Reichs­hauptstadt werden zu lassen. Nicht viel weniger sicher dürfte es sein, daß gerade die beiden Inseln oder inselartigen Plätze, auf denen Berlin und Cölln gegründet wurden, an jener Talenge den Uebergang über die Spree erleichterten und durch offene oder versumpfte Wasserarme allseitig oder fast allseitig vor plötzlichen Ueberfällen geschützt zur Besiedlung einluden. Meines Wissens ist Lossen der erste gewesen, der auf die Be­deutung der Doppelinsel für die Wahl des Siedlungsplatzes aufmerksam und na­gemacht hat.³) Was ist alles über den Charakter mentlich über den verschiedenen Charakter dieser beiden Plätze geredet und geschrieben worden! Vor allem mußten die Namen, Ber­lin" und, Cölln" herhalten. Aus ihnen wollte man den ursprünglichen Zu­stand herauslesen. Schade nur, daß z. B. die beiden gangbarsten Er­klärungen des Namens ,, Cölln" sich geradezu widersprachen., Hügel" und Sumpf"( denn darauf läuft doch schließlich der Pfahl" hinaus) schlossen sich denn doch wenigstens als Name für dieselbe Sache- ge­genseitig aus. Und Berlin war nicht glücklicher. Es war ,, Wald" ,,, Wiese" oder Weide", es war, wüst", öde", der Abwechselung halber war es auch Sumpf". Kaum aber hat einer der vielen Erklärer auch nur daran gedacht, daß der Kern und die Natur des Untergrundes von Berlin sich nicht verändert haben kann, daß er heute noch so aussehen muß, wie er im 13. Jahrhundert ausgesehen hat, und daß auch im 19. u. 20. Jahrhun­dert trotz aller Aufschüttungen und alles Umwühlens innerhalb des Weich­bildes der Riesenstadt der alte Zustand noch zu erkennen sein mußte. Denn alle Veränderungen berühren immer nur die Oberschicht, die Kruste der beiden Plätze, und es ist wirklich keine Kunst, zu erkennen, wie weit der Boden durchwühlt, wie weit er ursprünglich oder wie man zu sagen pflegt- ,, gewachsen" ist. Lossen gibt an, daß in Alt- Berlin und Alt- Cölln noch bei 6.27 Meter Tiefe Ziegelstücke gefunden wurden( S. 893). In den ersten Märztagen dieses Jahres( 1926) kamen auf dem Schloßplatz aus dem Bohrloch I unmittelbar am Wasser aus 6 Meter Tiefe ein Ziegelstück und ein Scherben zum Vorschein; 10,4 m südwärts be­gann der gewachsene Boden schon bedeutend höher. Die Aufschüttung betrug nur noch 2,50 m.

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Schon die einfachste Ueberlegung ohne jede gründliche Unter­suchung würde uns heute sagen, daß die beiden zwischen den Spreearmen liegenden Inseln oder inselartigen Plätze, wie fast alle übrigen Inseln

3) Der Boden der Stadt Berlin. Berlin 1879 S. 885/91.